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12.10.2006

Syntegration - die Methode

Erfahrungswissen wird systematisch ausgetauscht und verteilt.

Der Kerngedanke der Syntegration ist es, Wissen, das in mehreren Köpfen verteilt ist, zu vernetzen und zur Lösung eines Problems heranzuziehen. Die Methode besticht durch die extreme Effektivität und Effizienz der Zusammenarbeit und den hohen Grad des Informationsaustauschs. Am Beispiel der computerwoche-Veranstaltung "The CIO Beyond", auf der die "CIO Agenda 2007" erarbeitet wurde, lässt sich im Detail zeigen, wie sich eine Syntegration abspielt.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/

580807: Wissenswertes und Statistisches zur Methode der Syntegration;

577452: Interview mit Professor Fredmund Malik;

580915: Syntegration am Beispiel des Brockhaus Verlags;

581267: Wie die Beck et al. Projects GmbH mit der Syntegrationsmethode das Unternehmenswachstum beschleunigt;

agendazone: Alles zur CIO Agenda 2007.

Weitere Links

Malik MZSG - Portal: Informationen zum Thema "richtiges und gutes Management" auf der Website des Malik Management Zentrum St. Gallen.

In unserem Fall waren 30 CIOs aus Firmen unterschiedlicher Größe und Branchen aufgefordert, Antworten auf folgende Eröffnungsfrage zu finden: "Was sind die Herausforderungen, mit denen wir als CIO in 2007 konfrontiert werden und wie können wir diesen wirksam begegnen?"

Zunächst ging es darum zu evaluieren, welche Aspekte für die Beantwortung dieser Frage relevant sind. Die Teilnehmer hatten eine halbe Stunde Zeit, die ihnen als besonders dringlich erscheinenden Punkte auf Kärtchen zu notieren und an Pinwände zu heften. Binnen kürzester Zeit fanden sich dort mehr als 250 Thesen. Zu lesen waren Texte wie "Überbrückung der intellektuellen und emotionalen Distanz zwischen IT und Fachbereich", "Kostensenkung durch Vereinheitlichen und Zentralisieren" oder "Nachweis der Wettbewerbsfähigkeit unserer IT".

Die Tagesordnung

Um die Aussagen zu filtern, sieht die Syntegration eine Art Marktplatz vor. Unabhängig von der ersten Phase des stillen Brainstormings waren die CIOs nun gehalten, die aus ihrer Sicht relevanten Hauptthemen zu identifizieren und andere Teilnehmer von deren Wichtigkeit zu überzeugen. Erst wenn fünf IT-Manager per Unterschrift ihr Plazet gegeben hatten, galt ein Thema als "gekauft". Beispielsweise wünschte sich ein Teilnehmer "Die Rolle des CIO" auf die Agenda und konnte dafür die nötigen Argumente beibringen. Schnell fanden sich genügend Kollegen, die sich darauf einlassen wollten und unterschrieben.

Auf diese Weise wurden 26 Themen generiert, die sich aufgrund von Redundanzen schnell auf 17 Aussagen verdichten ließen. In einem weiteren Auswahlschritt speckten die Anwesenden das Angebot noch einmal auf zwölf Themen ab - die Menge, die laut Syntegrationskonzept ein vernünftiges Arbeiten erlaubt.

Iterationsrunden

Nun dokumentierten alle Teilnehmer ihre persönliche Rangfolge der Themen. Mit Hilfe eines Computerprogramms ließen sich jeweils vier bis fünf interessierte Personen den zwölf Themen zuordnen. Im Laufe der Veranstaltung arbeiteten immer zwei Gruppen parallel an je einem der zwölf Themen. Diesen Teams wurden je vier bis fünf weitere CIOs zugeteilt, die als Kritiker zu festgelegten Zeitpunkten zweimal in die Diskussion eingreifen konnten. Sie gaben ihr Urteil zu den Fortschritten und zur inhaltlichen Qualität ab. Die gerade nicht als Diskutanten in die Pflicht genommenen CIOs durften als Beobachter mit im Raum bleiben, aber keine Statements abgeben - was nicht allen leicht fiel. "Facilitatoren" steuerten die Sitzung, protokollierten die Ergebnisse und sorgten dafür, dass sie allen Workshop-Teilnehmern zeitnah ausgehändigt wurden.

Die Syntegrations-Veranstaltung sah insgesamt zwei "Iterationsrunden" vor, das heißt, alle Diskussionsrunden fanden jeweils zweimal statt. Ging es beim ersten Mal vor allem um das gemeinsame Erörtern und Ausformulieren des Problems sowie um die diesbezügliche Konsensfindung, wurden in der zweiten Schleife handfeste Lösungsvorschläge unterbreitet. Die reine Syntegrationslehre fordert eigentlich noch eine dritte Iterationsrunde, aus Zeitgründen musste darauf jedoch verzichtet werden. Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierte jede Gruppe in aller Kürze ihre Arbeitsergebnisse, die von den Facilitatoren protokolliert und allen Teilnehmern ausgehändigt worden waren.

Die Syntegration bedeutete für alle Beteiligten Disziplin und viel Arbeit. Die CIOs waren an den meisten Arbeitsgruppen beteiligt und bekamen sämtliche Ergebnisse entweder direkt oder in Protokollform mit. Wer keine Gelegenheit fand, seinen Kommentar bei einer Diskussion einzubringen, konnte eine Nachricht in eigens aufgestellten Postkörben für die jeweiligen Adressaten hinterlassen. Mit diesem Verfahren wurde zweifellos die größtmögliche Vernetzung aller Teilnehmer erreicht. (hv)