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10.11.1995

Superserver statt Mainframes/Unix-Server erobern die Rechenzentren Offene Systeme uebertreffen den Leistungsstand von Mainframes

Von Georg Hermann*

Im Laufe eines Einsatzes ueber Jahrzehnte haben sich die Zuverlaessigkeit, die Verfuegbarkeit und die Sicherheit von grossrechnerzentrierten Umgebungen kontinuierlich verbessert. Sie haben einen hohen Stand erreicht, und der Anwender wird sich kuenftig keineswegs mit weniger zufriedengeben. Hewlett-Packard ist davon ueberzeugt, dass sich in offenen Systemumgebungen diese von Mainframes gesetzten Standards nicht nur erreichen, sondern sogar uebertreffen lassen.

Die wesentlichen Voraussetzungen dafuer sind Leistung und Skalierbarkeit, Investitionsschutz, Zuverlaessigkeit und Verfuegbarkeit der Systeme, Kommunikationsfaehigkeit und Interoperabilitaet, Verfuegbarkeit einer vollstaendigen Software- Umgebung, unternehmensweites System-, Netzwerk- und Applikations- Management sowie Dienstleistungen und Support fuer alle Funktionsaspekte des Rechenzentrums.

Betrieblicher Nutzen entscheidet ueber Technik

Erfolgreiche Mainframe-Abloesungen zeichnen sich jedoch immer auch dadurch aus, dass die Technologie nie Selbstzweck ist, sondern einen unmittelbaren und messbaren betrieblichen Nutzen erbringt. In den meisten Faellen geht es dabei um eine Verbesserung des Dienstes am Kunden, entweder durch eine Beschleunigung von Geschaeftsprozessen oder durch Verbesserung der gebotenen Qualitaet. In anderen Faellen steht Kosteneffizienz im Vordergrund. Gute Technologien allein garantieren kein erfolgreiches Ergebnis; sie muessen auch richtig angewendet werden.

Bei Konzernen mit vielen tausend Mitarbeitern und zahlreichen - unter Umstaenden ueber den gesamten Globus verteilten - Konzerngesellschaften, Werken, Niederlassungen und Zweigstellen kann die Abloesung von proprietaeren Systemen keine Angelegenheit von Wochen sein. Es ist ein Prozess, der sich ueber viele Jahre hinziehen kann.

Dabei muessen der Mainframe oder auch das Midrange-System nicht zwangslaeufig ganz von der Bildflaeche verschwinden. Zwar uebernimmt der Grossrechner nur selten die ihm gelegentlich zugedachte Rolle des Datenbank-Servers, aber in konzernweiten Infrastrukturen werden Mainframes und Midrange-Systeme noch lange Zeit vorzufinden sein. Dementsprechend sind sie einzubinden und zu managen.

Die unternehmensweite Informationsverarbeitung benoetigt Server- Systeme, die nicht nur eine den abzuloesenden Mainframes adaequate Leistung bereitstellen, sondern auch eine ganze Reihe weitere Anforderungen erfuellen.

Basis der Client-Server-Architektur von Hewlett-Packard ist die Server-Familie HP 9000, Serie 800, unter dem Unix-Betriebssystem HP-UX. In den drei Jahren seit ihrer Markteinfuehrung haben die Corporate-Business-Server HP 9000, Serie 800, unter HP-UX Eingang in weit mehr als 1000 Rechenzentren gefunden.

Das Modellangebot deckt das gesamte Einsatzspektrum vom Arbeitsgruppen- ueber den Abteilungs- und den Applikations-Server in mehrstufigen Client-Server-Konzepten bis hin zum RZ-Server der Mainframe-Klasse ab.

Alle Modelle basieren auf einer einheitlichen Rechnerarchitektur und einer einheitlichen Prozessorfamilie, den PA-RISC-Prozessoren (Precision Architecture-RISC). Sie sind miteinander objektcodekompatibel und verfuegen ueber eine einheitliche I/O- Architektur, so dass alle Modelle die gleichen Peripheriegeraete verwenden koennen.

Der groesste derzeit von Hewlett-Packard verfuegbare Server, HP 9000, Modell T520, laeuft unter HP-UX 10.0 und ist fuer die kommende 64- Bit-Generation der PA-RISC-Prozessoren vorbereitet. Dabei erfolgt die Aufruestung - wie bei Hewlett-Packard generell ueblich - durch Austausch der Prozessorplatine.

Sollte ein Server HP 9000 T520 auch mit dem Vollausbau auf zwoelf Prozessoren den Leistungsanforderungen nicht genuegen, bieten sich Cluster-Konfigurationen aus mehreren Servern der High-end-Familie Klasse T oder der Midrange-Modelle der K-Klasse an. Derzeit lassen sich bis zu 38 Zwoelfprozessor-Systeme als einzelner Parallel- Server konfigurieren. Darueber hinaus sind hochparallele Systeme mit bis zu 128 PA-RISC-Prozessoren verfuegbar. Diese sind bisher noch fuer technisch-wissenschaftliche Aufgaben optimiert, lassen sich kuenftig aber auch fuer extreme Anforderungen in der Online- Transaktionsverarbeitung einsetzen.

Server-Systeme fuer Full-time-Jobs

Viele Rechenzentrumsapplikationen sind anwendungskritisch, und zahlreiche Rechenzentren sind rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr in Betrieb. HPs Loesungspalette reicht von Einzelsystemen bis hin zu Umgebungen mit hundertprozentiger Verfuegbarkeit. Dazu gehoeren die Cluster-Loesung "HP MC/Service-Guard" zur Reduzierung der Ausfallzeiten durch Hardware- oder Softwarefehler, ein journalorientiertes Dateisystem, neue hochverfuegbare Disk-Arrays, ein verbesserter Logical-Volume-Manager, ein Dienstprogramm zur Vermeidung von Systemunterbrechungen durch Pflegearbeiten am Dateisystem sowie die HP-UX-Memory-Page-Deallocation.

HPs Netzwerkloesungen ermoeglichen sowohl die Kommunikation zwischen offenen Systemen und Mainframes als auch die Desktop-Integration. Das umfasst Techniken wie Ethertwist, Ethernet, Token Ring und FDDI/CDDI sowie neue Hochgeschwindigkeits-Loesungen wie 100-MB-VG- Anylan. Zu den Loesungen fuer den WAN-Bereich zaehlen X.25, ISDN und serielle Kanaele. Die HP-9000-Plattform unterstuetzt die Transportprotokolle TCP/IP, OSI, SPX/IPX und SNA.

Auf diesen Verbindungs- und Transportschichten setzt eine Palette von Kommunikationsdiensten fuer die HP 9000 auf, die sich folgendermassen gliedern laesst:

- Offene Systemkommunikation einschliesslich von TCP/IP-, DCE-, NFS/ONC- und OSI-Diensten.

- Desktop-Integration einschliesslich marktfuehrender Netzwerk- Betriebssysteme fuer die Integration von PCs, darunter Novell Netware, Microsoft LAN Manager und Banyan Vines. Die Integration von Unix-Clients wird mittels NFS und DCE/DFS erreicht.

- Mainframe-Kommunikation, der Schluessel fuer einen erfolgreichen Uebergang von alten Mainframe-Umgebungen zu Unix-Rechenzentren: Die HP-9000-Plattform bietet fuer IBM-Connectivity ein breites Loesungsangebot. Beinahe jede Form der Koexistenz mit IBM- Mainframe-Umgebungen wird unterstuetzt. HP pflegt ausserdem Kooperationen, um auch mit vielen anderen proprietaeren Systemen volle Kommunikationsfaehigkeit zu erreichen.

Verteilte Umgebungen muessen sich ferner unter einem unternehmensweiten IT-Management wie ein einziges virtuelles System verwalten lassen. Die Management-Architektur HP-Openview stellt die integrative Plattform fuer die Realisierung einer derartigen Umgebung bereit. Openview umfasst neben Loesungen von HP mehr als 200 Management-Applikationen.

Fuer den Betrieb von Unix-Rechenzentren stellen HP und sein Partner Loesungen unter anderem bereit fuer das Management von Speicher, Performance, Jobs, Druckern, Konsole, Verfuegbarkeit und Problemen sowie fuer die Sicherheitsueberwachung. Der Administration der IT- Umgebungen dienen Loesungen fuer Konfigurations- und Aenderungs- Management, Softwaredistribution, Netzkonfiguration und - Management, Sicherheits- und Benutzer-Management sowie Abrechnung.

Die HP-9000-Plattform bietet Software- und Middleware-Umgebungen, die alle RZ-Applikationen abdecken:

- Komplette Anwendungs-Entwicklungsumgebungen unter anderem fuer MF/Cobol, C, C++, HP Distributed Smalltalk und 4GLs. HPs Plattform Softbench gewaehrleistet die Integration von HP- und Partnerprodukten in einer konsistenten Entwicklungsumgebung.

- Online-Transaktionsverarbeitung einschliesslich fuehrender Transaktionsmonitore wie Encina und CICS.

- File-Server, die PC- und Unix-Workstation-Clients die gemeinsame Nutzung von Dateien und diversen Peripheriegeraeten ermoeglichen.

- Data-Warehouse-Technologie: HP hat die Architektur "Intelligent Data Warehousing" entwickelt, bietet Partnerloesungen dazu an und unterstuetzt die Implementierung durch die Bereitstellung von Methodiken und Dienstleistungen.

- Die Messaging-Loesungen von Hewlett-Packard gewaehrleisten hohe Verfuegbarkeit der Nachrichtendaten, bieten Sicherheits- und Recovery-Mechanismen, Management-Loesungen und ermoeglichen die Integration von Mail-Systemen auf unterschiedlichen Servern.

- DCE-Dienste, die das Fundament fuer Client-Server-Computing bilden: HPs DCE-Dienste umfassen Remote Procedure Calls (RPCs), ein verteiltes Dateisystem, Verzeichnis-, Sicherheits- und Zeitdienste sowie die Unterstuetzung von Threads. OODCE erweitert DCE um C++-Klassenbibliotheken, waehrend Corba

(auf DCE basierend) Unterstuetzung fuer verteilte Objekte in einer "Multivendor"-Umgebung aus Systemen verschiedener Hersteller bietet.

Hewlett-Packard unterstuetzt die fuehrenden Datenbanksysteme wie Informix, Ingres, Oracle und Sybase. Mit den Herstellern dieser Datenbanksysteme bestehen strategische Partnerschaften, die sich bis hin zur Gemeinschaftsentwicklung und Feinabstimmung von Datenbanken und HP-Computerplattform erstrecken. Fuer das Einsatzumfeld Rechenzentrum sind dabei alle Aktivitaeten von besonderer Bedeutung, die sich auf parallel arbeitende Datenbanken beziehen.

HP bietet eine Palette an Beratungs-, Schulungs- und Supportdienstleistungen fuer Unix-Rechenzentren an. Zu den Dienstleistungen gehoeren Implementierungs- und Migrationsdienste, RZ-Support etc.

Services jenseits von Hard- und Software

Die Implementierungs- und Migrationsdienste fuer Rechenzentren sind einerseits auf einen reibungslosen Uebergang zu offenen Systemen ausgerichtet und widmen sich andererseits den administrativen und organisatorischen Auswirkungen von Veraenderungen. HP bietet hier ein breites Angebot an Dienstleistungen fuer Transition, Implementierung, Systemintegration (auch in Partnerschaften mit fuehrenden Systemintegratoren), Informationsintegration, Netzwerkberatung, Netz- und System-Management, Helpdesk-Beratung und -Implementierung, Installation sowie Finanzierung.

Des weiteren bietet HP auch Dienste im Rahmen des selektiven Outsourcings an, die vom Management von Standardapplikationen bis hin zur Realisierung "intelligenter Immobilien" reichen. HP beraet und plant Massnahmen fuer die Schadensminimierung bei Notfaellen und Katastrophen sowie beim Wiederanlaufen danach. Datenrettungsdienste und mobile temporaere Rechenzentren mit Systemperipherie und Netzwerkanschluss sorgen dafuer, dass der Kunde seinen Geschaeftsbetrieb rasch wieder aufnehmen kann.

Diese Supportdienstleistungen beziehen sich nicht nur auf HP- Produkte. Der Multivendor-Support unterstuetzt ausgewaehlte Systeme, Netzwerke und Software von verschiedenen Herstellern. Gegenwaertig werden Produkte von mehr als 150 Anbietern einbezogen.

*Georg Hermann ist Leiter Vertriebs-Marketing Computersysteme Deutschland und Schweiz bei der Hewlett-Packard GmbH in Boeblingen.