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23.08.1996 - 

Entwicklungsumgebung Café

Symantec nutzt C++-Know-how für ein Java-Tool

Zur Java-Programmierumgebung "Café" gehören ein Projekt- Manager, die grafische Darstellung der Java-Klassen und Programmhierarchien sowie zwei Compiler, ein Debugger und ein visueller Designer für grafische Oberflächen. Projekt-Manager und Klassenübersicht sind identisch mit den entsprechenden Teilen aus der C++-Entwicklungsumgebung, die schon länger erhältliche C++- Designhilfe für grafische Oberflächen "Ressoure Studio" heißt jetzt schlicht "Café Studio".

Einen großen Monitor vorausgesetzt, gestaltet sich die Entwicklung eines Java-Applets einfach: Sie beginnt mit einem Projekt (Unix- Jargon: "make"-Datei). Café erzeugt automatisch den Java- Basisquelltext und eine HTML-Datei mit dem Verweis auf das noch zu kompilierende Applet. Klassen, Strukturen und bestehende Java- Quelltexte lassen sich mit der Maus in das Projektfenster ziehen, der Editor fügt die nötigen Anweisungen automatisch in das Quellprogramm ein.

Mittlerweile steht auch Symantecs Java-Compiler "JIT" zur Verfügung. Er produziert Byte-Code, der um einiges flotter abläuft als jener, den Suns "Java Development Kit" erzeugt.

Pionier bei Java-Debugger

Symantec liefert als eines der ersten Unternehmen einen grafischen Debugger für Java-Programme aus. Das Hilfswerkzeug erlaubt es Entwicklern, Java-Applets Zeile für Zeile auszuführen oder einzelne Methoden zu untersuchen. Es kann auch mit parallel arbeitenden Programmen (multi-threaded) umgehen, einzelne Instanzen des Codes lassen sich auf den Bildschirm holen und überwachen, während andere im Hintergrund weiterlaufen.

Der Source-Editor gliedert Java-Anweisungen automatisch, farbige Markierungen ("Syntax-Highlighting") unterscheiden Konstanten und Variablen sowie Preprozessor-Befehle. Die Anfangszeilen von Klassen und Funktionen werden automatisch indiziert und lassen sich über ein eigenes Pull-down-Menü direkt ansteuern.

Übersicht im Gewirr der Klassen und Funktionen verschafft der "Class Browser". Er ist eng mit dem Editor verknüpft: Bewegt man eine Sub-Klasse innerhalb der Hierarchieebenen, wird der dazugehörige Quell-Code automatisch an die neue Stelle bewegt.

Grafische Oberflächen für ein Java-Applet lassen sich mit "Café Studio" aufbauen. Die gängigen grafischen Kontrollelemente sind in einer Toolbox vereint, der Aufbau einer Benutzeroberfläche verläuft ganz ohne Notwendigkeit zur Java-Programmierung. Bestehende Konstrukte lassen sich über das RC-Dateiformat importieren. Doch das Studio ist noch mit Fehlern behaftet: Einige Dialoge lassen sich nicht beenden, ein anderes Mal bringt es unversehens den Rechner zum Absturz.

Generell sind allerdings die Hardware-Anforderungen gering: Symantec Café für Windows 95 und NT benötigt PCs mit 486er CPU und wenigstens 8 MB Arbeitsspeicher, ab 12 MB ist die Arbeitsgeschwindigkeit akzeptabel. Bei Apple-Rechnern werden ein Power-PC-Prozessor und 8 MB freier Arbeitsspeicher vorausgesetzt.

Die Dokumentation ist gut: Die CD umfaßt Informationen über das Java Development Kit von Sun und eine Beschreibung des Projekt- Managers. Eine Java-Anfängerfibel im Acrobat-Format und die in HTML verfaßte Dokumentation der Klassen und Funktionen runden das Bild ab. Symantec packt außerdem rund 90 Beispiel-Applets dazu. Für den Support existiert ein eigener Web-Server http://cafe.symantec.com , darüber hinaus gewährt der Hersteller Java-Entwicklern ein Jahr kostenlosen Kundendienst.