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Mit der Cyber 205 zielt Control Data auf den Cray-1 -Markt:

Superding immer noch zu langum

13.06.1980

BERLIN (rs) -"Wann kommt endlich ein schneller Rechner auf den Markt?", witzelte Dr. Ludwig Hoffmann, Leiter der Datenverarbeitung @des Secwetteramtes Hamburg, bei der Ankündigung der Cyber 205 von Control Data. Für eine Wettervorhersage, die die bisher noch vernachlässigten Parameter mit einbezieht, reiche auch das neue System noch nicht aus. Hans Barthelme jedoch, Leiter der CDC-Zentralabteilung Marketing, nannte das teuerste Cyber-Famillenmitglied "den leistungsfähigsten Supercomputer der Welt".

Das neue Modell der Control Data, die Cyber 205, ist der Na@hfolger der vor rund einem Jahr angekündigten Cyber 203. Informationen aus den USA zufolge ist dort eine 203E bekannt, die mit der in Berlin vorgestellten 205 identisch sein soll. Gegenüber der 203 ist auch der Vektorteil in LSI-Technologie aufgebaut, was die Taktzeiten auf 20 Nanosekunden von bisher 40 Nanosekunden verkürzt. Das führt zu einer Verkürzung der Instruktionszeiten. So erfordert die Multiplikation noch 52+n/2 Taktzeiten (n ist die Vektorlänge) statt bisher 150+n Taktzeiten.

Üblicherweise arbeitet die 205 wie auch die konkurrierende Cray-1 mit 64-Bit-Worten. Sie kann jedoch auch in Halbwortgenauigkeit rechnen. Mit vier Pipelines in der maximalen Ausbaustufe - gegenüber zwei Pipelines bei der 203 - und einer speziellen "Link"- Instruktion kann die 205 theoretisch 800 Millionen 32-Bit-Resultate produzieren. Allerdings räumt auch Dr. Gerhard Schäfer, CDC-Systemberater Großrechensysteme, ein, daß diese Leistung in der Praxis nicht zu erreichen ist. Zuviel schon hänge von der Programmierung ab.

Anwendungsbeispiele von Superrechnern wurden in zwei Vorträgen aufgezeigt. Zur Zeit, so führte Hoffmann aus, benötigt ein,Rechner, bei einer Leistung von 0,8 Millionen Operationen pro Sekunde, für eine 24-Stunden-Wettervorhersage rund 1 1/4 Stunden. Verbessere man das zugrunde gelegte Modell nur geringfügig, erhöhe sich der Rechenaufwand auf das 25fache. Für Langfrist- und Khmamodeäe seien auch die zur Zeit schnellsten Computer noch zu langsam.

Manfred Morawe, Leiter Betriebssystemsoftware der Prakla-Seismos GmbH, Hannover, betonte die Bedeutung schneller Rechner für die Seismik. Die Gesellschaft befaßt sich mit geophysikalischen Meßmethoden zur Erforschung von Lagerstätten. Bislang könnten bei der Suche nach Rohstofflagerstätten nur ungenaue Angaben gemacht werden. Jede zehnte Erdölbohrung beispielsweise werde nur fündig. Bei verbesserten Auswerteverfahren seien erheblich mehr Daten als bisher, zu verarbeiten, wofür noch schnellere Rechner als die auf dem Markt befindlichen notwendig seien. Mit der Entwicklung der Rechentechnik befaßte sich der Vortrag von Professor Gerhard Seegmüller, Vorsitzender des Direktoriums des Leibnizrechenzentrums, München. Als allgemeine Tendenz nannte er eine stärkere Betonung der Aufgabenteilung. Es werde mehr Leistungssteigerung "oben" und mehr Funktionalität beim Benutzer geben.