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06.11.1981

"SYSTEM"-Approach zum Zukunftsbüro via Textverarbeitung:Viele Konzepte verderben den Brei

06.11.1981

MÜNCHEN - "in Systemen denken" lautete das Motto der diesjährigen SYSTEMS in München. Im Bereich der "Büroautomation" spiegelte dieses Motto zwar wider - verschiedene Systemphilosophien Wetteifern miteinander, erzielten beim Besucher oft aber nur eins: Verwirrung. Ein klarer Trend zur Verwirklichung des "Büros der Zukunft" ist bisher nicht erkennbar.

Die Konkurrenz der Systeme machte den Rundgang für einen Besucher, der sich über eine Lösung seiner Büroautomationsprobleme informieren wollte und dabei als Angelpunkt ein Textsystem suchte, zu einem "mentalen" Erlebnis. Vorgestellt wurden Geräte von der unteren Stufe der Textverarbeitung über Mehrplatzsysteme bis hin zu lokalen und öffentlichen Netzwerkkomponenten. Während einige Aussteller das "Rechnen im Brief" als Keimzelle des Büros der Zukunft priesen und mit dem Hinweis auf zukünftige Entwicklungen des eigenen Hauses den potentiellen Käufer umwarben, neigten andere zu Understatement und erklärten, daß ihr Rechner "auch Textbearbeitungsfunktionen" ausüben könne.

Ein Blick in das Büro der Zukunft blieb aber auch nach einem ausführlichen Rundgang Wunschtraum. Das Problem liegt darin, daß Textsystem-Hersteller nichts von Computern verstehen und umgekehrt Computer-Hersteller nichts von Textverarbeitung, meinte ein Messe-Aktiver. Darauf basiere auch die Vielzahl der Konzepte.

Die Qual der Wahl bleibt denn auch in diesem Spezialbereich dem Anwender überlassen. Das Angebot an Textverarbeitungssystemen auf dieser Messe war qualitativ und quantitativ zufriedenstellend - aber, so der Eindruck eines Fachhändlers, der Kunde zögere die Kaufentscheidung heraus und hoffe auf Entwicklungen der nächsten Jahre, die sich als Trendsetter etablierten.

Doch auch auf seiten der Hersteller ist Unsicherheit spürbar. Etliche versteckten sich in der Beratung hinter technischen Details wie Leistungsdaten und Funktionsbeschreibungen, ohne ein klares Konzept vorlegen zu wollen.

Der Markt definiere nicht genau, was für Anforderungen an das "Büro der Zukunft" gestellt würden, lautete der Tenor, deshalb realisiere man neue technische Lösungen mit der gebotenen Vorsicht. Hier scheint ein Umkehrschluß legitim, denn das Geschäft gab bei vielen TV-Herstellern zur Euphorie keinen Anlaß.

Wenn schon nicht Geschäft, dann wenigstens Gespräch, war die Devise vieler Messebesucher. "Für mich hat sich der Messebesuch gelohnt", zog ein Besucher aus der Beraterbranche sein Fazit, "denn ich habe immerhin viel über die derzeit vorhandene Technik gelernt."

So wie er nutzten viele die gebotenen Möglichkeiten.