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30.10.1987 - 

Input untersuchte Wachstumsmöglichkeiten für den Dienstleistungssektor:

System-Integration verspricht Marktchancen

MÜNCHEN(CW) - Für die Dienstleister ist das Thema verteilte Systeme bereits out; System-Integration ist angesagt. Dieses Marktsegment birgt zwar Risiken, verspricht jedoch überdurchschnittliche Wachstumschancen. So das Ergebnis einer Studie, die das Londoner Marktforschungsinstitut Input Ltd. kürzlich veröffentlicht hat.

Ursache für den allgemeinen Trend hin zu den "Service-Lösungen" ist der Untersuchung zufolge eine starke Neigung der Anwender zum Abschluß von Generalunternehmerverträgen. Aus dieser Akzeptanz des Dienstleistungsangebots erwachse wiederum eine Vielzahl von Möglichkeiten für die professionellen Service-Anbieter.

Dementsprechend vielfältig setzt sich laut Input-Studie die Gruppe der Anbieter zusammen. Während die Hardwarehersteller fieberhaft am Aufbau von Dienstleistungs-Kapazitäten arbeiteten, vergrößerten die Softwareanbieter ständig den Teil ihres Umsatzes, der aus Implementierung, Beratung und Schulung fließt. Große US-Unternehmen versuchten, durch Akquisition und eigene Präsenz ihren Anteil am europäischen Markt auszubauen. Gewildert werde nicht nur in den Revieren der Management-Consulting-Anbieter, sondern auch in denen der traditionellen Softwarehäuser. Generell könne eine Polarisierung des Marktes festgestellt werden: auf der einen Seite die multinationalen Konzerne, auf der anderen die kleineren Nischenanbieter.

Input schätzt, daß der Dienstleistungsmarkt von 8,7 Milliarden Dollar im laufenden Jahr auf 13,3 Milliarden in 1989 anwachsen werde; die jährliche Steigerungsrate betrage dabei 24 Prozent. Für die Jahre 1989 bis 1992 rechnen die Londoner mit Steigerungen von 19 Prozent per annum; dieser Markt wird demzufolge in fünf Jahren ein Volumen von etwa 22,6 Milliarden Dollar erreichen.

Das größte Wachstum wird dabei für den Bereich der System-Integration prognostiziert. Als Ursache für diesen Boom lasse sich die Diskrepanz zwischen den steigenden Anforderungen der Informationssysteme und der Knappheit an gut ausgebildetem Personal ausmachen. Eine Rolle spiele aber auch der hohe Grad, in dem die Organisation der Anwenderunternehmen von diesen Systemen durchdrungen sei.

Für die Anbieter bedeute dies, daß sie eine ausreichende Anzahl qualifizierter Mitarbeiter zur Verfügung haben müssen. Außerdem sei das grundlegende Verständnis für die Beschaffenheit des Kundenunternehmens ein Schlüsselfaktor für erfolgreiches Abschneiden auf diesem Markt.

Logistische Kette muß erweitert werden

Entscheidende Bedeutung messen die Anwender der Input-Untersuchung zufolge einer Einbindung von Produktion, Distribution und Marketing - zusätzlich zur Verwaltung - in die logistische Kette bei. Als weiterer wichtiger Sektor der Informationsverarbeitung wurde der gesamte Kommunikationsbereich gewertet. Verteilte Systeme seien ein Trend in den späten 70er und frühen 80er Jahren gewesen; die für den Rest des Jahrzehnts anstehenden Aufgaben stellten hingegen die unternehmensweite Integration des Informationssystems sowie das Information-Sharing dar.

Der Markt für solche Integrationsleistungen wird laut Input in den nächsten fünf Jahren - ohne die Nato- und Raumfahrt-Aufträge - von 325 Millionen Dollar auf 2 Milliarden ansteigen, wobei die jährliche Wachstumsrate bei durchschnittlich 44 Prozent liege. Zwar würden sich die Hardware-Hersteller als "natürliche erste Wahl" für nichtstandardisierte schlüsselfertige Systeme anbieten. Spezielle Kenntnisse der Kundenbedürfnisse und ausgefeilte Engineering-Techniken sprächen jedoch für die Softwarehäuser als Generalanbieter. Bedarf für die Integrations-Dienstleistungen sieht Input bei den Banken und Finanzierungsgesellschaften sowie in der Fertigung und im gesamten Regierungsbereich.

Für die Anbieter sei der Einstieg in diesen Markt keineswegs risikolos. So müssen normalerweise etwa fünf Prozent des Auftragswertes bereits in die Bewerbung investiert werden. Deshalb raten die Londoner Analysten zu strategischen Partnerschaften und anderen Rückversicherungen. Genauso wichtig seien jedoch die Bereitschaft, sich mit den wirklichen Bedürfnissen und Problemen der Anwender auseinanderzusetzen, sowie das entsprechende Know-how in puncto System-Design, produktivitätssteigernde Werkzeuge und Projektmanagement.