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03.01.1997 - 

R3 läuft demnächst auf dem Datenbanksystem

Sybase reagiert auf Verluste mit Umstrukturierungen

Der starke Mann der Reorganisation, Ex-Powersoft-Chef Mitchell Kertzman, räumte dem "Software Magazine" gegenüber erstmals Versäumnisse ein: "Wir hatten die technische Weiterentwicklung aus den Augen verloren. Deshalb gab es Probleme mit System 10 und deshalb haben wir die Bedeutung von Applikationen wie R/3 von SAP unterschätzt." Kertzman bezieht sich auf Programmierfehler im Datenbank-Management-System "System 10", die Unix-Prozesse sowohl auf der Datenbank- als auch auf Betriebssystem-Ebene beeinflußten und Probleme hinsichtlich der Skalierbarkeit, insbesondere bei der Parallelverarbeitung, verursachten.

Außerdem stellte die Datenbank keine Zugriffssperre zur Verfügung, die eine Portierung von R/3 auf das Datensystem ermöglichte. "Als SAP zu uns kam und ein Row-level-Locking forderte, lautete unsere Antwort: Dann haben Sie Ihre Anwendung falsch programmiert. Kommen Sie wieder, wenn Ihre Software umgeschrieben ist," so Kertzman.

Nun ist Sybase gezwungen, ohne die Hilfe von SAP die R/3-Programme auf dem Datenbanksystem zum Laufen zu bringen, berichtet der "IDG-News-Service". Bis zum September dieses Jahres will der Hersteller die notwendigen Sperrmechanismen anbieten, die das seitenweise Locking ergänzen sollen.

Die Datenbank bleibt zwar das Hauptprodukt der Sybase Inc., die damit immerhin zwei Drittel ihrer Einkünfte erzielt, aber auch ihr größtes Problem. Während Marktführer Oracle 1995 um rund 42 Prozent wuchs und Informix um mehr als 50 Prozent, konnte Sybase den Umsatz um lediglich neun Prozent steigern bei Verlusten von 19,5 Millionen Dollar. Auch in 1996 sorgten rote Zahlen für Schlagzeilen.

Mittlerweile konnte Sybase einige technische Probleme mit System 11, der Nachfolgeversion von System 10, beheben. Zugleich arbeitet das Unternehmen an einem objekt-relationalen System, um technisch rasch zu Informix und Oracle aufschließen zu können. Mit "Sybase IQ 11.1" will der Hersteller zudem eine spezielle Warehouse-Datenbank anbieten.

Obwohl die Datenbank im Mittelpunkt steht, möchte Sybase unabhängig davon seine Middleware- und Powersoft-Produkte an den Mann bringen. Dafür soll die Powersoft-Division enger als bisher in die Sybase-Organisation integriert werden. Bisher gab es eine strikte Trennung. Kritiker sahen die Datenbankunabhängigkeit der Powersoft-Tools gefährdet.

Den Spagat zwischen unabhängigen Produktlinien sowie einer einheitlichen Firmenorganisation und -politik will das Unternehmen mit "West-Coast"- und "East-Coast"-Produktlinien schaffen, berichten die britischen Brancheninformationsdienste "Unigram X" und "Computergram".