Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

24.02.1984 - 

Nippon-Industrie steht hinter MITI:

SW-Schutz umstritten

TOKIO (hh) - Meinungsverschiedenheiten über den Rechtsschutz für Software zwischen dem Ministerium für Internationalen Handel und Industrie (MITI) und der für kulturelle Angelegenheiten zuständigen japanischen Regierungsagentur beunruhigen die japanische Computerindustrie, die in der Software-Entwicklung an zweiter Stelle hinter der US-lndustrie liegt. Nach einem Agenturbericht haben das MITI und die Agentur ihre Vorstellungen entwickelt.

Die Spitzenorganisation der japanischen Wirtschaft (Keidanren) will bis Ende Februar vorläufige Richtlinien für den Softwareschutz ausarbeiten und sie den beiden Regierungsstellen vorlegen. Keidanren hatte nach einer für Ende Dezember einberufenen Round-Table-Diskussion ein besonderes Untersuchungskomitee für Software-Schutz gebildet. Das Komitee, unter der Leitung eines Mitglieds der Toshiba-Geschäftsleitung, hat die Haltung der Industrie und auch die Streitpunkte zwischen MITI und der Agentur ermittelt. Dabei hat sich herausgestellt, daß die Industrie eher hinter dem MITI steht.

Vier Positionen werden von den zwei beteiligten Stellen unterschiedlich gesehen. So besteht seitens des MITI die Vorstellung, daß eine neue Gesetzgebung Klarheit in die Angelegenheit bringen soll, während die Regierungsagentur auf eine Revision der bestehenden Copyrights baut. Diskussionen auch über die Frage, ob exklusive Verwendungsrechte anerkannt werden sollen. Das MITI beharrt darüber hinaus auf der Meinung, daß der Schutz 15 Jahre gelten soll, während die Agentur von 50 Jahren Urheberrechtsschutz ausgeht. Ein weiterer Diskussionspunkt liegt im Problem der Programmfreigabe im Falle öffentlichen Interesses an der Software.

So meint das MITI, daß der Eigentümer von Softwarerechten unter bestimmten Umständen gezwungen werden können soll, einer Verwendung seines Materials im öffentlichen Interesse zuzustimmen, während die Regierungsagentur davon ausgeht, daß das Material nur zur Verfügung gestellt werden müsse, wenn es bereits eine weite Verbreitung gefunden habe oder der Eigentümer nicht bekannt sei.

Die Industrie vertritt zu dem letzten Punkt die Meinung, daß die Eigentümer von Software zur Freigabe gezwungen werden sollten, wenn ihre Programme zum Teil oder vollständig schon in neue Programme einbezogen sind. Damit soll die Entwicklung gefördert werden.