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03.07.1987 - 

Neue Technologie greifbar nahe:

Supraleit-Computer innerhalb einer Dekade

FRAMINGHAM (CWN) - Mit zunehmender Geschwindigkeit überbieten sich Forschungslaboratorien gegenseitig bei der Entwicklung von supraleitenden Materialien. Diese Substanzen werden von Wissenschaft und Industrie als nützlich für die Bereiche Transportwesen, Energieübertragung und Computertechnik betrachtet.

Zur Zeit mag las Gerede von Supraleitfähigkeit noch als esoterisch erscheinen. Zum Beispiel gab IBM im April die Entwicklung von Materialien bekannt, die bei Temperaturen betrieben werden, die "hoch genug für den praktischen Einsatz" seien. Diese Temperatur war 68 Kelvin oder minus 206 Grad Celsius und damit immer noch recht deutlich unter der Raumtemperatur des durchschnittlichen Rechenzentrums.

Solche Zahlenangaben lassen den Eindruck entstehen, der Einsatz der Supraleitfähigkeit anstelle herkömmlicher Siliziumchips sei etwa so realistisch wie interstellare Reisen. Aber der praktische Einsatz dieser Technologien könnte nach Meinung von Industriebeobachtern innerhalb der nächsten drei Jahre erfolgen, wenn das derzeitige Entwicklungstempo bei behalten wird. An der Umsetzung der genannten physikalischen Effekte in industriell verwendbare Computerbauteile arbeiten zur Zeit neben IBM auch die Bell Communication Research Labors, die Rutgers University, AT&T und das Oak Ridge National Laboratory.

Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die ersten Schaltkreise in der neuen Technologie speziell zur Reduzierung der wichtigsten Engpässe heutiger Computerarchitekturen entwickelt. Diese könnten dann innerhalb eines Rechnersystems isoliert aufgebaut und gekühlt werden. Daß jemand versuchen werde, einen kompletten Supraleit-Computer zu bauen, schließen die Fachleute aus, zumindest für den Bereich kommerzieller Universalmaschinen.

Es darf nicht übersehen werden, daß die Straße zum Erfolg für die Forscher noch mit einer ganzen Reihe von Hindernissen übersät ist. So beziehen sich die meisten der kürzlich erfolgten Triumph-Meldungen - wie zum Beispiel jene von Bell und Rutgers, sie hätten kommerziell verfügbare Laser zur Herstellung von Dünnfilm-Supraleitern verwandt - auf die Produktion von Supraleitern, nicht auf deren Einsatz. Es passiert, auf diesem Feld jedoch im Moment so viel, daß DV-Leiter aufmerksam werden sollten: Die Beobachter sind sich darin einig, daß innerhalb der nächsten Jahre, zumindest in der kommenden Dekade, die Supraleit-Technologien soweit gedeihen werden, daß sie seinen Job tangieren können.