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28.06.2002 - 

Restrukturierungsprogramm soll bis Ende Juni 2003 durchgezogen werden

Systematics trennt sich von Teilen der Belegschaft

MÜNCHEN (jm) - Die schlechte Nachricht kam für die Mitarbeiter der Systematics-Gruppe per E-Mail: Personalvorstand Peter Deusinger teilte der Belegschaft mit, dass sich das Unternehmen im Zuge eines Restrukturierungsprogramms bis spätestens zum 30. Juni 2003 von einer noch nicht genannten Zahl von Angestellten trennen will.

Das Restrukturierungsprogramm innerhalb der Systematics-Gruppe sei erforderlich, "um die notwendige Neuausrichtung, Fokussierung und Umgestaltung unseres Business- Modells und unseres Service-Portfolios aufgrund der veränderten Marktgegebenheiten effektiv durchführen zu können," schrieb Deusinger.

Nur mit dieser Maßnahme sei "für Systematics/EDS und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine erfolgreiche und sichere Zukunft in unserer wettbewerbsorientierten Branche" zu gewährleisten.

30 bis 50 Mitarbeiter

Jan Hülsmann, Sprecher der EDS, sagte, mit der Restrukturierung habe die EDS-Tochter Systematics AG bereits Anfang 2001 begonnen. Seitdem habe man die Zahl der ursprünglich 42 Gesellschaften im Verbund der AG auf heute 17 reduziert. Hülsmann teilte weiter mit, dass im Januar 2001 insgesamt 2023 Mitarbeiter bei der SAG beschäftigt waren, im Januar 2002 noch 1952. Bis heute sei die Belegschaft der EDS-Tochter wieder um 30 Angestellte angewachsen. Systematics war am 2. April 2001 von dem US-Dienstleister EDS gekauft worden. EDS und Systematics betreiben in Deutschland nach Mitteilung von Hülsmann rund 65 Standorte, ungefähr die Hälfte davon beerbte EDS bei der Übernahme von Systematics.

Hülsmann wollte keine konkreten Aussagen darüber machen, wie viele Mitarbeiter im Zuge der jetzt verkündeten Restrukturierungsmaßnahmen das Unternehmen bis zum 30. Juni 2003 verlassen sollen. Er sagte nur, "als Hausnummer könne man von 30 bis 50 Mitarbeitern ausgehen". Bei dieser Angabe sei natürlich eine mögliche negative wirtschaftliche Entwicklung nicht berücksichtigt. Außerdem erklärte der Firmensprecher, man werde auch neue Mitarbeiter einstellen.

Wie Personalchef Deusinger in der E-Mail weiter schrieb, seien der Vorstand von Systematics und die Verantwortlichen der einzelnen Gesellschaften bemüht, die Maßnahmen sozialverträglich und unter Vermeidung von betriebsbedingten Kündigungen in Form von einvernehmlichen Aufhebungsvereinbarungen mit den betroffenen Mitarbeitern abzuschließen.

Die Hamburger wollen die Kündigungen - um die es sich trotz des euphemistischen Begriffs Aufhebungsvereinbarung arbeitsrechtlich handelt - bis spätestens zum 30. Juni 2003 durchgezogen haben.

Interessant dürfte ferner sein, wie die geplante Neuausrichtung, Fokussierung und Umgestaltung des Geschäftsmodells und das künftige Service-Portfolio ausfallen werden. Noch im März 2002 sprach Carsten Gram, Mitglied der Geschäftsleitung der EDS Deutschland GmbH, nicht ohne Selbstbewusstsein davon, man habe mit dem Zukauf und mit der Gründung der Geschäftseinheit EDS Mid-Market-Solutions das "Mittelstands-Know-how verschiedener Systematics-Töchter unter ein Dach holen" können. Ob genau dieses Argument nun nicht der Restrukturierung geopfert wird, bleibt vorerst dahingestellt.

Allerdings scheint es eher unwahrscheinlich, dass man ausgerechnet die Division EDS Mid-Market-Solutions stark dezimieren wird: Die im wesentlichen aus den im Dezember 1999 von Systematics gekauften Unternehmen BOG Koblenz und Planorg Köln zusammengesetzte Geschäftseinheit mit rund 250 Mitarbeitern ist so etwas wie das Filetstück des Unternehmens.