Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

08.10.1999 - 

Messe-Rundgang: Bedarf, Bestände und Kapazitäten austauschen

Supply-Chain-Management auf der Systems: Kommunikation ist das A und O

MÜNCHEN (CW) - Die Anbieter von ERP- und PPS-Paketen arbeiten intensiv an der Verbesserung von Planungs- und Kommunikationsfähigkeiten ihrer Systeme. Dabei überwiegen die Anstrengungen, den Datenaustausch zwischen kooperierenden Firmen auszubauen. Lösungen für komplexe Planungsprobleme sind derzeit noch ein Spezialthema, das erst langsam in ERP-Lösungen Eingang findet.

Die Systems gilt als Messe mit regionalem Charakter, die im wesentlichen von IT-Spezialisten besucht wird. Kein ideales Umfeld für die Anbieter von Supply-Chain-Managment-(SCM-)Software also, die mit ihren Produkten die Management-Ebene und bisher vor allem Großunternehmen ansprechen möchten. So bleiben denn auch führende Anbieter wie I2 (im vergangenen Jahr noch vertreten), Manugistics und Synquest der Münchner Messe fern. Dieser Verzicht zeigt allerdings auch, daß die Annäherungen an den Mittelstand derzeit noch eher Lippenbekenntnisse sind. Produkte, die in einem vertretbaren Kostenrahmen liegen und geringen Implementierungsaufwand haben, lassen noch auf sich warten.

Mittelständische Firmen dürften auch eher an dem interessiert sein, was die Anbieter von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware ihnen als Ergänzung zu ihren Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Systemen zu bieten haben. Und die sind in puncto SCM mittlerweile sehr aktiv. Das Thema wird dabei von zwei Seiten angegangen. Einmal dreht es sich um die Planungsfähigkeiten, die bei den sogenannten ERP-Systemen zwar im Namen geführt werden, tatsächlich aber kaum vorhanden sind. Eine zentrale Frage ist hier der Umgang mit begrenzten Ressourcen und Kapazitäten. Verbesserte Planungsmethoden können zu wesentlichen Kostenreduktionen führen, die Lagerhaltung läßt sich, beispielsweise durch mehr Auftragsfertigung statt Vorratsproduktion, reduzieren, die Durchlaufzeiten können gesenkt, die Lieferfähigkeiten erhöht werden.

Der andere Problembereich, der mit dem Begriff SCM angesprochen wird, ist die betriebsübergreifende Kommunikation. Hier richtet sich das Hauptinteresse zunächst einmal darauf, schnelle, exakte und zuverlässige Informationen über Bedarfe, Bestände und Kapazitäten auszutauschen. So können Unternehmensverbünde entstehen, die als Gesamtheit agieren nach dem Motto "Der Wettbewerb findet nicht zwischen Unternehmen, sondern zwischen Lieferketten statt". Insbesondere zum Kommunikationsthema sind auf der Münchner Messe viele Erweiterungen der ERP-Systeme zu sehen, das Angebot bei den Planungs-Tools ist dagegen weit weniger ausgeprägt, wie die nachfolgende Auswahl zeigt.

Baan

(Siemens-Partner-Stand) Halle B3 Stand 102/204

Nicht mit eigenem Stand, sondern als Partner bei IBM, Microsoft und Siemens ist der ERP-Anbieter Baan in diesem Jahr auf der Systems vertreten. Der Ort für das Thema SCM ist der Siemens-Stand in Halle B3. Die Niederländer haben frühzeitig durch Akquisition des Spezialanbieters Berclain (1995) ihre Kompetenz in Planungsfragen erweitert. Daraus ist die Produktlinie "SCS" (Supply Chain Solutions) hervorgegangen, die unter anderem Funktionen für Nachfrageprognose, Produktions- und Transportplanung bietet. Die Produktlinie aus einer weiteren Übernahme von Caps Logistics (1998) wird auch getrennt von Baans ERP-Lösung vermarktet. Für verschiedene Module bestehen auch Schnittstellen zu SAP R/3. (Hallenplan auf Seite 97)

Bäurer

Halle A1, Stand 409/504

Die Präsentationsschwerpunkte des schwäbischen PPS-Spezialisten drehen sich um das Thema Kommunikation. Einige der Erweiterungen der Produktlinie Bäurer 2 betreffen neue Konzepte für den Datenaustausch zwischen kooperierenden Unternehmen. Zu sehen ist außerdem eine Internet-basierte Shopping-Lösung, die zum Beispiel Online-Aktionen ermöglicht. Die vorwiegend im Maschinenbau tätigen Bäurer-Kunden könnten damit etwa den Verkauf gebrauchter Maschinen neu organisieren. Ein weiteres Thema ist die Einbindung einer Call-Center-Lösung in die Produktpalette. Kommunikation ist auch der rote Faden in laufenden Entwicklungsprojekten, die die Bäurer-Software mit Links zu Verbänden, Normungsstellen und anderen Informationslieferanten ausstatten sollen.

Brain

Halle A1, Stand 117/320

Die Mitte September erfolgte Übernahme des amerikanischen Konkurrenten CMI/CS, der ebenso wie die Brain International AG seinen Hauptfokus auf die Automobil-Zulieferer gerichtet hat, eröffnet neue Perspektiven nicht nur im amerikanischen Markt. Die Software von CMI/CS läuft auf NT und Unix, während Brain bisher nur die AS/400-Plattform bediente. Insbesondere eine Internet-basierte Kommunikationskomponente wollen die Breisacher "schon sehr bald für die bestehenden Brain-Kunden verfügbar machen".

Das Bemühen um allgemeine Verfügbarkeit hat eine neuartige Lösung erreicht, die für die Anforderungen der Instantfertigung (variantenreiche Serienfertigung) entwickelt wurde. Dabei handelt es sich um eine schlanke PPS-Anwendung, die sich bei den mittel-und langfristigen dispositiven Aufgaben wie bei den kaufmännischen Funktionen auf umgebende ERP-Systeme stützt. Das Besondere daran ist eine Meta-Benutzeroberfläche für die Kommunikation mittels EDI-Standards (VDA, Odette und Edifact), die externen Partnern in der Supply-Chain komplette Anwendungen zur Verfügung stellt.

Computer Associates

Halle A2, Stand 127/330

Zusammengelegt hat CA den AS/400-Bereich Acacia und die MK Group, die für ERP-Anwendungen auf anderen Plattformen zuständig war, zum Unternehmensbereich "Interbiz Supply Chain Group".

Mit der Neuorganisation sind auch neue Zielsetzungen verbunden. Auf Basis der Technologien aus anderen Unternehmensbe- reichen - System-Management-Framework "Unicenter TNG", objektorientierte Datenbank "Jasmine", Techniken zur 3D- Visualisierung, neuronale Netze - wird eine "Echtzeitlösung für Unternehmens-Management" mit dem Namen "Bizworks" entwickelt. Darin sollen auch Softwarelösungen von Partnern integriert werden können.

IDS Scheer

Halle 1, Stand 334

Als führender Implementierer von SAPs SCM-Software "Ad- vanced Planning and Optimization" (APO) stellt das Saarbrücker Software- und Beratungsunternehmen seine dafür entwickelten Werkzeuge vor. Das verwendete APO-Referenzmodell wird in München erstmals auf einer Messe präsentiert. Vorgehensweise und Ergebnisse werden am Beispiel der APO-Installation beim Dübelhersteller Fischerwerke erläutert. Außerdem kann man sich bei IDS über ein neues Performance-Monitoring-Tool für die Prozeßabwicklung informieren. Die Software, die als Prototyp für das Vertriebsmodul von SAP R/3 vorliegt, kann - an Hand der von R/3 erzeugten Belege - beispielsweise die Durchlaufzeit von Prozessen ermitteln. Der Vergleich mit dem bei der Prozeßgestaltung verwendeten Referenzmodell zeigt, ob die definierten Zielvorgaben erreicht wurden.

Ilog

Halle A3, Stand 150

Der Lieferant der "Solver"-Technologie, die in viele SCM-Softwarepakete Eingang gefunden hat, stellt neue Algorithmen für bestimmte Probleme vor. So unterstützt Ilog-Software jetzt beispielsweise die Personalplanung, indem bei der automatischen Generierung von Team-Zusammensetzungen die damit einhergehenden Einschränkungen berücksichtigt werden. Auch flexible Arbeitszeitregelungen sollen ohne komplexe Programmierung definiert werden können. Ilog präsentiert sich in München nicht nur als Anbieter von Kernkomponenten für SCM-Software, sondern stellt zusammen mit "Flexis" auch Lösungen für Transportwesen, metallverarbeitende, Halbleiter- und Autoindustrie vor.

Infor

Halle A1, Stand 311

Eine Internet-basierte Kommunikationslösung zum Datenaustausch zwischen Kunden und Lieferanten zeigen die Planungsexperten von der Saar. Die Lösung, die seit eineinhalb Jahren bei einem Flugzeugbauer im Einsatz ist, wird in einer Demo-Installation vorgeführt: Der Kunde plant; die automatisch generierten Bedarfe gehen via Internet an den Lieferanten, bei dem die Aufträge nach automatischer Filterung oder manueller Bearbeitung in das Dispositionssystem übernommen werden. Bei Terminproblemen macht das Lieferantensystem Alternativvorschläge.

J.D. Edwards

Halle A1, Stand 203

Durch die Übernahme des kanadischen SCM-Spezialisten Numetrix hat der amerikanische ERP-Anbieter J.D. Edwards unter anderem eine Internet-basierte Kommunikationslösung erworben, mit der umfassender Nachrichtenaustausch in Kunden-Lieferanten-Beziehungen ermöglicht wird. Das Konzept ist für ein Netzwerk mit vielen Beteiligten ausgelegt.

Die Produktintegrationen zwischen der ERP-Software "Oneworld" und den Numetrix-Lösungen sollen Ende des Jahres stehen. Die Planungswerkzeuge von Numetrix sind bisher vor allem in Prozeßindustrien im Einsatz. Im Bereich der diskreten Fertigung pflegt J.D. Edwards eine intensive Kooperation mit Synquest, die weiter ausgebaut werden soll. In einem weiteren Integrationsprojekt wird Oneworld durch die Internet-basierten Beschaffungsanwendungen von Ariba ergänzt.

Navision

Halle A2, Stand 363/564

Keine übertriebenen Erwartungen will Navision Software bei seiner Zielgruppe, der mittelständischen Industrie, wecken. Für umfassendes Supply-Chain-Management aller am Logistikprozeß Beteiligten seien die meisten Firmen von der eigenen Logistikkoordination her noch nicht gerüstet. Aber es wird auf verschiedene SCM-Komponenten in der dänischen Software verwiesen: Web-Shop für die Kunden-Lieferanten-Kommunikation über das Internet, Anbindung externer Betriebsstätten (verlängerte Werkbank), Verwaltung von Fremdlagern, Verfolgung von Waren auf dem Transportweg via Satellitennavigation.

Ordat

Halle A1, Stand 502

SCM-Funktionalität liefert der Gießener ERP-Anbieter in Form von Komponenten für standort- und unternehmensübergreifenden Informationsaustausch, die insbesondere für die Anforderungen der Zulieferindustrie konzipiert wurden. Auf einfache Art können sich damit Geschäftspartner über Lagerbestands- und andere dispositionsrelevante Veränderungen informieren.

Psipenta

Halle A2, Stand 432

Das SCM-Modul des Berliner ERP-Anbieters wurde für Zulieferer konzipiert. Aus dem Pool der Produktionsplanungsdaten wählt es die für die Disposition des Kunden relevanten Daten aus, die über ein Kommunikationsmodul verschickt werden. Der Disponent erhält Informationen über Bestände, Plandaten, Auslieferungen, Fortschrittszahlen und Abgrenzungen. Umgekehrt verarbeitet das SCM-Modul die vom Hersteller übermittelten Informationen: Sofortbedarf, Rückstände, Material- und Fertigungsfreigaben werden kontinuierlich berechnet und in der Produktionsplanung aktualisiert.

SAP

Halle A1

Zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten der SCM-Spezialisten hat sich der Walldorfer ERP-Marktführer entwickelt. Die vielen laufenden Projekte, in denen der Advanced Planner and Optimizer (APO) teils auch bereits produktiv ist, tragen zu schnellem Know-how-Erwerb bei. Die Software wird auch unabhängig von R/3 angeboten, kann Vorteile gegenüber Mitbewerbern aber naturgemäß besonders da ausspielen, wo Schnittstellen zu den SAP-Transaktionssystemen einzurichten sind. APO liefert Tools für alle Planungsebenen. Zuletzt wurde eine Lösung zur Transportoptimierung für das erste Quartal 2000 angekündigt. Eine Besonderheit der SAP-Lösung ist die Bedienoberfläche Supply-Chain-Cockpit, die mit Visualisierungswerkzeugen einen schnellen Überblick über die relevanten Vorgänge in der Supply-Chain liefert.

Soft M

Halle 2, Stand 133

Um neue Vorhersagemodelle zur strategischen und operativen Planung von Materialbedarfen wurde die ERP-Lösung des Münchner AS/400-Software-Anbieters erweitert. Damit ist es zum Beispiel möglich, neben eigenen Absatz- und Produktionsplanungsdaten und echten Materialverbräuchen auch Fremdbestände von Kunden und Lieferanten einzubeziehen. Neben automatischen Beschaffungsvorschlägen für Produktion oder Versorgung von Konsignationslägern unterstützen Zentrallagerfunktionen auch Umlagerungen von einem zum anderen Lager. Beim Electronic Data Interchange (EDI) wurde die Unterstützung des Edifact- und EAN 128-Barcode-Standards ausgebaut.