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20.09.2005

Susen Software attackiert SAPs Wartungsgeschäft

Statt 17 bis 21 Prozent, wie bei der SAP üblich, fordert Susen lediglich 13 Prozent des Lizenzpreises für seine jährliche Wartung.

Der Aachener Lizenzhändler Susen Software erweitert sein Portfolio und will künftig neben gebrauchter SAP-Software auch Wartungsdienstleistungen anbieten. "Die SAP-Lizenzpakete sind bis zu 50 Prozent günstiger und die Wartung kann um bis zu 38 Prozent preiswerter werden", stellt der Geschäftsführer Axel Susen seinen Kunden in Aussicht.

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www.computerwoche.de/go/

*81316: SAPs Safe-Passage-Programm;

*76795: Oracles "Off-SAP"- Initiative;

*64169: Gebrauchtsoftware als Alternative.

SAP hat Anfang 2004 ein einheitliches Wartungskonzept für seine Softwareprodukte präsentiert. Demnach dauert die Standardwartung fünf Jahre und kostet die Anwender jährlich 17 Prozent vom Listenlizenzpreis. Daran schließt sich eine dreijährige Phase der erweiterten Wartung an. Im ersten Jahr müssen die Kunden 19 Prozent, in den beiden darauf folgenden Jahren 21 Prozent des Lizenzpreises nach Walldorf überweisen.

Damit fällt das weit verbreitete SAP-Release R/3 4.6 C Ende 2006 aus der Standardwartung. "Die Anwender können nicht nachvollziehen, warum sie dem Hersteller jetzt noch 17 Prozent für die Wartung einer Software bezahlen müssen, die nicht mehr weiter entwickelt wird", moniert der Lizenzhändler. Anknüpfend an SAPs Wartungsmodell "17 plus 4" will Susen den SAP-Kunden ein Modell "17 minus 4" anbieten.

Für 13 Prozent Maintenance-Gebühr sollen Anwender bis einschließlich Release 4.7 Wartungsservices erhalten. "Unsere Kunden wollen ihr eingesetztes R/3-System nicht auswechseln", resümiert Susen. Die Systeme liefen seit Jahren zuverlässig und stabil. "Deshalb werden wir durch unsere Partner eine Wartungslösung für diese Systeme anbieten."

Partner bleiben im Dunkeln

Leisten sollen die Wartungsservices zwei international agierende Dienstleister. Für diese sei das Ganze derzeit noch ein Versuchsballon, berichtet Susen. Pikant sei zudem, dass die Serviceanbieter auch Verträge mit der SAP unterhielten. "Daher möchten sie derzeit noch nicht genannt werden."

Noch gibt es keine Reaktion von Seiten der SAP-Verantwortlichen auf die konkurrierende Wartungsofferte. Gegenmaßnahmen dürften den Walldorfern schwer fallen, denn auch sie versuchen, der Konkurrenz Wartungsaufträge abzuluchsen. Seit Anfang des Jahres offeriert SAP über das im Januar 2005 akquirierte US-Serviceunternehmen Tomorrow Now Dienstleistungen für die von Oracle übernommenen Peoplesoft- und J.D-Edwards-Installationen. Ziel dieser "Safe-Passage"-Initiative ist, verunsicherte Kunden der Konkurrenz zum Umstieg auf die eigene Softwareplattform zu bewegen. Vor wenigen Tagen hat der deutsche Softwareriese sein Migrationsprogramm um ein neues Angebot erweitert. Es richtet sich an Dienstleister, die Geschäftsprozess-Outsourcing (Business Process Outsourcing = BPO) offerieren.

Die SAP-Verantwortlichen bezeichnen ihre Wartungsinitiative als Erfolg. Die Zahl der Unternehmen, die das Programm in Anspruch genommen hätten, sei während der vergangenen Monate kontinuierlich gestiegen. Allerdings bleibt die absolute Zahl bescheiden. Nach SAP-Angaben nutzen weltweit bislang 28 Unternehmen die Wartungsservices von Tomorrow Now.

Christian Glas, Analyst von Pierre Audoin Consultants (PAC), bezeichnet dies als überschaubar. Allerdings sei die Marketing-Botschaft nicht zu unterschätzen. Glas geht davon aus, dass SAP sein Safe-Passage-Programm nach der Übernahme von Siebel durch Oracle auch auf die Installationen des Customer-Relationship-Management-Spezialisten (CRM) ausdehnen wird.

Oracle hat den Wartungsservices der Konkurrenz bislang nichts entgegenzusetzen. Zwar versucht der Datenbankspezialist, die SAP-Kampagne mit der Initiative "Off SAP" zu kontern. Allerdings beschränkt sich diese Offerte auf Finanzierungshilfen für umsteigewillige SAP-Kunden.

Siebel-Kunden im Visier

Für Oracle könnte sich der Kampf um die lukrativen Wartungsverträge in Zukunft weiter verschärfen. Nur wenige Tage nach dem Kauf von Siebel kündigte der ehemalige Peoplesoft-Manager Seth Ravin an, mit seiner in Las Vegas ansässigen Firma Rimini Street Inc. Wartungsdienste für Siebel-Installationen anbieten zu wollen - für die Hälfte der von Oracle geforderten Maintenance-Gebühren. (ba)