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22.03.1985

System 12 B

Diese Konzeption - so betonten die Stuttgarter immer wieder - gewährleiste die Aufwärtskompatibilität der Vermittlungstechnik, da beispielsweise ISDN-Module mit den entsprechenden Leistungsmerkmalen nur "zugesteckt" werden.

Im Unterschied zum in der öffentlichen Technik verwendeten System 12 bietet das System 12 B folgende Besonderheiten: Gemischte Anschlußmodule für alle Verbindungssatztypen sowie MF-Empfänger/Sender, kombiniertes Anschlußmodul für Wartung, Bedienung sowie Takt- und Tongenerierung, Multifunktionssteuereinheit, Einsatz des Mikroprozessors 80286 von Intel.

Den Leistungsumfang ihrer digitalen K-Anlage skizzierten die SEL-Leute so: Das System sei für Sprach-, Text-, Daten, Fest- und Bewegtbilderkommunikation ausgelegt, verfüge über einen integrierten Datenkommunikationsrechner für Serverfunktionen (zum Beispiel Bildschirmtext, Text- und Sprachspeicher, Protokollumsetzung), Netzübergänge zu existierenden Netzen und über eine integrierte Paketvermittlung. Im Unterschied zu anderen Herstellern hält man in Stuttgart auch den letzten Punkt für wichtig. Im Hinblick auf den Einsatz von modernen Workstations mit Fenstertechnik, bei denen mehrere Vorgänge gleichzeitig auf einem Bildschirm dargestellt werden können, sei der gleichzeitige Zugriff auf mehrere räumlich verteilte Rechner und Datenbanken notwendig. Daher sei das System 12 B - über ein peripheres Subsystem - auch paketvermittlungsfähig.

Die künftigen Kommunikations- und Sonderdienste, die innerhalb des Systems 12 B möglich sind, werden nach Angaben der Stuttgarter folgende Merkmale beinhalten: Die Zwischenspeicherung und Verteilung von Telex, Teletex, Telefax/ Festbildübertragung und Elektronic Mail; die Bereitstellung systemzentraler Ressourcen wie Modem-Pool, Protokoll- und Dienstkonverter, Inhouse-Bildschirmtext mit externer Rechnerfunktion, Rechenzentrum sowie Druckzentrum und die Bereitstellung von Sonderdiensten wie Telemetrie, Gebäudeleittechnik und Sicherheitstechnik.

Mit Hilfe des Protokollkonverters sei es innerhalb des Systems 12 B möglich, auch sogenanntes Interworking wie die Umsetzung von Teletex auf Telefax oder von SEL-Textsystemen auf Teletex und Telex zu realisieren. Hierfür verwende man die Standards der CCITT-Empfehlungen, in denen Protokolle für Teletex, Telefax, Textfax bis hin zu herstellerspezifischen Dokumentenstandards eingeschlossen sind.

Schließlich kündigten die Stuttgarter auch neue Multifunktionsterminals oder - wie es mittlerweile im Postjargon heißt - Mehrdienste-Endgeräte für das System 12 B an: Da ist zum einen das Digitel, das digitale Telefon von SEL, mit Zweizeilendisplay á 20 alphanumerischen Zeilen, Direktruffunktionen mit 14 Namenstasten und einem Funktionstastenfeld für den Abruf der neuen ISDN-Leistungsmerkmale per Knopfdruck. Da sind zum anderen zwei bereits verfügbare, sogenannte ISDN-Arbeitsplatzrechner wie die Arbeitsplatzstation Xtra, ein IBM-kompatibler Mikrocomputer sowie die hochauflösende Bildschirmstation CTM 9016 beziehungsweise 9032 für integrierte Text- und Datenverarbeitung, die beide "mit ISDN-Schnittstellen und Übertragungsprotokollen versehen" werden.

Parallel zu den Produktannouncements kündigt SEL darüber hinaus auch eine neue Vertriebsstruktur im Hinblick auf die Vermarktung des Systems 12 B an. Dies werde sich zunächst vor allem durch eine Integration im Vertrieb gegenüber den Großkunden zeigen. Darüber hinaus peilen die Stuttgarter einen gemeinsamen Vertrieb der digitalen Nebenstellenanlage zusammen mit Computerkonzern an, allerdings scheint dies nicht auf die Bundesrepublik zuzutreffen. Auf die Frage, ob dies für Deutschland ausgeschlossen sei, antwortete Hermann Chlupka, Mitglied des SEL-Vorstands und Leiter des Gruppenbereiches Bürokommunikation, mit "eigentlich ja".