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10.05.1996 - 

Olympiade als Client-Server-Belastungstest

System-Management spielt in Atlanta eine tragende Rolle

10.05.1996

CW: Nach wie vor gibt es bei der Client-Server-Technik Leistungsgrenzen. Warum haben Sie sich angesichts der bei den Olympischen Spielen anfallenden Datenmengen dennoch dafür entschieden?

Jenkins: Eine der Schlüsselanforderungen war die Unabhängigkeit der verschiedenen Austragungsorte. Wenn lokal Probleme auftreten, dürfen davon keine anderen Systeme betroffen sein. Deshalb haben wir auch an jeder wichtigen Stelle ein Backup-System eingerichtet, auf das bei Ausfällen automatisch umgeschaltet wird. Damit die Reporter auch in solchen Fällen nicht auf aktuelle Informationen verzichten müssen, ist zudem für Datensynchronisation gesorgt. Ein derart modularer Aufbau ist nur mit Client-Server-Techniken möglich.

CW: Ist dieses Netz mit rund 7000 PCs nicht extrem anfällig?

Jenkins: Natürlich gibt es hier mehr Fehlerquellen als beim Mainframe-Einsatz, die unserer Meinung nach vor allem in der Software zu suchen sind. Daher verwenden wir ein Softwareverteilungs-Produkt, mit dem wir ständig alle beteiligten Rechner vom Host aus aktualisieren können.Hinzu kommt ein speziell für unsere Zwecke entwickeltes Netz-Management und die System-Management-Software der IBM. Damit können wir jede Komponente von unserem Technikzentrum aus unter die Lupe nehmen. Wir werden wissen, wann bei einem beliebigen Drukker Papier nachgelegt werden muß.

CW: Der Hauptfehler bei Client-Server-Projekten liegt erfahrungsgemäß darin, daß die Komplexität der Infrastrukur unterschätzt wird. Wie haben Sie hier vorgesorgt?

Palmich: Wir führen eine Vielzahl von Tests durch. In der ersten Phase lag unsere Hauptinformationsquelle in Simulationsverfahren. Momen- tan loten wir die Belastungsgrenzen unseres Netzes aus. Danach folgt - noch im Mai - der Einsatz des gesamten Systems unter realistischen Bedingungen, so wie wir sie während der Olympischen Spiele erwarten.

CW: Gibt es bereits Erkenntnisse, worauf die Veranstalter beim DV-Einsatz künftiger Olympiaden achten sollten?

Palmich: Wir müssen die Bedienung insbesondere für die Info-Systeme noch benutzerfreundlicher gestalten. Schließlich arbeiten damit vor allem freiwillige Helfer, in der Regel also DV-Laien. Wir denken an Spracheingabe sowie an größere Mobilität durch Notebooks, die sich ohne Kabel ins Netz einbinden lassen. Beides erproben wir in Atlanta.

CW: Lassen sich Ihre Erfahrungen auch auf Unternehmensnetze übertragen?

Palmich: Aber ja. Das gilt insbesondere für die Konzeption von Netzen. Dafür war es nötig, eine ganze Reihe von IBM-Abteilungen zur Zusammenarbeit zu bewegen.

Client-Server für Olympia- Info ´96: Data-Warehouse und Kommunikationssystem auf DB2-Basis, das via PCs und Info-Kiosks 150000 Medienvertreter, Sportler und Funktionäre informieren soll.

- Sportresultate: 37 nach Disziplinen organisierte Anwendungen liefern Ergebnisse von 271 Wettbewerben in Zeiten unter einer Sekunde via LANs und WANs.

- Organisation: Anwendung für Unterbringung, Anmeldungen, Veranstaltungsplanung, Materialverwaltung, medizinische Versorgung, Ticketverkauf, Personalverwaltung und vieles mehr.

- Ausstattung: Zwei WANs mit Frame-Relay-Technik, ein ATM-Hochgeschwindigkeitsnetz, das 31 Sportstätten verbindet, drei IBM-Großrechner mit CICS-Monitor und DB2-Datenbank, 3 TB an Daten, ein Web-Server, 750 AS/400-Midrange-Systeme und 15 RS/6000-Unix-Rechner als Anwendungs-Server, 300 LAN-Server auf OS/2-Basis, 7000 PCs und Notebooks, 1800 Touchscreen-Info-Kioske, 1000 Drucker, 13000 Telefone, 11000 Fernseher und 9500 Radios.