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05.10.1990 - 

Neue Produkte integrieren IBM-Hosts in Client-Server-Umgebungen

Sybase weist dem Mainframe einen Platz als Netz-Server an

MÜNCHEN (qua) - Nach Ansicht vieler Branchen-Insider bezieht der Mainframe seine Daseinsberechtigung künftig nur noch aus der Hintergrund-Verarbeitung großer Datenmengen - oder aber aus seiner Funktion als Netz-Server. Für diese Aufgabe hat die Sybase Inc. mit Sitz im kalifornischen Emeryville drei neue Produkte angekündigt.

Seit einiger Zeit ergänzt der Hersteller des gleichnamigen Datenbank-Systems sein Kerngeschäft mit der Entwicklung von Kommunikationssoftware. Jüngstes Ergebnis dieser Arbeit sind die Produkte Net Gateway, Open Server für CICS und Open Gateway für DB2.

Die drei Softwaresysteme sollen dem Anwender dabei helfen, seinen MVS-Mainframe in eine Client-Server-Umgebung zu integrieren.

Das Ziel sei, so Ulf Schiewe, Geschäftsführer der Düsseldorfer Sybase GmbH, die auf dem Host vorgehaltenen Informationen in den auf Abteilungsebene installierten Datennetzen zugänglich zu machen. "Große Unternehmen haben ein enormes

Kapital in die Host-Verarbeitung investiert," begründet der deutsche Sybase-Chef die Produktstrategie der Softwareschmiede.

Laut Anbieter wird das Net-Gateway die Kommunikation zwischen den Client-Rechnern und dem IBM-Host überwachen; außerdem diene es zur Integration von SNA-Umgebungen mit TCP/IP-Netzen. Der "Open Server for CICS" ermögliche den Zugriff auf die am Mainframe vorhandenen Anwendungen und Systemdienste, das "Open Gateway for DB2" biete zusätzlich eine SQL-basierte Software-Brücke für den Direktzugriff auf DB2.

Während große Teile der Software auf Rechnern der Workstation-Klasse unter MS-DOS, OS/2, Apple-Macintosh, verschiedenen Unix-Derivaten oder DEC-VMS laufen, wurden die Mainframe-seitigen Programme unter MVS/CICS erstellt.

Wie Schiewe bestätigt, bedeutet die Entwicklung auf dem Mainframe-Betriebssystem für Sybase ein Novum. Den Gedanken an eine Portierung des DBMS-Produkts auf MVS weist der Düsseldorfer allerdings von sich: "Für die Datenhaltung ist die Mainframe-Architektur ein bißchen archaisch."

Außerdem will Sybase, so Schiewe, nicht in Konkurrenz zu IBM treten. Vielmehr entsprechen der Server für CICS und das DB2-Gateway den SAA-Spezifikationen des blauen Riesen, indem sie die Kommunikations-Schnittstelle CPI-C, die APPC-Architektur und die LU 6.2-Protokolle sowie Cobol und PL/1 unterstützen.

Offensichtlich betrachtet der Branchenprimus die jüngsten Sybase-Produkte denn auch als zu seiner Strategie passend; die ersten deutsche Installationen laufen derzeit in der Düsseldorfer IBM-Niederlassung. In ein bis zwei Monaten, verspricht Schiewe, werden die Systeme auf dem hiesigen Markt frei verfügbar sein.