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02.09.1977 - 

Erst ein Prozent des kalkulierten Nachrichten-Aufkommens erreicht:

SWIFT startet weit unter Vorgabe

FRANKFURT - Am 29. August - 14 Monate später als ursprünglich geplant - starteten deutsche Kreditinstitute mit einem gemeinsamen "Cutover" den "echten" Datenaustausch im SWIFT-Netz. Vollen Service bekommen sie auch jetzt noch nicht geboten: "Was den Durchsatz betrifft, ließen sich die gesteckten Ziele nicht ganz erreichen", räumt Jürgen Dube, Betriebswirtschaftliches Institut der Deutschen Kreditgenossenschaften BIK (Frankfurt), ein.

Die deutschen SWIFT-Mitglieder rechneten deshalb damit, "daß der Nachrichtenverkehr noch einige Probleme in der praktischen Durchführung mit sich bringen wird und der volle Betrieb erst nach einer längeren Anlaufzeit aufgenommen werden kann".

Heute würden nach Dube-Angaben erst 3000 Nachrichten durchgesetzt - die SWIFT-Kommission sei aber von einer hundertfachen Nachrichtenmenge ausgegangen, um das System wirtschaftlich auszulasten.

Die doch erheblichen Verzögerungen im Projektablauf begründet der BIK- Geschäftsführer mit Schwierigkeiten, die es bei der Entwicklung einer einheitlichen Software für die sogenannten SID's (SWIFT Interface Devices) bei den Herstellern Burroughs General Automation und Singer (jetzt ICL) gegeben habe: "Wenn man diese Schwierigkeiten vorher besser geschätzt und den Banken ein realistischeres Timing gegeben hätte, wäre die Unsicherheit bei den Mitgliedern heute nicht so groß", resümiert Dube, der dennoch optimistisch ist. "Bei einwandfreiem Funktionieren des Systems wird das schnell in eine Benutzung umschlagen."

SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunications) wurde 1973 von 239 Banken aus 15 Ländern als "Non-Profit-Organisation" mit Sitz in Brüssel gegründet, "um ein weltweites Message-Switching-System für die schnelle Abwicklung des Auslandszahlungsverkehrs aufzubauen". Seit Gründung ist - so Dube - die Zahl der Mitglieder auf 503 gestiegen und auch die Zahl der interessierten Länder wachse. Ab 1978 wolle auch Japan mitmachen (siehe auch Interview Seite 4).