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24.04.1992 - 

RZ-Software für die Unix-Welt

System-Management ist auch bei dezentraler DV erforderlich

*Werner Müller ist Produktbereichsleiter Unix- und VAX-Systeme bei Computer Associates.

System-Management war in der Vergangenheit ein Thema, das in Mainframe-Rechenzentren interessant war. Eine umfassende Systemverwaltung hilft aber nach Meinung von Werner Müller* auch, die Ressourcen von Unix-Systemen effizient einzusetzen. Gleichzeitig werde die Leistungsfähigkeit auf eine neue Stufe gehoben.

Die kommerzielle Datenverarbeitung hat in den vergangenen Jahren einen Wandel erlebt. Neben die klassischen IBM-Mainframes der 370-Klasse sind Midrange-Systeme, Workstations und leistungsstarke Personal Computer in den Blickpunkt des Interesses getreten. Diese Rechner stellen ein großes Leistungspotential dar, das sich durch Netzwerke und offene Systeme nutzbar machen läßt.

Eine effiziente Nutzung der dezentralen Systeme verspricht entscheidende Kostenvorteile. Eine besonders wichtige Rolle spielen bei der Dezentralisierung Unix-Systeme, da diese auf praktisch allen Leistungsebenen, vom High-end-PC bis zum System mit Mainframe-Kapazität, zur Verfügung stehen. Ursprünglich wurden Unix-Rechner fast ausschließlich im technisch-wissenschaftlichen Bereich als Stand-alone-Systeme eingesetzt.

In Unix-Umgebungen vor den gleichen Problemen

Zwar waren diese Systeme in der Regel vernetzt, aber nur zum Austausch von Daten. Das heißt, es gab zunächst kaum einen Multiuser-Betrieb mit zentralen Servern und damit auch nicht die typischen Probleme des System-Managements, wie sie aus der kommerziellen DV bekannt sind. Heute kommen immer mehr Unix-Rechner aller Leistungsklassen im kommerziellen Bereich zum Einsatz. Sie bilden Multiuser-Umgebungen von zum Teil erheblichem Umfang.

Dennoch besteht vielfach die Meinung, daß bei diesen Systemen kein System-Management erforderlich sei. Dem sind gewichtige Gründe entgegenzuhalten, die sehr wohl für ein wirkungsvolles System-Management bei dezentralen Rechnerumgebungen sprechen. Denn obwohl ein Unix-System für sich allein meistens eine geringere Leistungskapazität als ein Mainframe bietet, können zum Beispiel die gesamten Ressourcen in einem Netzwerk einem Mainframe an Leistungskraft gleichkommen oder ihn sogar übertreffen.

Hinzu kommt, daß durch den Übergang auf dezentrale Systeme erstmals besonders wertvolle Informationen verlagert werden. So besteht in der neuen Umgebung die gleiche Notwendigkeit zu einem wirkungsvollen und sicheren System-Management, wie es vom Mainframe her bekannt ist.

Häufig ruft bereits der Begriff RZ-Management bei Unix-Anwendern negative Reaktionen hervor und nicht etwa auf angemessenes Interesse. Von Rechenzentren ebenso wie von DV-Administration, so die weitläufige Meinung, sollte auch künftig nur bei Mainframes die Rede sein.

Die Erfahrung, daß zentrale Rechenzentren die Bedürfnisse der Benutzer nicht in jedem Fall ausreichend abdecken, hat letztlich dazu geführt, daß Unix-Systeme als Alternativen eingesetzt wurden. Schneller und wirkungsvoller als die zentrale DV-Abteilung sorgen die dezentralen Rechner dafür, daß die geforderten Informationen bei Bedarf sofort vorliegen und Anwender ohne lange Wartezeiten Zugriff auf die Datenbestände des Unternehmens haben.

In Unix-Umgebungen gibt es üblicherweise einen Super-User, der für das System-Management und die DV-Administration zuständig ist. Dabei handelt es sich in der Regel um einen Systemprogrammierer oder um einen erfahrenen DV-Anwender aus dem technischen Umfeld. Er hat dafür zu sorgen, daß von den Datenbeständen Back-ups gemacht werden. Er weist neue Benutzer in den Umgang mit den Systemen ein, trifft Vorkehrungen für die Datensicherheit und kümmert sich ums Netzwerk-Management.

Eine effiziente Systemverwaltung ist grundlegende Voraussetzung für die Portierung kommerzieller Anwendungen auf Unix-Rechner. System-Manager stehen in Unix-Umgebungen vor den gleichen Problemen wie im Mainframe-Bereich: Wie können Produktivität der Mitarbeiter und Systemdurchsatz optimiert werden? Wie lassen sich große Arbeitslasten bewältigen, wenn gleichzeitig ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit zu gewährleisten ist?

Eine umfassende Systemverwaltungslösung hilft, die Ressourcen von Unix-Systemen und -Netzwerken effizient einzusetzen und hebt die Leistungsfähigkeit einer Unix-Umgebung auf eine neue Stufe. Wenn die Rede von System-Management ist, dann sind damit unter anderem Funktionen wie Band- und Plattenverwaltung, Konsol-Management, Scheduling, Drucksteuerung und Reportverteilung, Problemverfolgung, Accounting und Datensicherheit gemeint.

Die Integration dieser Funktionen bringt für jedes einzelne Subsystem zusätzlichen Gewinn und steigert die Effizienz bei der Systemverwaltung insgesamt. Sofern die für Unix bereitgestellten Funktionen voll kompatibel sind mit der RZ-Management-Software für Mainframe-Betriebssysteme, wird zusätzlich eine unternehmensweit einheitliche Systemverwaltung verschiedener Rechner-Plattformen möglich.

Auf dem Gebiet der automatischen Speicherverwaltung bieten leistungsfähige Programme unter anderem Einrichtungen für Backup und Archivierung. Es stehen moderne Methoden

der Datenkomprimierung zur Performance-Steigerung zur Verfügung. Um sich vor unbeabsichtigtem Überschreiben kritischer Daten auf Bändern zu schützen, ist es notwendig, eine entsprechende Bandverwaltung einzusetzen. Tools für eine automatisierte Plattenverwaltung bieten sich allein schon deswegen bei Unix an, weil es beim "Vollaufen" einer Platte zu einem Systemstillstand kommt.

Dies wird durch eine automatisierte Plattenverwaltung verhindert. Im Bereich der automatischen Produktionssteuerung werden Werkzeuge zur Arbeitslast-Verteilung und zur Automation der Job-Ausführung angeboten. Die Verwaltung der Reports wird optimiert, was beispielsweise kürzere Druckzeiten zur Folge hat. Eine Spool-Drucksteuerung vereinfacht die Verteilung und Prioritätenvergabe beim Drucken über Spooler.

Komponenten zum Konsol-Management erweitern die Konsol-Schnittstellen von Unix und automatisieren den Konsol-Betrieb, was zu einer erheblichen Fehlerreduktion führt. Denn langjährige Erfahrungen aus dem Mainframe-Bereich zeigen, daß manuelle Eingriffe im Operating eine große Fehlerquelle darstellen.

Die RZ-Administration wird unter anderem durch Problem-Verfolgungs-Systeme unterstützt. Arbeitsabläufe müssen nicht manuell in Gang gesetzt werden, sondern können - je nach Benutzerdefinition - bei Abweichungen vom Normalbetrieb die Probleme selbsttätig verfolgen. Im Bereich Performance-Management stehen neben Methoden für die Ressourcen-Nutzung auch Systeme zur Kostenverrechnung zur Verfügung.

Schulungsaufwand für die Anwender reduzieren

Auch Sicherheitsfunktionen werden von Softwarepaketen für den Bereich RZ-Management abgedeckt. So wird unter anderem ein hohes Maß an Sicherheit und Datenschutz dadurch erzielt, daß die Überprüfung der Zugangsberechtigung nur an einer zentralen Stelle erfolgt. Selbst Benutzer mit Super-User-Autorisierung können diese Einrichtungen nicht umgehen.

Mit dem Begriff Super-User wird in der Unix-Welt ein Benutzerstatus beschrieben, der dem Anwender nahezu unbegrenzte Zugriffs- und Manipulationsmöglichkeiten einräumt. Der Super-User-Status verschafft ihm Zugang zu sämtlichen Ressourcen, zu allen Dateien inklusive den Paßwörtern sowie zu sämtlichen Programmen.

Neben der Bereitstellung von integrierten Funktionen für sämtliche Aufgaben des System-Management wird es auch darauf ankommen, daß die Lösungen auf der Unix-Ebene mit den entsprechenden Mainframe-Lösungen zusammenarbeiten. So läßt sich beispielsweise ein umfassendes Sicherheitssystem mit einer zentralen Kontrollstelle realisieren oder die gesamte Bandverwaltung auf einer gemeinsamen Datenbank durchführen.

Es ist davon auszugehen, daß integrierte Lösungen bei etablierten DV-Verantwortlichen Interesse finden und daß durch solche Lösungen die Unix-Akzeptanz insgesamt weiter wächst. Und, last but not least, reduzieren einheitliche Lösungen auf allen Hardwareplattformen den Schulungsaufwand für die Anwender.