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30.01.2007

Symantec schnappt sich Altiris

Der Sicherheitsanbieter verstärkt das System-Management.

Rund 830 Millionen Dollar in bar bietet Symantec für das amerikanische Softwareunternehmen Altiris. Der Sicherheitsspezialist will 33 Dollar pro Anteil zahlen - rund 22 Prozent mehr als die Aktie zum Zeitpunkt des Angebots wert war. Der Kaufpreis summiert sich auf 950 Millionen Dollar, fällt jedoch unterm Strich geringer aus, da Altiris einiges an liquiden Mitteln in die Ehe einbringt.

Mit der Akquisition will Symantec sein Standbein im Segment System-Management stärken und dadurch sein Security- und Compliance-Portfolio (On Technology, Relicore, Bindview) aufwerten. Altiris vertreibt seine Lösungen in erster Linie über PC-Hersteller, Systemintegratoren und Reseller. Mit den Programmen lassen sich PCs, Server, mobile Geräte und Speicherbausteine verwalten. Ursprünglich betrieb das Unternehmen ein Testlabor für PCs. Um die manuelle Arbeit zu reduzieren, wurde eine Management-Software entwickelt, mit der sich Programme remote installieren ließen. Das Tool kam an, und Altiris war im Softwaregeschäft. Laut vorläufigen Zahlen hat der Anbieter, der im Mai 2002 an die Börse gegangen ist, im vergangenen Jahr mit rund 1000 Mitarbeitern etwa 228 Millionen Dollar umgesetzt.

Fortsetzung auf Seite 4

Symantec war vermutlich nicht der einzige Bieter um die Gunst der Altiris-Investoren. Unlängst hatten Gerüchte die Runde gemacht, wonach Novell ein Auge auf das Unternehmen geworfen habe. Dies könnte auch den relativ hohen Aufschlag auf den Aktienkurs von Altiris erklären.

Gemeinsame Wurzeln mit Novell

Von Novell stammen Mitglieder des Gründerteams von Altiris - beide Unternehmen haben ihre Zentrale im US-Bundesstaat Utah. Symantec will nach Abschluss des Deals eine neue Geschäftseinheit für die Management-Programme gründen. Ob die Marke erhalten bleibt, ist noch nicht klar.

Symantec selbst sah sich zuletzt der Kritik von Analysten ausgesetzt, wonach die milliardenschwere Übernahme von Veritas immer noch nicht zufriedenstellend umgesetzt sei. Angesichts des jüngsten Deals häuften sich Kommentare von Beobachtern, Symantec würde sich zuviel aufladen.

Skeptische Analysten

Zwar wurde der strategische Sinn der Transaktion nicht in Frage gestellt, doch sei zweifelhaft, ob sich der Sicherheitskonzern den Deal (nicht nur finanziell) leisten könne. Vor der Altiris-Übernahme hätte zuerst das eigene Haus aufgeräumt werden sollen.

Symantec hatte vergangene Woche angekündigt, seine internen Kosten um 200 Millionen Dollar pro Jahr zu senken. Hintergrund waren schwache Zahlen im RZ-Geschäftsbereich, die auf die Übernahme von Veritas zurückgehen, und ein wenig überzeugender finanzieller Ausblick. Daraufhin war der Kurs der Symantec-Aktie massiv eingebrochen. Seit der Übernahme von Veritas im Jahr 2005 hat das Management von Symantec unter den Analysten ohnehin kaum noch Freunde. Tenor der Wallstreet zum jüngsten Deal: Altiris ist die richtige Übernahme, allerdings kommt sie zu keinem günstigen Zeitpunkt. (ajf)