Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

26.06.1992 - 

Unix-Software ohne Modifikation lauffähig

Superserver von Cray Research basiert auf Sparc-Prozessoren

EAGAN/MÜNCHEN (CW) - Supercomputer nähern sich der Unix-Welt an. So bringt die Cray Research Superservers Inc. (CRS) mit dem "Cray S-MP"-System einen Sparc-basierten Superserver heraus, der als Brücke zwischen Unix-Systemen und den Cray-Supercomputern fungieren kann.

Die Übernahme von Floating Point Systems (FPS) durch Cray Research zeigt Auswirkungen: Mit dem S-MP-System von CRS kommt die hundertprozentige Cray-Tochter, die nach der Akquisition des Transputer-Pioniers und Supercomputer-Herstellers aus Beaverton gegründet wurde, mit ihrem ersten Produkt auf den Markt. Die S-MP-Serie basiert auf dem Rechnersystem "500", das Floating Point Systems 1991 vorstellte.

Die Cray-Maschine arbeitet wie das FPS-System mit Sparc-CPUs und läßt sich CRS zufolge in heterogene Umgebungen mit unterschiedlichen Prozessortypen integrieren. Je nach Bedarf könne das Gerät mit rein skalaren, skalaren und vektoriellen, skalaren und parallelen oder mit einer Kombination aus skalaren, vektoriellen und parallelen CPUs konfiguriert werden.

Mit acht Sparc-Skalar-Prozessoren erreicht das System laut Hersteller bei einer Taktrate von 15 Nanosekunden eine Leistung von 533 MIPS. Alternativ seien auch zwei Vektor-Prozessoren sowie zwei Attached-Parallel-CPUs möglich. In der Maximalausstattung verfügt das Modell über vier Sparc-Skalar-Prozessoren, zwei Vektor-CPUs sowie zwei Attached-Parallel-Prozessoren (APPs). Die Vorteile der APPs kämen besonders zum Vorschein, wenn ganze Aufgabenstellungen oder Teilprobleme mit hoher Parallelität zu lösen seien. Die theoretische Spitzenleistung soll in dieser Konfiguration 6,4 Gflops betragen.

Der Cray-Rechner arbeitet mit dem Unix-basierten Betriebssystem CRS-OS, einer um Multiprozessor-Fähigkeiten erweiterten Implementation von Sun-OS. Laut CRS handelt es sich bei diesen Erweiterungen um Funktionen, die Parallel-Processing, symmetrisches Multiprocessing und Vektor- sowie Parallelvektor-Processing unterstützen.

Das leistunsstärkste Sparc-System der Welt

Zum Lieferumfang gehört ein einheitliches Compiling-System, das Fortran-77- und ANSI-C-Programme rein skalar übersetzen oder automatisch vektorisieren und parallelisieren kann, um die Vektor- und AP-Prozessoren optimal zu nutzen.

Wie Cray Research erwähnt, ist das Unternehmen der Herstellervereinigung Sparc International Industry Group beigetreten. Die 200 Mitglieder der Organisation haben die Sparc-Compliance-Definition (SDC) verabschiedet, um so zu erreichen, daß die Sparc-Produkte binärkompatibel werden. Den Informationen zufolge erfüllen die S-MP-Server die SDC-Vorgaben. Daher sollen auf den Rechnern bis zu 3500 verfügbare Sparc-Anwendungen ohne Modifikationen lauffähig sein.

Entwicklungsziel sei gewesen, äußert Martin Buchanan, daß sich das Cray-S-MP-System zusammen mit Sparc-basierten Workstations und anderen Computerressourcen in verteilte Netze einbinden lasse. Der General Manager von CRS weiter: "Der Superserver kann dort unter anderem als Brücke zwischen Sparc-Rechnern und großen Cray-Superrechnern fungieren." Zudem habe der Anwender die Möglichkeit, den Computer für Applikationen einzusetzen, die gängige Workstations und Server nicht bewältigen.

Bei dem neuen Cray-Produkt handelt es sich um das leistungsfähigste Sparc-System der Welt, behauptet das Unternehmen. Als Fileserver betrage die Speicherkapazität des Rechners rund 1 TB. Besonders geeignet sei das S-MP-System für Anwendungen der Finite-Elemente-Methode, Signalverarbeitung, Strukturanalyse, E-CAD, Massendaten-Verwaltung und verteilte grafische Darstellung. Die Preise beginnen bei 500000 Dollar. Bisher gingen neun Bestellungen für den neuen Cray-Rechner ein, meldet der Hersteller. Die größte Konfiguration geht laut Buchanan an das National Institute of Genetics in Japan. Der Rechner soll dort für die Genforschung eingesetzt werden. Die Anwender der 60 installierten FPS-500-Systeme sind durch die Übernahme von Floating Point Systems offenbar in keine Sackgasse geraten. CRS betreut die Rechner weiter und erklärt, daß für viele dieser Geräte die Möglichkeit bestehe, sie zu Cray-S-MP-Superservern aufzurüsten.