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08.10.2008

System Center auf dem Weg zur RZ-Reife

Dipl. Inform. Johann Baumeister blickt auf über 25 Jahre Erfahrung im Bereich Softwareentwicklung sowie Rollout und Management von Softwaresystemen zurück und ist als Autor für zahlreiche IT-Publikationen tätig. Sie erreichen ihn unter jb@JB4IT.de
Microsoft will die Administration großer Rechenzentren nicht der Konkurrenz überlassen. Für die Tools von "System Center" ist deshalb mehr Offenheit angesagt.

Die Wurzeln des System Center stecken im "System Management Server" des Jahres 1993 - aus ihm ist inzwischen der "System Center Configuration Manager" hervorgegangen. Rund zehn Jahre später folgte der "Operations Manager". Jüngste Mitglieder der Produktfamilie sind der "Data Protection Manager" und "Virtual Machine Manager". Zur Vervollständigung der Suite will Microsoft im kommenden Jahr noch den "System Center Service Manager" auf den Markt bringen. Wie es um die aktuell verfügbaren Module der Produktfamilie bestellt ist, hat Microsoft kürzlich auf seinem Systemmanagement Summit in Hanau präsentiert.

Configuration Manager

Der ursprüngliche System Management Server diente vor allem zur Verwaltung von Clients. Zudem umfasste er Funktionen zur Inventarisierung der Hard- und Software, zur Verteilung von Software auf Zielsysteme und zur Fernwartung. Seine Einschränkung bestand darin, dass es sich bei den verwalteten Geräten ausschließlich um Client-Systeme mit Windows handeln durfte. Eine dieser Restriktionen hat Microsoft nun gelockert: Der Configuration Manager kann jetzt auch zur Verwaltung von Servern eingesetzt werden, die unter Windows laufen.

Erweitert hat Microsoft außerdem die Techniken zur Softwareverteilung und Applikationsbereitstellung. So wurde einerseits das Ausrollen von Betriebssystemen, das Bare-Metal-Setup, vereinfacht, andererseits werden nun auch hier Server-Betriebssysteme unterstützt. Ferner hat Microsoft die Technik zur Applikationsvirtualisierung, die ursprünglich aus der Softgrid-Übernahme stammte, direkt in den Configuration Manager integriert. Nunmehr lassen sich virtualisierte Applikationen nach den gleichen Verfahren wie fest installierte Applikationen ausrollen.

Korrespondierend dazu besteht eine Integration von Intel vPro/AMT (Active Management Technology). Über diesen Weg sind Konfigurationsänderungen und Bios-Einstellungen der Zielsysteme direkt aus dem Configuration Manager möglich, was bislang nur mit Hilfe von KVM-Tools gelang. Zum Umfang der AMT-Funktionen gehören die Aktivierung des Rechners aus der Ferne, der Zugriff auf die Bios-Einstellungen und das Umlenken des Boot-Device auf ein Netzwerk-Share, wie es sich beispielsweise für den Bare-Metal-Setup heranziehen lässt. Damit ist der gesamte Ablauf einer Rechnerinstallation, beginnend mit dem Einrichten der Festplatten bis hin zum Betriebssystem-Rollout aus der Ferne, machbar.

Data Protection Manager

Mit dem Data Protection Manager 2006 (DPM) gab Microsoft sein Debüt in Sachen Continuous Data Protection. Es handelt sich um ein Sicherungs-Tool, das die Daten des Primärsystems periodisch auf eine zweite Server- oder Backup-Instanz überträgt. Die erste Version des Jahres 2006 wurde schon 2007 um neue Funktionen und eine breitere Unterstützung der zu sichernden Server-Systeme erweitert. Nunmehr kann der DPM neben den Daten im Windows-Dateisystem auch die Inhalte von SQL Server, Sharepoint und Exchange sowie den Systemstatus eines Windows-Rechners absichern. Unterstützt wird auch die Sicherung von virtuellen Maschinen.

Die Sicherung erfolgt in festen Intervallen von mindestens 15 Minuten. Der Datenverlust erstreckt sich damit auf genau diese Intervalle - der DPM ist somit kein System für Hochverfügbarkeit oder Ausfallsicherheit, sondern soll lediglich den Datenverlust auf ein erträgliches Maß reduzieren. Gleichzeitig können maximal 512 Shadow Copies angelegt werden. Neu in dem Zusammenhang ist auch die Technik der Datenwiederherstellung. Sie kann sowohl durch den Administrator als auch durch den Benutzer selbst erfolgen. Durch das "End User Recovery" lassen sich gelöschte Dateien direkt über das Kontextmenü des Dateisystems wieder zurückholen. Dazu wurden u uauch die Suchfunktionen erweitert. Sie ermöglichen eine Suche nach unterschiedlichen Kriterien wie Dateinamen oder dem Zeitpunkt einer Löschung. Die Wiederherstellung durch den Endbenutzer ist natürlich nur in Bezug auf Dateien sinnvoll, die ihn wie E-Mails unmittelbar betreffen. Für Datenbanken zum Beispiel gilt sie nicht.

Virtual Machine Manager

Der Virtual Machine Manager (VMM) ist das jüngste Mitglied im System Center und dient der Verwaltung von virtuellen Infrastrukturen. Er wurde erstmals 2007 vorgestellt, derzeit folgt Version 2008. Der VMM umfasst Funktionen, mit denen Anwender virtuelle Maschinen erzeugen, löschen, ändern und überwachen können. Mit VMM 2008 gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, ESX-Server von VMware zu verwalten. Neu sind ferner eine erweiterte Analyse des Lastverhaltens und eine Hilfe bei der Platzierung der virtuellen Maschinen. Für die Überwachung der virtuellen Infrastruktur stehen im VMM Basisfunktionen bereit, weitergehendes Monitoring erfolgt über die Integration mit dem Operations Manager.

Interessant ist vor allem die Funktion der "intelligenten Platzierung" einer virtuellen Maschine. Sie unterstützt bei der Neuanlage virtueller Umgebungen oder bei der Migration von physischen Rechnersystemen in virtuelle Instanzen. Dabei prüft der VMM vor der Migration das Lastverhalten des physischen Rechners, also Parameter wie CPU- und I/O-Nutzung oder Speicherbedarf. Anhand dieser Kriterien und der Kenntnis der Lastprofile der verfügbaren Host-Systeme ermittelt der VMM anschließend den Host, der bestmöglich für die virtuelle Maschine geeignet ist.

Operations Manager

Die vierte Säule im System Center ist Microsofts Operations Manager. Er stammt ursprünglich von Net IQ und wurde anfangs unter der Bezeichnung "Microsoft Operations Manager" (MOM) angeboten. Laut Microsoft ist vom ursprünglichen Code nicht mehr viel übrig geblieben, lediglich die generelle Logik und die Bedienkonsolen hat man beibehalten. Der Operations Manager dient generell der Überwachung von Server-Systemen, Netzbaugruppen und Client-Desktops. Der nun erweiterte Fokus des Produkts reicht in Richtung Geschäftsprozesse und End-to-End-Monitoring. Die Grundlage dafür bildet das System Definition Model. Dieses hatte Microsoft schon vor einigen Jahren als Basis für alle zukünftigen Entwicklungen vorgestellt.

Ferner dient der Operations Manager als Framework, in das sich die als "Management Packs" bezeichneten Überwachungsmodule einklinken lassen. Microsoft selbst liefert solche Pakete für seine Server-Systeme, Dritthersteller haben weitere Betriebssysteme und Applikationsdienste abgedeckt. In der kommenden Version des Operations Manager wird Microsoft die Verwaltung fremder Plattformen selbst übernehmen und führt dazu die Cross Platform Extensions ein. Geplant ist die Unterstützung von HP-UX 11i (IA64 und PA-Risc), Sun Solaris 10 (Sparc und x86), Red Hat Enterprise Linux 5 und Suse Linux Enterprise Server. (ue)

Neuerungen auf einen Blick

Configuration Manager 2007 R2

Anbindung an Intel vPro/AMT,

Integration von Asset-Funktionen,

Integration der Applikationsvirtualisierung,

Unterstützung für Windows Vista und Windows Server 2008.

Operations Manager 2007 SP1

Verwaltung von Unix- und Linux-Systemen durch die Cross Platform Extensions,

Optimierung des UI durch reaktionsfreudigere Konsolen,

Unterstützung von synthetischen Transaktionen.

Data Protection Manager 2007 (SP1 wird für Ende des Jahres erwartet)

Sicherung von virtuellen Maschinen des Hyper-V,

Sicherung der Daten des SQL Server, Exchange- und Sharepoint-Server.

Virtual Machine Manager 2008

Verwaltung des ESX-Server und seiner virtuellen Maschinen,

Optimierung des Zusammenspiels mit dem Operations Manager durch PRO (Performance and Resource Optimization).

"Designed for Big"

CW: Ist System Center reif für das Rechen-zentrum?

VON ROTTKAY: Die System-Center-Produkte decken inzwischen alle relevanten Bereiche des Server-Managements im Rechenzentrum ab. Dazu gibt es auch schon eine Reihe von Kundenreferenzen, die unter der Kampagne "Designed for Big" laufen. Beispiele sind der Stahlproduzent Arcelor Mittal und das Finanzunternehmen HSBC Trinkaus.

CW: Wie passt System Center in heterogene IT-Landschaften?

VON ROTTKAY: System Center ist für Windows-Umgebungen optimiert. Der Virtual Machine Manager 2008 erlaubt nun die Verwaltung von virtuellen Maschinen unter VMware Virtual Infrastructure 3 sowie Hyper-V, und mit den Cross Platform Extensions, die derzeit als Betaversion vorliegen, ist die Überwachung von Unix- und Linux-Plattformen direkt mit dem Operations Manager 2007 möglich. Außerdem stehen für den Operations Manager Konnektoren zu anderen Verwaltungsplattformen zur Verfügung, die eine hohe Interoperabilität ermöglichen.

CW: Wie will Microsoft gegen VMware punkten?

VON ROTTKAY: Mit System Center bieten wir eine Plattform für die einheitliche Verwaltung von physischen und virtuellen Systemen. Es gibt eine nahtlose Integration der virtualisierten Systeme in die bestehende Infrastruktur, und das auf Basis der vertrauten Windows-Oberfläche. Der Operations Manager zum Beispiel erlaubt es nicht nur, eine virtuelle Maschine zu überwachen, sondern auch den Status und die Performance der Anwendung zu beobachten, die in der virtuellen Maschine läuft.