Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

22.04.1994

"Sybase gewinnt Kontrolle ueber den SQl Server zurueck"

CW: Wie sieht die kuenftige Zusammenarbeit von Sybase und Microsoft aus?

Martin: Microsoft wird den SQL Server, Version 4.2, weiter anbieten und selbstaendig weiterentwickeln, bei Bedarf auch in Windows NT integrieren. Die Rechte des Codes bleiben bei Sybase. Fuer jeden verkauften Microsoft-SQL-Server erhalten wir weiterhin Lizenzgebuehren. Als Reseller bieten wir neben unserem Produkt auch den SQL Server von Microsoft an.

CW: Auf Ihre neue Produktpalette, den SQL Server, System 10, hat Microsoft keinen Zugriff mehr?

Martin: Richtig. Sybase gewinnt die vollstaendige Kontrolle ueber den SQL Server zurueck und bietet System 10 mit allen neuen Connectivity-Komponenten an, darunter als Bundling-Produkte den Backup Server und den Replication Server. Wir haben damit eine Client-Server-Enterprise-Solution entwickelt, die auf OS/2, NT und Unix dieselbe Funktionalitaet bietet.

CW: Bleibt die Kompatibilitaet zwischen den beiden SQL-Server- Systemen erhalten?

Martin: Wir garantieren die Aufwaertskompatibilitaet der Anwendungen. Alles, was Kunden bisher auf dem SQL Server von Microsoft entwickelt haben und kuenftig entwickeln wer-den, ist kompatibel zu Sybase, System 10. Ein Kunde kann, wenn ihm der SQL Server 4.2 von Microsoft nicht ausreicht oder er auf OS/2 oder Unix wechseln will, das Sybase-Produkt nehmen.

CW: Kein besonders gutes Geschaeft fuer Microsoft...

Martin: Mag sein, aber die Boerse gibt uns recht: Unser Aktienkurs ist nach oben geschossen. Wir bleiben trotzdem ein verlaesslicher Partner fuer Microsoft.

CW: Sie entziehen aber Microsoft das Datenbanksystem fuer den High- end-Markt, den Windows NT Advanced Server...

Martin: ... so kann man es interpretieren. Wir mussten unsere Handlungsfreiheit wiedergewinnen. Sonst haetten wir unsere Multiplattform-Strategie rund um unser neues Produkt kaum vernuenftig verfolgen koennen.

CW: War Microsoft daran interessiert, SQL Server, Version 10, fuer den NT Advanced Server selbst anzubieten?

Martin: Schon, aber w i r hatten daran kein Interesse. Die System- 10-Technologie ist fuer uns sehr wertvoll. Das Abkommen, das wir 1987 getroffen hatten, gab Microsoft den vollen Zugriff auf technische Details. Microsoft in alle Dinge Einblick gewaehren zu muessen, hemmte die Weiterentwicklung unserer breiter werdenden Produktpalette. Auch wollten wir nicht von der Zustimmung zu bestimmten Entwicklungsvorhaben abhaengig sein. Wir glauben, dass Microsoft datenbanktechnisch auf der Abteilungsebene zu Hause ist und kaum in der Lage sein wird, den Enterprise-Ansatz richtig in die Unternehmen einzubringen.

CW: Ueberlassen Sie den Low-end-Datenbankmarkt nun Ihren Wettbewerbern?

Martin: Keineswegs. Die Handlungsfreiheit, die wir bei der Vermarktung von System 10 auf NT und OS/2 gewonnen haben, bedeutet auch, dass wir jetzt Low-end-Loesungen fuer diese Bereiche bieten koennen.

CW: Sie werden also ein eigenes System fuer das untere Marktsegment anbieten?

Martin: Wir kuendigen im Juni eine neue Loesung dazu an. Wir sehen sie allerdings mehr als Wettbewerbsprodukt zu Informix und Oracle, da wir den Microsoft SQL Server ja auch kuenftig selbst vermarkten werden. Durch die Wahlmoeglichkeit zwischen dem Microsoft- und unserem eigenen Low-end-Produkt haben wir eine bessere Ausgangsposition als Informix und Oracle.

CW: Andere Datenbankhersteller berichten, es habe sich noch nicht ausgezahlt, ihr System auf NT zu portieren. Ist das schleppende Geschaeft ein Grund fuer die Trennung von Microsoft?

Martin: Sicherlich. Wir machen weniger als fuenf Prozent unseres Umsatzes ueber unseren OEM-Partner Microsoft, also mit Royalties fuer OS/2- und NT-Versionen.

CW: Kann es sein, dass das NT-Fieber bei Sybase ein wenig abgeklungen ist?

Martin: Wir sind nie daran erkrankt. Wir haben NT als professionelle Plattform, als gute Alternative zu Unix gesehen. Wir konnten uns aber nie vorstellen, dass NT vollstaendig Unix verdraengen kann.