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28.10.1983

SYS-Nachlese

Die Münchner "Süddeutsche Zeitung" berichtet in ihrer Ausgabe vom 24. Oktober 1983 über Verständigungsschwierigkeiten auf der "Systems '83":

Wie zu erwarten war, ist die Münchner Computermesse "Systems 83" letzte Woche in einem Rausch betörender Geschäftsberichte und ausgreifender Zukunftserwartungen über die Bühne gegangen. Keine Branche schüttelt gegenwärtig, wo doch die Wirtschaftslage flau ist, so locker die zwei- und dreistelligen Zuwachsraten aus dem Ärmel wie die Elektronikindustrie. Firmen, die noch vor zwei Jahren kaum einer kannte, melden Millionenumsätze. Alteingesessene Firmen berichten über einen Produktionszuwachs von 200 bis 300 Prozent dank computergesteuerter Konstruktions- und Fertigungsverfahren. Bis 1985 soll sich der Rechnereinsatz verdoppeln. Die Hersteller von Software, also von Bedienungs- und Anwendungsprogrammen, setzen gar auf eine Verzehnfachung ihrer Umsätze bis zum Jahre 1987. Und wo seit 1978 bescheidene 118 000 Kleincomputer installiert wurden, sollen es schon in zwei Jahren eine Million sein. Kein Wunder also, daß manche Geschäftsleute in der Informationstechnik den "Zopf" sehen, mit dem sie sich aus dem eigenen "Konjunktursumpf" herauszuziehen halfen, und daß angesichts dieser Entwicklung ein Zuwachs von 15 Prozent schon fast als "Stagnation" gilt.

Das ist um so erstaunlicher, als sich die Computertechnologie fern vom Verständnisvermögen des größten Teils des Publikums abspielt. Zwar konnte man auf der Systems erfahren, daß etwa "Munix" nicht etwa ein Münchner Spezi des Gallier-Gnoms "Asterix" ist, sondern eine "Implementierung" des "16/32-Bit-Unix-Rechners Cadmus 9000 mit hochauflösendem, mausbestücktem Bit-Map-Terminal für Text und Grafik und mit transparentem Unix-LAN nach Ethernet-Norm", wie der Hersteller freundlicherweise wissen ließ. Doch nichts war auf dieser Messe auszumachen, das die einförmigen Reihen der Sichtschirme und geisterhaft operierenden Zeichenarme oder die immer neuen Wortschöpfungen des Computerchinesisch dem Publikum verständlicher gemacht hätte. Es ist wohl weniger die zur Ausstellungseröffnung erneut beschworene "Technikfeindlichkeit der Jugend" oder das Werk allgegenwärtiger "Angstapostel", sondern schieres Unverständnis, was für viele Nichtspezialisten den Zugang zur zukunftsträchtigen Materie versperrt.