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25.05.1984

System-SW als Lösungsansatz bei Mikro-Mainframe-Kopplung

Elektronik bei den Power-Winzlingen eine Art von Gletchmachereffekt hervorruft, liegt die eigentliche Problematik in der Auswahl der Systemsoftware. Doch nicht selten lassen die eklatanten Unterschiede der angebotenen Betriebssysteme. Programmiersprachen und auch Datenbanken, die DV-Entscheider in den Großunternehmen resignieren. In diesem 2. Teil geht der Autor speziell auf den praktischen DB-Einsatz ein.

Der Mikrocomputer erobert sich durch seine mannigfachen Einsatzmöglichkeiten immer neue Märkte. Auch in den Organisations- und DV-Abteilungen großer Unternehmen ist der Umdenkungsprozeß auf die Kraftzwerge in vollem Gange. Zunehmend wächst die Bereitschaft, bestimmte Arbeiten in den Fachabteilungen mit kleineren, aber doch leistungsstarken Geräten abzuwickeln. Da die einheitliche Architektur der nackten.

Um die Verwaltung des Arbeitsspeichers, der mit unvermeidlichen Kapazitätsengpässen fertig werden muß, geht es beim Memory-Management. Solche Engpässe entstehen, wenn die Platzanforderungen der gerade laufenden Programme die reale Kapazität übersteigen.

Durch vorübergehende Auslagerung von Programmen auf Magnetplatten und automatische Reaktivierung des Programmes, sobald der Platz dazu wieder zur Verfügung steht (Swapping), wird diesen Engpässen begegnet. Vom Swapping ist unter anderem zu verlangen, daß eine Prioritätensteuerung berücksichtigt wird.

Für Mikrocomputer gibt es derzeit drei kommerziell nutzbare Mehr-Benutzer-Betriebssysteme, die größere Verbreitung gefunden haben:

- Xenix von Microsoft

- Oasis von Phase-One und

- MP/M-86 von Digital Research.

Alle drei Systeme erfüllen die obigen Anforderungen nur teilweise. Die Einschränkungen scheinen bei Xenix die geringsten zu sein.

Die Auswahl von Programmiersprachen für Mikrocomputer wird gerade bei Großunternehmen stark von den Gesichtspunkten "Portabililät" (Eigenschaft, Software-gleicher Rechnerklassen, also zum Beispiel Mikrocomputer, von einem System zum anderen übertragen zu können) und "Kompatibilität" (Eigenschaft, Software zwischen Rechnern unterschiedlicher Klassen transferieren zu können) bestimmt.

Puffer zwischen Hard- und Software

Die Kompatibilität ist für Großunternehmen deswegen von besonderer Bedeutung, weil oftmals der Wunsch bestehen wird, Softwareprodukte zwischen Großcomputern und Mikrocomputersystemen auszutauschen. Das strikte Einhalten von Sprachnormen ist in diesem Zusammenhang von ausschlaggebender Bedeutung.

Der Markt der Mikrocomputer ist durch einen Grad von Arbeitsteilung gekennzeichnet, der bei den Mainframes und Minicomputern unbekannt ist. Im Bereich der Mikros stammen Hardware, Betriebssystem, Programmiersprachen und Anwendungssoftware in der Regel aus unterschiedlichen Quellen. Im Sinne der Portabilität ist diese Trennung außerordentlich positiv, denn damit stehen Betriebssystem und Compiler als doppelter Puffer zwischen Hardware und Anwendungssoftware.

Die Auswahl der Programmiersprachen erfolgt unter drei Gesichtspunkten:

- Vermeidung von Know-how-Zersplitterung,

- Portabilität und Kompatibilität, Möglichkeit zur Programmierung durch den Endbenutzer.

Die heutigen Standards von Cobol (ANSI 74) und Fortran (Standard 77) kommen den ersten beiden Anforderungskriterien am nächsten. Von den Compiler-Herstellern ist eine hundertprozentige Einhaltung dieser Standards zu fordern, was das zusätzliche Angebot von Erweiterungen keineswegs ausschließt.

Für andere Programmiersprachen ist grundsätzlich der gleiche Grad von Standardisierung wünschenswert.

Eine benutzerorientierte Programmiersprache soll dem Anwender ermöglichen, weitgehend in seiner, von Sachproblemen bestimmten Denkweise, Programme zu entwickeln. Er soll sich nicht auf die prozeduralen Denkweisen des EDV-Profis abstützen müssen. Dieser Idealvorstellung entspricht heute noch keiner Programmiersprache in ausreichendem Maße, auch nicht die Sprache Basic, der große Verdienste zuerkannt werden als Einführungssprache in speicherprogrammierten Maschinen. Basic hat zudem den Mangel unzureichender Portabilität und Kompatibilität.

Zur Systemsoftware im weitesten Sinne können auch die Datenbanksysteme gerechnet werden. Hier ist zwischen "großen" und "kleinen" Datenbanken zu unterscheiden.

Große Datenbanken orientieren sich an den Bedingungen der zentralen Mainframes. Da Großunternehmen aus mehreren Gründen eine zentrale Datenbasis auf einem Großrechner verwalten müssen, ist für diese Klasse von Datenbanksoftware auf Mikrocomputern und in Großunternehmen kaum ein Einsatzgebiet gegeben.

Die kleinen Datenbanksysteme sind speziell auf die Belange von Mikrocomputern zugeschnittene Systeme, die sich unter anderem durch die Leichtigkeit ihrer Handhabung auszeichnen. Für diese Datenbanken kommen zwei Nutzungsformen in Betracht: Die autonome Nutzung, bei der nur abteilungsinterne Daten verwendet werden und die Verbundlösung, bei der Daten vom zentralen Großrechner auf den Mikrocomputer übernommen und dort ausgewertet werden.

Bei den Datenbanksystemen für Mikros müssen zwei verschiedene Leistungsklassen unterschieden werden:

- "Große" DBMS

- DBMS, die speziell für Mikrocomputer entwickelt worden sind.

Unter "großen" DBMS werden solche Datenbank-Management-Systeme verstanden, die konzeptionell und in ihrem Leistungsverhalten de nen von Großrechnern gleichen MDBS III von Micro-Data-Base-Systems ist ein typischer Vertreter dieser Klasse. Aufbau und Handhabung sollen an dieser Stelle nur in Stich worten skizziert werden:

- Verwendung aller gängigen Strukturen (Hierarchie, Netzwerk relational) - Verwendung von "Host-Languages"

- Leistungskomponenten

- Data-Definition-Language (DDL)

- Data-Management-System (DMS)

- Query-Language (QL)

- Report-Writer (RW)

- Recovery/Restart-Verfahren (RRP).

Die Anwendungen, die sich unter solchen Datenbanken realisieren lassen, sind mit denjenigen von Großrechneranwendungen grundsätzlich vergleichbar. Das gleiche gilt auch für die Handhabungsansprüche. Es bedarf sehr fundierter Datenbankerfahrungen, derartige Systeme anwenden zu können. Sie setzen Spezialisten voraus und sind für den Endbenutzer als Werkzeug ungeeignet.

Anwendung sprengt Mikro

Der Einsatz derartiger Datenbanken in Großunternehmen auf Mikrocomputern kommt in der Regel nicht in Frage. Anwendungen, die den Leistungsumfang derartiger Datenbanken verlangen, werden nach wie vor auf dem Mainframe implementiert werden. Es wäre allerdings wünschenswert, wenn eine gleichartige Datenbanksoftware sowohl für den zentralen Großrechner wie auch für die Mikrocomputer verfügbar wäre. Die Gleichartigkeit dürfte aber nicht um den Preis einer erschwerten Handhabung (ease-of-use) erkauft werden.

Der Wunsch nach gleichartigen Datenbanken steht im Zusammenhang mit den Kompatibilitätsforderungen. Die zentralisierte Verwaltung einer Datenbank scheint allein schon aus Gründen der Aktualität und Datenintegrität erforderlich zu sein. Im Rahmen dieser weitläufigen Interpretation des Begriffs "Großrechner" ist durchaus auch ein zentraler "File-Server" zu verstehen, der keine anderen Aufgaben übernimmt, als die der zentralisierten Datenverwaltung in einem Rechnerverbund.

Eine andere Auffassung ist gegenüber den "kleinen" Datenbanken zu vertreten. Darunter werden solche verstanden, die speziell für Mikrocomputer entwickelt worden sind. Aus dieser speziellen Ausrichtung resultiert vor allem ein Qualitätsmerkmal von wesentlicher Bedeutung, nämlich die Leichtigkeit der Handhabung.

Die physikalischen Eigenschaften, das heißt die physikalische Datenorganisation solcher Datenbanken ist durchweg recht einfach (vorzugsweise Begrenzung auf Mehrschlüssel-Index-Verfahren). Die gewollte Begrenzung hilft Überforderungen der Hardware, aber auch des Benutzers zu vermeiden. Herausragendes Qualitätsmerkmal ist die einfache Benutzung.

Die Benutzungsleichtigkeit wird bei den meisten Systemen durch spezielle Kommandosprachen erreicht. Diese werden entweder als einzelne Kommandos abgesetzt oder zu Kommandodateien zusammengefaßt, die dann den Charakter von Programmen bekommen.

Die Vielfalt des Angebotes derartiger kleiner Datenbanken ist nicht in jedem Fall positiv zu werten. Es ist davon auszugehen, daß die zentrale Informationsverarbeitung in einem Großbetrieb einen "Consultant" bereithalten muß, der bei auftretenden Problemen in der Fachabteilung mit Rat - und gegebenenfalls auch Tat - weiterhelfen kann.

Es ist anzustreben, daß innerhalb eines Großunternehmens nur eine einzige Datenbank dieses Typs eingesetzt wird, damit eine Know-how-Zersplitterung seitens des "Consultants" vermieden wird.

Zudem fördert eine einheitliche Datenbank innerhalb eines Unternehmens die Möglichkeit, Anwendungen unter den Fachabteilungen auszutauschen. Selbst eine zentrale Entwicklung von Datenbankanwendungen ist denkbar.

Es kommt, auch mit Blick auf einen überbetrieblichen Softwareaustausch, darauf an, unter dem breiten Angebot an solchen kleinen Datenbanken den "Quasi-Standard" zu finden.

Für den Einsatz derartiger Datenbanken werden zwei Anwendungsbereiche gesehen, nämlich die autonome Nutzung und die Nutzung im Verbund mit dem Host. Die autonome Nutzung bedeutet die ausschließliche Verwendung abteilungsinterner Daten.

Bedeutsamer erscheint jedoch die Nutzung im Verbund, bei der auf Daten des Hosts zugegriffen wird. Dateien des Hosts werden bei dieser Nutzungsform auf den Mikrocomputer "heruntergeladen" und dort mit der eigenen Datenbank weiterverarbeitet.

Die Nutzung übertragener Dateien wird vorerst nur eine passive sein. Datenänderungen, die die Fachabteilung vornimmt, gelten nur temporär und nur für den Wirkungsbereich dieser Abteilung.

Der hier in Auszügen wiedergegebene Beitrag ist der Broschüre "Einsatz von Mikrocomputern in Großunternehmen" entnommen, die für eine Schutzgebühr von fünf Mark beim BVB, Bundesverband für Vertriebsunternehmen Büro-, Informations- und Kommunikationstechnik e. V. in 6380 Bad Homburg, Ferdinandstraße 14, angefordert werden kann.