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Thin Client, die Zweite


17.09.1999 - 

Sun will mit Sun Ray den PC ablösen

MÜNCHEN (CW) - Sun Microsystems hat mit "Sun Ray 1" nach der glücklosen "Javastation" den zweiten Versuch gestartet, mit einem Thin Client den PC überflüssig zu machen. Die Kosten für Wartung und Software-Aktualisierungen sollen sich dadurch senken lassen.

Interessant scheint das Angebot besonders für Unternehmen wie etwa Call-Center oder Helpdesks, in denen viele Anwender gleiche oder ähnliche Funktionen ausführen und wenig Bedarf an persönlichen PC-basierten Lösungen haben. Herzstück von Sun Ray ist ein kleines Kästchen, in dessen Innern ein mit 99 Megahertz getakteter "Ultrasparc-IIep"-Prozessor mit 8 MB Hauptspeicher und ein Grafikchip stecken, der eine 2D-Darstellung mit 1280 x 1024 Bildpunkten ermöglicht. Zur Anbindung ans Netz gibt es einen 10/100Base-T-Ethernet-Adapter, für die Peripherie sind vier Universal-Serial-Bus-(USB-)Anschlüsse vorhanden. Daneben existiert ein Smartcard-Leser, über den sich jeder Benutzer mit seinem persönlichen Profil am Netz anmelden kann. Im Gegensatz zu anderen Thin Clients wie Network Computer, Net PCs und Javastations verfügt Sun Ray über kein eigenes Betriebssystem. Client-seitig finden lediglich die Grafikausgabe und mittels Maus und Tastatur die Interaktion mit dem Benutzer statt - ein richtig dummes Terminal also.

Ohne den Server kann Sun Ray demnach nicht existieren. Die zugehörigen Softwarekomponenten heißen "Hotdesk" und "Sun Ray Server" und sind vorerst nur für Sparc-Server unter Solaris 2.6 oder Solaris 7 verfügbar. Sie können neben dem hauseigenen Betriebssystem auch Anwendungen einbinden, die auf anderen Plattformen (NT, Unix inklusive Linux, Mainframe) gehalten werden. Als Übertragungsprotokolle stehen dazu Citrix'' "ICA" (Independent Computing Architecture) und "Metaframe", Microsofts "TSE", X11 X-Windows sowie 3270- oder 5250-Techniken zur Verfügung. Laut Empfehlungen des Herstellers sollten pro aktive Sun-Ray-Arbeitsstation 64 MB Arbeitsspeicher auf dem Server eingeplant werden.

Das Gerät kostet ohne Bildschirm rund 499 Dollar. Sun bietet interessierten Kunden darüber hinaus eine Leasing-Option: Wer fünf Jahre lang zehn Dollar monatlich hinblättert, kann das Gerät am Schluß für einen Dollar erwerben. Anwender, die 30 Dollar im Monat bezahlen, bekommen den passenden Server samt Software, die Büroanwendungen Star Office, Installation, Service sowie Support mit dazu. Hier will Sun wohl auch auf seine Kosten kommen: "Service- und Supportverträge sind es, womit wir unser Geld machen möchten", erklärte Suns President und Chief Operating Officer (COO) Ed Zander. Die Fachwelt hat den zweiten Thin-Client-Vorstoß ebenso positiv aufgenommen wie die Wallstreet, wo der Kurs der McNealy-Company auf den historischen Höchstwert von über 87 Dollar kletterte. Rob Enderle, Analyst von der Giga Group, hält Sun Ray für attraktiv: "Sun ist diesmal ein überzeugendes Angebot für spezifische Einsatzzwecke gelungen. Sie werden vor allem diejenigen für sich gewinnen, die nicht länger eine ,Microsoft-Steuer'' zahlen wollen.