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21.05.1993 - 

Multiprozessor-Familie erweitert

Suns Serverprodukte machen mit Windows-Unterstuetzung gute Figur

Der Sparcserver 1000 - Codename Scorpion - soll ab Ende Mai 1993 zur Auslieferung gelangen und in einer Basisvariante etwa 110 000 Mark kosten. Wie Produkt-Manager Donatus Schmid ferner mitteilte, liefert Sun die Wabi-Schnittstelle kostenlos mit Solaris aus - allerdings nur mit Version 2.2. Dies gilt sowohl fuer die Intel- als auch die Sparc-Version des Sun-Betriebssystems. Kunden, die Solaris 2.2 jetzt bestellen, erhalten einen Gutschein, der bis Dezember 1993 zum unentgeltlichen Bezug der Wabi-Software berechtigt.

Mit der Windows-Schnittstelle koennen Anwender auf Sparc-Systemen laut Sun nun die Windows-Applikationen von Lotus, also die Tabellenkalkulation 1-2-3 und das Textverarbeitungs-Programm Ami-Pro verarbeiten. Von Microsoft stehen Word, Excel, Powerpoint und Project zur Verfuegung. Auch Wordperfect, Harvard Graphics, Pagemaker, die Kommunikationsapplikation Procomm Plus, Coral Draw, Paradox und der gesamte Satz an Windows-3.1-Accessoires haben laut Sun freie Fahrt auf Sparc-RISC-Rechnern.

Sun gab ferner ein Marketing- und Entwicklungsabkommen mit der Banyan Systems Inc. bekannt. Vines soll nach dieser Uebereinkunft auf Solaris portiert werden. Ein aehnliches Abkommen hat schon HewlettPackard (HP) mit dem Netzbetriebssystem-Entwickler geschlossen. Auch die IBM duerfte in Kuerze mit einer solchen Zusammenarbeit an die Oeffentlichkeit treten. Mit dem Sparcserver 1000 zielt Sun zum einen auf HPs Business Server der HP9000-Serie-800 und hier die Modellreihen G,H und I, die unter dem Unix-Derivat HP/UX laufen und mit PA-RISC- Prozessoren bestueckt werden.

Allerdings muss man einschraenkend hinzufuegen, dass HP diese Server bislang nur mit einer PA/RISC-CPU ausstattet. Lediglich die viel teureren Business-Systeme der 890-Reihe sind auch als Zwei-, Drei- und Vier-Wege-Maschinen ausgelegt.

Genau darauf zielt allerdings Suns Argumentation: Hohe Systemleistung zum guenstigen Preis.

Zum anderen nimmt es die Company von Andreas von Bechtolsheim erklaertermassen mit Digitals Alpha-Rechnern der Modellgruppen 3000- 400 sowie 3000-500 beziehungsweise 4000-600 auf.

Fairerweise muss auch bei einem Vergleich dieser Systeme gesagt werden, dass es sich bei den DEC-Systemen lediglich um Einprozessor-Maschinen (Modell 4000-600 maximal zwei CPUs) mit kleineren Arbeitsspeicher-Kapazitaeten (bis maximal 1 GB) handelt. Diese DEC-Rechner kosten in der Server-Version bis zu 110 000 Mark.

Mehr-CPU-Modelle aus Intel-Lager sind interessant

Vergleichbar waere eher der High-end-Server 7000-600 mit bis zu sechs Alpha-RISC-CPUs und maximal 14 GB Arbeitsspeicher. Dessen Preisgefuege ist zwischen 400 000 und 550 000 Mark anzusetzen, was preislich in etwa der hoechsten Ausbaustufe des Sparcserver 1000 entspricht.

IBMs Powerserver-Modell 570 eignet sich ebenfalls nicht gut zu einem Vergleich, da es sich auch hier nicht um ein Multiprozessor- System handelt - eine Technologie, die Sun schon mit dem im November 1992 erstmals vorgestellten Sparccenter 2000 (maximal 20 CPUs) postulierte und nun mit dem kleineren Modell forciert.

Interessant ist hingegen das Angebot der Anbieter aus dem Intel- Lager: Hier sind vor allem Sequent und Pyramid mit ihren Multiprozessor-Rechnern zu nennen (vgl. auch CW Nr. 20 vom 14. Mai 1993, Seite 17: "Sequent setzt mit ...").

Fuer Sun spricht die Preisgestaltung

Auch Wyse weist in diesem Marktsegment Staerken auf. Allen gemeinsam ist das Argument, unter Intels Dach eine Unzahl weitverbreiteter DOS- und Windows-Anwendungen anbieten zu koennen. Mit Pentium-Chips ausgestattet, reichen die Intel-Systeme zudem in Leistungsbereiche, bei denen selbst das RISC-Lager durchaus ins Gruebeln kommen duerfte.

Der Sparcserver wird mit Solaris 2.2 ausgeliefert, das symmetrisches Multiprozessing und Multithreading unterstuetzt. Sun bruestet sich mit in der Tat exzellenten Specrate-Werten (siehe Tabelle), die momentan nur durch die Challenge-8- und 12- Prozessor-Server von Silicon Graphics ueberboten werden.

Das Systemgehaeuse kann maximal vier Systemboards fassen. Jede Karte integriert bis zu zwei CPUs, 512 MB Arbeitsspeicher, drei S- Bus-Steckplaetze, einen Thinwire-Ethernet-Anschluss, eine SCSI-2- sowie zwei serielle Schnittstellen.

Alternativ zu System- lassen sich auch Disk-Boards einbauen. Auf diesen brachte Sun vier 3,5-Zoll-Plattenlaufwerke (535 MB) unter. Standard ist beim Sparcserver 1000 jetzt auch ein CD-ROM-Laufwerk, optional gibt es zudem ein DAT-Bandspeicher-System.

In einer Maximalkonfiguration mit acht CPUs, 512 MB Arbeitsspeicher, vier 535-MB-Festplatten, dem CD-ROM-Laufwerk sowie einem DAT-Speicher kostet der Sparcserver 1000 knapp 485 000 Mark.