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14.05.1999 - 

Störfeuer von HP und Microsoft

Sun versucht neue Taktik bei der Standardisierung von Java

MÜNCHEN (CW) - Einheitliche Java-Spezifikationen sind vorerst nicht in Sicht. Sun will nun die European Computer Manufacturers Association (ECMA) als Vehikel bei der Standardisierung der "Java 2 Standard Edition", Version 1.2.2, nutzen. Hewlett-Packard, Microsoft und andere gründen derweil ein Konsortium für Echtzeiterweiterungen in Java nach eigenem Gusto.

Seit 1997 hatte Sun die Normierung von Java mit Hilfe der International Organization for Standardization (ISO) vorangetrieben. Deren dafür zuständiges Joint Technical Committee 1 (JTC1) änderte aber Anfang Januar 1999 das bisherige Entscheidungsverfahren "Publicly Available Specification" (PAS) dahingehend, daß künftig private Antragsteller die alleinige Kontrolle über die weitere Entwicklung einer Technologie (Maintenance) an das Komitee abtreten müssen. Diesen Machtverlust will Sun als selbsternannter Hüter der Java-Spezifikationen nicht hinnehmen und hofft nun, mit Hilfe der ECMA, die enge Beziehungen zur ISO unterhält und ihre Vorschläge im Schnellverfahren an diese weiterleitet, doch noch zum begehrten Status als ISO-Standard zu gelangen. Der Umweg hätte den Vorteil, daß die McNealy-Company die Kontrolle über die Entwicklung der Sprache behielte, da die ECMA ihre Standards im Rahmen des von Sun im Dezember 1998 eingeführten "Java Community Process" (JCP) fomulieren will. Außerdem wird die ECMA, die im Juni formell über den Antrag Suns entscheiden will, laut Javasoft-President Alan Baratz auch nach der angestrebten Standardisierung von Java 2 nur eine "passive Maintenance" für sich in Anspruch nehmen.

Zur selben Zeit haben sich mit Suns Java-Politik unzufriedene Unternehmen, allen voran HP und Microsoft, offiziell zum "J Consortium" zusammengeschlossen. Sie wollen unabhängig von Sun die Entwicklung von Echtzeit-Erweiterungen an der Internet-Programmiersprache vorantreiben. Diese sind vor allem für den Einsatz in Embedded-Umgebungen, so in der Fertigungsindustrie, unverzichtbar. Die Mitglieder des J Consortium sind nach Aussagen ihres Sprechers Kevin Nilson, seines Zeichens CTO (Chief Technology Officer) bei New Monics, unzufrieden mit der Dominanz von Sun. Außerdem zeige das Unternehmen zuwenig Interesse an der Entwicklung echter Produkte. Sun erwiderte, daß jeder an der "Real Time Expert Group", die innerhalb des JCP die Entwicklung von Echtzeitkomponenten für Java leitet, teilnehmen könne. Zugleich spielt man die Bedeutung des Konsortiums herunter. Für Baratz ist dies lediglich ein weiterer Versuch, das Java-Lager zu spalten.

Sun nimmt AT+T-Deal gelassen hin

Auch Microsofts letzte Woche bekanntgegebene Beteiligung mit rund fünf Milliarden Dollar am Telefonriesen AT&T ist für Baratz zudem kein Grund zur Besorgnis. Dessen TV-Kabelnetzbetreiber Telecommunications Inc. (TCI) werde auch künftig in seinen Set-top-Boxen Java nutzen. Von AT&T hieß es hierzu, daß Kunden auch künftig unabhängig vom eingesetzten Betriebssystem andere Software, einschließlich Java, nutzen können.