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03.02.1978 - 

CW-Marktübersicht:

System-Software für die interaktive Programmierung

MÜNCHEN (uk) - Der Zwang, bei der Programmentwicklung die Computer-Unterstützung zu nutzen, nimmt ständig zu. Immer neue Horror-Zahlen über die Software-Kosten-Explosion (Diebold schätzt, daß jährlich acht Milliarden Mark für Software ausgegeben werden) veranlassen heute jeden EDV-Anwender, über Produktivitätsund Effektivitäts-Verbesserungen bei der Software-Erstellung nachzudenken.

Doch mit welchen der jüngst propagierten Hilfsmittel läßt sich am schnellsten ein spürbarer Erfolg erzielen? - SolI man zunächst ein manuelles Konzept zum systematischen Arbeiten a la Orgware oder lieber HIPO einführen? Soll man vielleicht mit Strukturierter Programmierung, Top-Down-Modularisierung und Chief-Programmer-Team-Konzept beginnen? Oder ist es ratsam, gleich mit dem maschinellen Hilfsmittel Programm-Generatoren oder Interaktive Programmiersysteme einzusteigen?

Wie groß die Unsicherheit beim Anwender ist, beweist eine Marktuntersuchung der Infratest Wirtschaftsforschung: Darin schätzen zwar 86 Prozent von insgesamt 99 befragten Programmierungsleitern die möglichen Produktivitätssteigerungen bei ihren Programmierern auf bis zu 50 Prozent. Doch wie subjektiv diese Schätzung ist, zeigt die Tatsache, daß nur die Hälfte der Chefprogrammierer schätzen konnte, wieviel Statements ein Programmierer in der Codierungsphase testet. Außerdem sehen die Programmierungsleiter recht unterschiedliche Ansatzpunkte zur Produktivitätssteigerung: Es wurden Testdatengenerierung, ET-Tabellen, Programmgeneratoren, Precompiler sowie Optimierungsprogramme als mögliche Programmierhilfen genannt. Größere Einigkeit bestand nur beim Online-Programmieren. So nannten immerhin fast 20 Prozent der "Ober-Programmierer" dieses Hilfsmittel als konkreten, erfolgversprechenden Ansatzpunkt zur Steigerung der Programmier-Effektivität.

Tatsächlich hat Programmieren im Dialog wesentliche Vorteile gegenüber der konventionellen Programmierung. Vorteile, die allerdings durch Zusatzkosten wie Terminals, Systemsoftware oder Rechneranschaltzeit "erkauft" werden müssen:

- Bei der Programmdatenerfassung und -änderung erübrigen EDIT- sowie Syntaxprüfungs-Funktionen das Ausfüllen von Ablochformularen, das Umgehen mit Lochkarten sowie erste Testläufe zur Eliminierung von Syntaxfehlern in einzelnen Statements.

- Beim Formaltest, Übersetzen und Linken können sofort formale Plausibilitäten und die Syntax geprüft und Fehler verbessert werden.

- Die Testdatenerfassung und -änderung wird durch beliebig formatierbare Dateibereitstellung unterstützt. Einige Dialogsysteme stellen sogar Testdatengeneratoren bereit.

- Beim Ablauftest ergibt sich beispielsweise durch Debugging-Hilfen eine Verringerung der Zahl der Testläufe.

- Die Erstellung und Pflege einer Dokumentation (sowohl der "Inneren" im Programm als auch der "Äußeren") kann durch die Möglichkeiten der Textverarbeitung im Dialog sowie der Reproduzierbarkeit durch jederzeitiges Ausdrucken wirksam unterstützt werden.

Außer diesen Rationalisierungsmöglichkeiten bei Einzelfunktionen der Tätigkeit "Programmieren" ergeben sich durch Instrument "Programmieren im Dialog" insbesondere im Bruttozeitbedarf eines Projektes erhebliche Vorteile. So können erhebliche "Turn-around-Zeiten" bei der Programmerfassung, Compilierung und beim Testen eingespart werden. Zudem bietet der interaktive Programmierplatz durch die leichte Handhabung der Übernahme bereits codierter Teile aus anderen Programmen einen weiteren Vorteil.

Die CW-Redaktion hat erstmals eine Übersicht der auf dem deutschen Markt existierenden Systemsoftwarepakete zur interaktiven Programmierung zusammengestellt. Dabei sind die einzelnen Produkte der Hardware-Hersteller und unabhängigen Software-Häuser sehr unterschiedlich. Die Palette reicht vom Dialog-Interpreter-Compiler bis zum Timesharing-Betriebssystem. Welches System den Anforderungen im Einzelfall am besten entspricht, muß jeder Anwender selbst prüfen. Ein Anhaltspunkt kann das folgende Anforderungsprofil sein, das im Rahmen der lnfratest-Studie von den Programmierungsleitern nach Wichtigkeit bewertet wurde.