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08.02.1991 - 

Umfangreiches Outsourcing-Projekt möglich

Swissair und SAS planen eigenes DV-Unternehmen

ZÜRICH (CW) - Swissair und Scandinavian Airlines System (SAS) prüfen derzeit Möglichkeiten, ihre Informatik-Abteilungen zusammenzulegen. Wie die Swissair mitteilt, soll noch im Frühjahr dieses Jahres entschieden werden, ob die beiden Fluggesellschaften ihre DV-Abteilungen auslagern und ein eigenständiges DV-Unternehmen gründen.

Swissair stellt sich die neue Gesellschaft so vor, daß die beiden Flugkonzerne den Großteil ihrer DV-Ressourcen gemeinsam nutzen werden. Betroffen sind sowohl die hard- und softwaretechnische Ausrüstung als auch das DV-Personal. Ein neues Unternehmen würde gegründet, das nicht nur den beiden Muttergesellschaften, sondern auch anderen Großkunden seine Dienstleistungen anbieten könnte.

In einer Presseinformation weist Swissair darauf hin, daß SAS und die schweizerische Fluggesellschaft gemeinsam mit Finnair und Austrian Airlines in der "europäischen Qualitätsallianz" zusammengeschlossen seien. Ob diese beiden Flugunternehmen als potentielle Kunden der entstehenden skandinavisch-schweizerischen DV-Allianz in Frage kommen, ist bisher noch unklar.

Vorteile versprechen sich die Partner in spe vor allem von den sinkenden Kosten: Rationalisierungsmaßnahmen, die mit der Gesellschaftsgründung einhergehen würden, und Synergien beim gemeinsamen Betrieb der existierenden Anlagen werden erwartet. Interessant ist hier vor allem die Zusammenlegung und eine effektivere Ausnutzung der für Airlines immer wichtiger werdenden Reservierungssysteme.

Zudem beabsichtigen die beiden Gesellschaften, mit Blick auf den Binnenmarkt ein europäisches DV-Unternehmen von Rang zu gründen. Die personelle Ausstattung und die DV-Kapazitäten klingen erfolgversprechend: Insgesamt 1600 Mitarbeiter sind derzeit in den Abteilungen von Swissair und SAS beschäftigt.

Allein die Swissair hat gegenwärtig DV-Einrichtungen mit einem Beschaffungswert von mehr als 200 Millionen Schweizer Franken installiert. Vorteile versprechen sich die beiden Fluglinien auch von der Möglichkeit, den juristischen Sitz des Unternehmens in Europa

frei zu wählen.

CeBIT: In der Brauche macht sich Unsicherheit breit

Je länger der Golfkrieg dauert und je näher die CeBIT rückt, desto mehr Unternehmen scheinen ihre Entscheidung zu überdenken, auf dieser Messe auszustellen. Das zumindest besagen Branchen-Gerüchte, die natürlich auch die CW-Redaktion erreichten.

Versuche, diesem Klatsch nachzugehen, Fakten anstelle von Gerüchten darzustellen, scheitern. Die Messeleitung CeBIT wiegelt ab und stellt nicht nur Absagen amerikanischer Hersteller, sondern auch Anfragen von US-Firmen zu diesem Thema in Abrede. Sie geht davon aus, daß die Messe - wenn auch unter verstärkten Sicherheitsmaßnahmen - in gewohntem Rahmen und Umfang stattfinden wird.

Das gleiche gilt für deutsche Tochterunternehmen großer amerikanischer Firmen. Obwohl die meisten ihren Managern dringend ans Herz gelegt haben, keine Flugreisen zu unternehmen und Massenveranstaltungen - egal ob geschäftlich oder privat - zu meiden, hieß es von den zuständigen Presseabteilungen noch in der vergangenen Woche, die Präsenz auf der CeBIT sei durch den Golfkrieg nicht gefährdet.

Andererseits ist von deutschen Firmen, die auf den Partnerständen dieser Unternehmen ausstellen wollen, zu erfahren, daß dort noch nicht endgültig über eine Präsenz entschieden ist. Ein Betroffener: "Die ganz großen amerikanischen Hersteller fragen sich zur Zeit, ob sie unter diesen Bedingungen Oberhaupt ausstellen sollen."

Ebenfalls nur hinter vorgehaltener Hand hört man von kriegsbedingten Lieferschwierigkeiten, die dazu führen würden, daß einige Unternehmen keine neuen Produkte auf der CeBIT zeigen können.

Ergebnis all dieser Gerüchte ist Unsicherheit - bei Ausstellern und Besuchern. Viele warten offenbar noch ab, bevor sie eine endgültige Entscheidung treffen. Nur wird langsam die Zeit knapp, denn erfahrungsgemäß beginnt jetzt die intensive Phase der Messevorbereitung, in der Personal und Geld in erheblichem Maße gebunden werden. Zeit für einen Rückzieher ohne allzu große Kosten bleibt kaum mehr.