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23.07.2004 - 

Öffnet der Anbieter das Java Enterprise System?

Sun weitet Open-Source-Pläne aus

MÜNCHEN (CW) - Nachdem Sun Microsystems angekündigt hatte, den Sourcecode des Unix-Betriebssystems "Solaris" freizugeben, könnte der Hersteller nun auch das "Java Enterprise System" öffnen. Eine definitive Entscheidung hat das Unternehmen allerdings noch nicht gefällt.

Der für die Infrastrukturplattform Java Enterprise System verantwortliche Manager Stephen Borcich sprach von Überlegungen seines Unternehmens, den Quellcode als Open Source freizugeben. Unter dem Label Java Enterprise System fasst der Hersteller verschiedene Server-Produkte zusammen, die auf einem J2EE-Applikations-Server laufen. Dazu zählen Portalprogramme, Lösungen zum Absichern von Fernzugriffen, Benutzerauthentifizierung, Verzeichnis-Server sowie E-Mail- und Kalenderfunktionen. Unternehmen erhalten das Java-System gegen eine jährliche Lizenzgebühr von 100 Dollar pro Mitarbeiter. Zu dem Grundsystem bietet das Unternehmen optionale Lösungen an, etwa zur Anwendungsintegration.

Der kalifornische Hersteller wäre allerdings beileibe nicht der erste Anbieter einer J2EE-konformen Open-Source-Plattform. So stellt Jboss seine J2EE-Implementierung Anwendern schon lange gemäß den Bestimmungen der "GNU General Public Licence" bereit, und bei der Apache Software Foundation entsteht derzeit mit "Geronimo" ein weiterer quelloffener Server dieser Kategorie.

Schon seit Jahren bemüht sich Sun, ein vom schleppenden Hardwaregeschäft unabhängiges Standbein mit Java-Software zu schaffen. Von der Freigabe der Programmzeilen des Java Enterprise System verspricht sich das kalifornische Unternehmen, seine vergleichsweise geringen Marktanteile im Geschäft mit Java-Servern auszubauen. Wer erst einmal einen Sun-Server betreibt, kauft möglicherweise weitere Bausteine des Java Enterprise System hinzu, so die Hoffnungen. Ferner sollen so unabhängige Entwickler dazu ermuntert werden, eigene Software für die Sun-Plattform zu schreiben. Das Segment für J2EE-Server beherrschen IBM und Bea, beide vertreiben kommerzielle Java-Applikations-Server. Großer Beliebtheit erfreut sich ferner der Open-Source-Server von Jboss.

Um die Gunst von Softwareentwicklern zu gewinnen, hatte Sun unlängst Open-Source-Aktivitäten begonnen. So gab die Firma ein Java-basierendes 3D-Benutzer-Interface namens "Looking Glass" frei.

Der Java-Erfinder Sun sieht sich mit massiven Forderungen von IBM und Bea nach einer Öffnung der Programmier- und Ablaufumgebung konfrontiert. Bea legte Sun unlängst nahe, die Java 2 Standard Edition (J2SE) sowie die dazugehörigen Testwerkzeuge zu öffnen. Suns Softwareguru James Gosling, einer der Väter der Java-Technik, lehnt diese Wünsche mit der Begründung ab, eine Öffnung des Sourcecodes würde zu einer Fragmentierung der Sprache führen, und verweist dabei gern auf die historischen Probleme mit Unix, die in dem Open-Source-Betriebssystem Linux weiterlebten: Viele Anwendungen seien nicht über alle Linux-Varianten hinweg portabel, weil es zwischen diesen Architekturunterschiede gebe. Eine ähnliche Entwicklung befürchtet Gosling im Java-Umfeld im Falle einer Open-Source-Freigabe. (fn)