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07.11.2006

Sybase fordert IBM zum Duell

Das Softwarehaus baut eine umfassende Plattform für die Datenintegration.

Von CW-Redakteur Sascha Alexander

Nachdem kürzlich IBM mit dem "Information Server" seine Produktstrategie in Sachen Datenintegration vorgestellt hatte, zieht nun Sybase nach. In der "Data Integration Suite" führt der Hersteller bisher separat vermarktete oder zugekaufte Produkte und Techniken zusammen. Dadurch soll eine integrierte und zentral verwaltbare Plattform für möglichst viele Aufgaben in der Datenbewirtschaftung entstehen. Laut Gerrit Kolb, Senior Director Engineering Products bei Sybase, geht es darum, Techniken für die Datenintegration kontrollierbar und dokumentierbar zu machen und bei Unternehmen vorhandene Punktlösungen und manuelle Aufgaben zu ersetzen. Dadurch ließen sich erhebliche Wartungskosten sparen.

Replizieren, Bündeln, Suchen

Version 1.0 der Suite wurde im August angekündigt und ist jetzt verfügbar. Sie umfasst die Komponente "Sybase Replikation" für die Datenreplikation und die Synchronisierung zwischen Datenbankinstanzen sowie "Sybase Data Federation" (vormals Avaki EII) für den gesammelten/gleichzeitigen Zugriff auf diverse Datenquellen im Rahmen einer Abfrage. Letzteres ist ein Anwendungsgebiet, das auch als "Enterprise Information Integration" bezeichnet wird.

Ferner ist mit "Sybase Search" Suchtechnik für das Aufspüren von strukturierten und unstrukturierten Informationen enthalten, und es lassen sich mit der Komponente "Sybase Realtime Events" Messaging-Infrastrukturen über vordefinierte Events mit aktuellen Informationen versorgen. Die Klammer der Suite bildet zum einen die Benutzeroberfläche "Sybase Workspace", die Werkzeuge für Entwickler und Systemadministratoren bietet, sowie die Modellierungsumgebung "Sybase Powerdesigner", die sich in den Workspace einbinden lässt.

Prozesse entwerfen

Dem Powerdesigner kommt eine zentrale Bedeutung zu, da er auch als zentrales Repository eine übergreifende logische Sicht auf die einzelnen physisch weiter bestehenden Metadatenhaltungen der Komponenten ermöglicht. In dieser Umgebung können Anwender Geschäftsprozesse gestalten und beispielsweise Datentransformationsflüsse anpassen und wieder verwenden.

Doch die Plattform ist noch im Entstehen. So soll eine bisher fehlende Komponente für die Extraktion, Transformation und das Laden (ETL) von Daten erst Anfang 2007 hinzukommen. Diese stammt vom Hamburger Anbieter Solonde, dessen Geschäftsführer Kolb gewesen war. Ferner will Sybase Technik für Data Profiling und Cleansing nachliefern. Ganz im Trend liegen Pläne des Herstellers, seine Datenwerkzeuge in den Dienst einer Service-orientierten Architektur (SOA) zu stellen. Bereits in Version 1.0 der Suite lassen sich Services mit Hilfe des Workspaces als WSDL-Files veröffentlichen, sagte Kolb. Derzeit gebotene Dienste können entweder datengetrieben sein und eine Föderierung von Daten bei einer verteilten Query übernehmen oder prozessgetriebene Objekte wie Stored Procedures automatisieren. Parallel zur Plattform will Sybase seine Tools aber auch weiterhin separat anbieten. Die Suite wird hingegen als Ganzes verkauft und pro Server lizenziert, Kunden können aber vorhandene Produkte upgraden und die Komponenten einzeln freischalten lassen.

Die Produktsuite sei laut Kolb technisch nur mit dem "Information Server" der IBM vergleichbar. Allerdings sehe er einen wesentlichen Unterschied in der Vermarktung. So arbeite IBM seiner Meinung nach mit ihrer Produktplattform dem Servicegeschäft zu, während Sybase aufgrund geringer Ressourcen vor allem Technik verkaufen müsse, die sich möglichst ohne größeren Einführungsaufwand nutzen lassen soll. Es gebe zwar Hersteller wie SAS Institute, Informatica und andere mit einer vergleichbaren Produktstrategie, doch würden diese weiter ETL-zentrisch sein statt eine native Datenintegration anzustreben, die beispielsweise von Kunden bei der Datenreplikation gewünscht wird.

Kritik an Oracle und Co.

Konkurrenz drohe auch durch Oracle, SAP und Microsoft. Doch Kolb will hier einen wesentlichen Unterschied zur eigenen Strategie erkennen: "Alle drei Hersteller bieten zwar gute Technik, wollen sich aber mit ihr zum Datenhub und Eigentümer der Datenbestände bei Kunden machen. Keiner wirbt für heterogene Umgebungen".