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26.07.2002 - 

Wettbewerb mit Microsoft verschärft sich

Sun will Liberty Alliance in Java einbetten

MÜNCHEN (fn) - Nachdem die von Sun gegründete Liberty Alliance die Spezifikation für ein föderatives Single-Sign-on veröffentlicht hat, meldeten sich verschiedene IT-Hersteller zu Wort. Während einige Anbieter ankündigten, die Technik in ihre Produkte zu integrieren, reagierten andere eher verhalten bis ablehnend.

Nach Veröffentlichung der Spezifikation "Liberty Alliance 1.0" stellte Sun unter dem Label "Sun One Platform for Network Identity" ein Paket von Hard- und Softwareprodukten vor, mit dem Firmen Single-Sign-on-Systeme für Internet-Applikationen und Netzdienste einrichten und verwalten können. Die Lösung besteht unter anderem aus den Softwareprodukten "Identity Server 6.0", dem "Directory Server 5.2" sowie dem Server "Sun Fire 280R". Der Hersteller plant, das Liberty-Verfahren auch in den hauseigenen "Portal Server" einzubinden.

Darüber hinaus erwägt Sun, die Liberty-Spezifikation in die kommenden Java-Versionen einzubringen. Hierüber müsste der Java Community Process (JCP) befinden, ein Gremium, das die Entwicklung der Programmiersprache und Ablaufumgebung fortführt. Doch hier regt sich Widerstand durch das JCP-Mitglied IBM. Nach Ansicht des Konzerns soll die Liberty Alliance ihre Entwicklung an ein unabhängiges Standardisierungsgremium wie etwa die Organization für the Advancement of Structured Information Standards (Oasis) übergeben. Sowohl IBM als auch Microsoft blieben dem Liberty-Club bisher fern. Zwischen beiden Firmen und Sun gibt es Unstimmigkeiten, da der Unix-Anbieter der Web Services Interoperability Organization (WS-I) bisher nicht beigetreten ist.

Zudem bietet der Softwarekonzern mit "Passport" einen eigenen Single-Sign-on-Service für Websites. Sun gründete die Liberty Alliance als Antwort auf Passport, das anfangs als zentrale Datenbank für Online-Identitäten konzipiert war. Dennoch schrieb sich die Organisation auf die Fahnen, offen für alle zu sein und hielt auch Microsoft die Tür offen. Nach heftiger Kritik von Datenschützern versucht die Windows-Company unter dem Markennamen Passport Dienste beziehungsweise Tools für Firmen zu vermarkten, die damit Login-Systeme einrichten und in Eigenregie betreiben können. Damit steht Microsofts Passport nun in direktem Wettbewerb mit der nun vorgestellten Sun One Platform for Network Identity.

Oracle und Bea, zwei weitere wichtige Player im Java-Umfeld, haben sich noch nicht zu Liberty geäußert. Viele Hersteller, die wie Sun Liberty-Mitglieder sind, wollen die Login-Schnittstelle in ihre Produkte einfließen lassen. So hat der Netzwerkspezialist Novell eine Liberty-konforme Identity-Management-Lösung vorgestellt. Das künftige Produkt mit dem Codenamen "Saturn" erlaubt den Austausch von Benutzeridentitäten zwischen Websites und soll Ende dieses Jahres auf den Markt kommen. Saturn kombiniert Novells Verzeichnislösung "E-Directory" mit dem Web-Single-Sign-on-Produkt "Ichain". Entrust, Hersteller von Internet-Sicherheitsprodukten, hat sich vorgenommen, die Spezifikation in die Single-Sign-on-Software "Getaccess" zu integrieren. Auch Entrusts Konkurrent RSA Security möchte die eigenen Erzeugnisse zum Liberty-Standard kompatibel machen, wie beispielsweise das Web-Authentifizierungswerkzeug "Cleartrust". Ferner möchte der Hersteller Anfang kommenden Jahres ein SAML-Toolkit auf den Markt bringen. Die Security Assertion Markup Language ist die technische Grundlage der Liberty Alliance.