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02.05.2003 - 

Spekulationen über eine Highend-Perspektive mit Linux und 64-Bit-x86-CPUs

Sun wagt Vorstoß ins Supercomputing

MÜNCHEN (CW) - Äußerungen leitender Sun-Manager lassen darauf schließen, dass sich das Unternehmen im High-Performance-Markt gute Chancen ausrechnet und dabei auch Linux sowie 64-Bit-x86-Prozessoren ins Kalkül einbezieht.

Kürzlich hat Sun einen neuen Geschäftsbereich "High Performance Technical Computing" (HPTC) eingerichtet. Das sei nur logisch, erklärt dessen Chef Shahin Khan: "HPC ist Suns DNA." Die kurios anmutende Erklärung hat durchaus einen realen Hintergrund; denn wie der Nachrichtendienst "Computerwire" recherchiert hat, haben etliche leitende Sun-Manager berufliche Ursprünge im Supercomputing.

Khan kommt aus dem Marketing von Floating Point Systems und Cray Research. Der Technologiechef Greg Papadopoulos war einst leitender Systemdesigner bei Thinking Machines. Chief Strategy Officer Mark Tolliver fungierte einmal als Marketing-Leiter bei Maspar, einem von DEC geschluckten Hersteller massiv-paralleler Systeme. Mark Canepa, Chef von Suns Speichergeschäft, betrieb bei HP die Übernahme von Convex, was den Bau der "Superdome"-Unix-Mainframes ermöglichte. Clark Masters, Chef des Unternehmensbereichs Enterprise Systems Group, leitete die Entwicklung der Sparc-basierenden Cray 6400, die Compaq nicht wollte und an Sun abtrat.

Masters sagt heute, im Bereich High Performance Computing (HPC) "machen wir uns ganz gut, aber mit genauerer Fokussierung könnten wir besser sein". Immerhin erzielt Sun mit dem Verkauf von Servern, Workstations, Software und Services im HPC-Markt derzeit rund zwei Milliarden Dollar Umsatz, etwa ein Sechstel der Gesamteinnahmen. Sun betrachtet nach Aussagen von Khan den heutigen HPC-Markt als nicht mehr dominiert von großen Zahlenfressern. Vielmehr entwickelten die industriellen Anwender durch die Modellierung von Geschäftsprozessen, beispielsweise per Data Warehousing, Business Intelligence, Supply-Chain- und Customer-Relationship-Management, zunehmenden Bedarf an Hochleistungssystemen.

Dafür brauche es nach Ausführungen von Khan nicht die Teraflops-Gigantomanie der Number Cruncher. Die Leistungsfähigkeit kleiner und mittelgroßer Cluster reiche aus - und an denen arbeite Sun gerade. Dem ließ Khan eine für Sun-Verhältnisse bemerkenswerte Aussage folgen: "Wir haben natürlich den Aufschwung von Linux in diesem Gebiet wahrgenommen." Während Sun-Chef Scott McNealy Linux nur im Lowend eine Chance zutraut, scheinen Masters und Khan Linux und AMDs neue 64-Bit-Opteron-Prozessoren für HPC-Cluster zu favorisieren. "Sie dürfen demnächst aggressivere und komplette Linux-Lösungen erwarten", erklärt Masters und fügt hinzu, dass künftige Linux-Rechner mit der Cluster-Technik ausgestattet sein würden, die Sun im HPC-Bereich anbietet.

Die Hauptkonkurrenten sieht Masters in IBM und SGI. IBMs Power-4-Prozessoren hätten zwar mit vier Floating-Point-Instruktionen einen doppelt so hohen Durchsatz wie die Ultrasparc-III-CPUs, aber Sun werde gleichziehen, habe außerdem die bessere I/O-Bandbreite und nutze höhere Speicherkapazitäten. Beides sind wichtige technische Eigenschaften im High Performance Computing. Der langjährige HPC-Marktführer SGI hingegen könne bei den hohen Entwicklungsaufwendungen nicht mithalten, was die Chancen von Sun verbessere. (ls)