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Firmenchef McNealy sagt Middleware-Anbietern den Kampf an


27.09.2002 - 

Sun wagt neuen Anlauf im Softwaregeschäft

SAN FRANCISCO (ws) - Sun Microsystems nutzte die Konferenz "Sun Network", um den Fahrplan für sein Softwaregeschäft darzulegen. Neben der Ankündigung eines Linux-PCs bewarb die Unix-Company besonders ihre Middleware-Ambitionen.

Nachdem Sun Microsystems seine starke Position im Unix-Markt bisher kaum nutzen konnte, um sein Softwaregeschäft anzukurbeln, unternimmt die Company nun gleich mit mehreren Initiativen einen neuen Anlauf. Besondere Aufmerksamkeit erregte dabei die Ankündigung eines eigenen Linux-PCs, der Microsoft auf dem Enterprise-Desktop Konkurrenz machen soll (siehe Seite 4: "Sun propagiert den Linux-PC"). CEO Scott McNealy versuchte allerdings auf der Konferenz, die Erwartungen an diese Initiative zu dämpfen. Die Kombination aus Intel-Hardware und Open Source solle ähnlich wie das hauseigene Terminal "Sun Ray" primär für Arbeitsplätze mit eingeschränktem Funktionsumfang in Frage kommen. Einnahmen erwartet sich der Sun-Chef in erster Linie durch den Verkauf der dazugehörigen Server-Systeme.

Weit ambitionierter erscheinen indes die Middleware-Aktivitäten der Unix-Company. Nach dem Ende der Iplanet-Kooperation mit AOL vor rund einem halben Jahr zeichnet Sun nun alleine verantwortlich für die ursprünglich von Netscape stammende Server-Software.

Die dafür zuständige Abteilung wurde mit der Java-Gruppe zu einer eigenen Softwareeinheit zusammengeschlossen. Sie soll auf Basis von Solaris und Linux ein komplettes Softwareportfolio für Applikations-, Web- und Collaboration-Dienste zusammenstellen.

McNealy ließ keinen Zweifel daran, dass er seine Position als Anbieter von Unix-Servern ausnutzen werde, um Marktanteile für die "Sun-ONE"-Software zu gewinnen. So gehören zu Solaris 9 eine Basisversion des Java-Applikations-Servers ("Platform Edition"), der LDAP-konforme Verzeichnis- sowie ein Mail-Server. Mittelfristig sollen die meisten dieser Produkte zusammen mit den Unix-Servern ausgeliefert werden.

Der Sun-Chef bemühte die Analogie mit der Automobilindustrie, um dieser Vorgehensweise zur rechtfertigen. So wie kein Käufer sein Auto selbst aus verschiedenen Teilen zusammenbauen müsse, so sollen auch Sun-Kunden von der teuren Integration unterschiedlicher Server-Software befreit werden. An die Adresse von IBM und Bea gerichtet, bestritt er, dass Applikations-Server einen eigenständigen Geschäftszweig repräsentierten: "Java-Applikationen auszuführen ist ein Feature (des Betriebssystems) und keine Industrie." Die beiden Marktführer bei Java-Servern könnten durch die Sun-Strategie unter Druck geraten, weil sie den größten Teil ihrer Software in Ausführungen für Solaris verkaufen.

Mit einem weiteren Projekt unter der Bezeichnung "N1" will Sun sein Konzept von integrierter Hard- und Software betonen. Das ehrgeizige Vorhaben möchte dem firmeneigenen Slogan "The Network is the Computer" Geltung verschaffen, indem es die separaten CPU- und Speicherkapazitäten eines Rechenzentrums zu einer virtuellen Rechen- und Storage-Einheit zusammenfasst. N1 soll Systemverwalter in die Lage versetzen, Anwendungen nicht auf eine bestimmte Maschine zu installieren, sondern einfach in das Rechenzentrum auszubringen. Die Software kann dabei die Applikationen transparent auf die vorhandenen Kapazitäten verteilen. Auf diese Weise sollen die bisher oft schlecht genutzten Server-Ressourcen besser ausgelastet werden. Die Unix-Company will auch mit anderen Herstellern zusammenarbeiten, damit N1 nicht auf Hard- und Software von Sun beschränkt bleibt.