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11.10.1985 - 

Hochentwickelte Bauteile beflügeln den Druckermarkt:

Systeme kleiner als ein Brotkasten

FRAMINGHAM (cw) - Die Laser-Technik war lange Zeit nur großen und entsprechend kostspieligen Druckersystemen vorbehalten. Doch der Trend zur Miniaturisierung machte auch vor dem Druckerbereich nicht halt: Immer mehr Hersteller bieten inzwischen zunehmend leistungsfähigere und billigere Laserdrucker als Tischgeräte an.

Der Begriff "Seitendrucker" war bisher auf riesige Drucksysteme wie den Xerox 9700 oder den IBM 3800 beschränkt. Diese 325 000-Dollar-Monster druckten bei jedem Augenzwinkern eine Seite und erreichten so nach dem Klick-Klick-Verfahren eine Leistung von mehr als einer Million Seiten pro Monat. Mit jedem Klick wurde ein Blatt bedruckt, und der Endbenutzer mußte zahlen. Die Abmessungen glichen denen eines Lkws, wobei der "Fahrer" ohne Zweifel ein DV-Operator war. Diese Drucker arbeiteten mit Laser-Technik.

In der Zwischenzeit hat sich manches verändert, und die Anwender können jetzt unter einer Vielzahl von Druck- oder Hardcopy-Optionen entsprechend ihren spezifischen Anforderungen wählen. Wie bei den Hostsystemen, begannen die Seitendrucker ihren Weg zum dezentralen Drucken mit der Entwicklung von Geräten wie dem Xerox 2700, einem Laserdrucker mit einer Leistung von zwölf Seiten pro Minute zum Preis von etwa 20 000 US-Dollar. Der Laserjet von Hewlett-Packard fiel den Endbenutzern 1984 quasi in den Schoß, als das Unternehmen als erster OEM-Hersteller das Canon-Produkt LBP-CX anbot. Die Preise dieser neuen Generation von Laserdruckern betragen nur noch ein Prozent der ihrer Vorfahren, und Firmen wie die Kyocera Corp. bieten Systeme an, die kleiner sind als ein Brotkasten.

Derzeit dominiert bei den Seitendruckern die Laser-Technik. Von den 1984 in den USA ausgelieferten 38 000 Seitendruckern waren etwa 99 Prozent Laserdrucker-Tischgeräte. In den kommenden Jahren werden jedoch viele Alternativ-Techniken wie Ionenablagerung, Magnetographie, Flüssigkristallkameras, LED- und Elektronenstrahldrucker versuchen, ihren Anteil am Markt zu erringen. Die Kernstücke dieser Geräte - residente Steuereinheiten und Software - werden immer leistungsfähiger und vielseitiger, so daß die mit all diesen Techniken arbeitenden Drucker zunehmend fortschrittliche Funktionen ausführen können.

Die Hersteller und Anbieter haben sich für einen modularen Aufbau entschieden, wobei bestimmte Komponenten bei Bedarf von Zulieferern bezogen werden. Dies soll zumindest anfangs erfolgen, um die Markterwartungen ihrer Produkte zu erfüllen.

Die meisten Seitendrucker besitzen drei Grundelemente: das Schreib- beziehungsweise Druckwerk, die Steuereinheit sowie residente, also systeminterne Software. In der Vergangenheit konzentrierte sich der Markt auf das Druckwerk. Die Japaner beherrschen das untere Ende des Marktes, so daß ihre Druckwerke beinahe schon Massenprodukte sind.

Heute richtet sich das Interesse auf die intelligenten Steuerungen und die Software oder die Seitengenerierungssprachen. Die Rasterbildprozessor-Steuereinheit (RIP) umfaßt die Druckerintelligenz und den Speicher. Dieser Computer im Inneren des Druckers übernimmt alle wesentlichen Berechnungen (Vektor-Raster-Umrechnung) und verwaltet den riesigen Speicherplatzbedarf, der beim Generieren von Grafik erforderlich ist.

Die Steuereinheiten von QMS Inc., Imagen Corp. und Apple Computer Inc. die alle auf dem Mikroprozessor 68000 von Motorola basieren, haben gezeigt, daß es sich um sehr solide, eigenständige Platinen handelt. Diese internen Steuerplatinen ermöglichen einen arbeits- und speichersparenden Betrieb der Zentraleinheit des Host, so daß dieser nicht zum "Sklaven" des Ausgabegeräts wird. Die Steuereinheiten bieten je nach Preisklasse unterschiedlichste Leistungsmerkmale .

Neben den Drucker- und Systemherstellern wie Xerox, Apple, Hewlett-Packard, Imagen und QMS, die sich mit der Entwicklung von Steuereinheiten befassen, sind in den letzten Jahren mehrere unabhängige Kleinfirmen hinzugekommen. Hierzu gehören EMC Corp., Intran Corp., Office Automation Sytems Inc. und Lasergraphics, ein Anbieter, der sich auf Raster-Computer für Farbdrucker spezialisiert hat.

Ein weiteres, interessantes Gebiet in der Entwicklung von Seitendruckern sind die Seitengenerierungssprachen. Derzeit gibt es hier noch keinen echten Standard, weshalb dieser Teil des Markts von großem Interesse sein dürfte.

Die Entwicklung und Digitalisierung der von diesen Sprachen erzeugten Schriften ist äußerst schwierig. Bisher lassen sich auf diesem Gebiet nur zwei wirkliche Erfolge verzeichnen. Vor einigen Jahren haben sich mehrere ehemalige Xerox-Mitarbeiter in Palo Alto, Kalifornien, selbständig gemacht und die Adobe Systems Inc. gegründet. Sie wollten an einer reineren Vision einer interpretierenden Programmiersprache arbeiten.

Ihre Bemühungen haben schließlich zu der Sprache "Postscript" geführt. Bei dieser Sprache wird ein sogenannter "Schriftlösungs-Ansatz " verwendet, das bedeutet, die jeweiligen Zeichensätze werden als Formel oder Kontur gespeichert. Auf diese Weise muß nicht jede Zeichen- oder Größenänderung Bit für Bit adressiert werden, was Zeit und Geld spart. Postscript von Adobe ist sowohl geräte- als auch auflösungsunabhängig. Adobe zielt auf den gleichen Markt wie Xerox mit seinem Interpress-Protokoll .

Im Augenblick ist Apple der wichtigste Anwender von Adobe Postscript. Linotype und QMS haben ebenfalls entsprechende Verträge unterzeichnet, und weitere große Hersteller sollen Berichten zufolge kurz vor ähnlichen Entscheidungen stehen.

Die im April 1984 von Xerox vorgestellte Interpress-Druckarchitektur umfaßt alle zum Drucken von Dokumenten auf Xerox-Druckern erforderlichen Xerox-Netzwerksystemprotokolle. Die erste Ebene dieser Protokolle ist seit 1981 öffentlich verfügbar, und die neue Interpress-Architektur bietet unterschiedlichen Herstellern die Möglichkeit, gemeinsame Programme zur Verbindung ihrer Produkte miteinander sowie mit einer Vielzahl elektronischer Drukker zu nutzen. Der Anwender soll Dokumente mit beliebigem Layout erstellen können, und das System erlaubt die beliebige Kombination von Strichgrafiken, Halbtonbildern, Rasterbildern und Text.

Ein Schlüsselelement in der Interpress-Architektur ist die Interpress-Dokumentformatsprache. Beim Tauziehen zwischen Postscript und Interpress hat Xerox gerade einen wichtigen Sieg errungen: Insgesamt 19 Unternehmen, darunter solche Drucker-Riesen wie Digital Equipment, Burroughs, Siemens, Image, Dataproducts und Interleaf, wollen diese Architektur unterstützen;

Hochentwickelte Software und Komponenten bilden, wie bereits gesagt, das Kernstück dieser neuen Welle von anschlagfreien Druckern. In Abhängigkeit von Preis, Leistung und Zielgruppe muß der Anbieter die entsprechenden Einzelteile zum richtigen Zeitpunkt sorgfältig aufeinander abstimmen. Dies erfordert erheblich mehr Verständnis, Engagement und Unterstützung in den Bereichen Software, Service, Vertrieb, Schulung und Marketing für diese funktional hochentwickelten Seitendrucker als es für einen kommerziellen Massenmarkt wie bei Kameras oder Druckwerken der Fall ist. Möglicherweise erklärt dies auch, weshalb von der ersten Präsentation dieses Konzepts bis zur Auslieferung d(...) fertigen Produkts soviel Zeit verging.

Obwohl die Japaner die Technologie und die Druckwerke besitzen, verfügen sie nicht - und wollen anscheinend auch nicht - über die Vertriebswege sowie die Software und Unterstützung, die hierzu erforderlich sind. Sie können einen Mechanismus vermarkten, nicht aber die nötige Lösung. Folglich lenkt die Konzentration auf intelligente Steuereinheiten und Seitengenerierungssprachen zumindest kurzfristig das Interesse wieder auf den amerikanischen Markt.

Apple war es vorbehalten, die Teile beim Laserwriter für rund 7000 US-Dollar mit der eigenen RIP-Steuereinheit auf der Basis des Mikroprozessors 68000 und der Übernahme von Postscript richtig zusammenzufügen. In gewisser Weise hat der Laserwriter vielleicht schon seine wichtigsten Punkte auf dem Markt erfüllt, indem er das Bewußtsein der Benutzer erhöhte und das Geschäft belebte.

Der Laserwriter ist nur der erste Schritt auf dem Weg zu einer neuen Generation von Produkten, die schneller, funktionsreicher erheblich leistungsfähiger sind, so daß sie sich als Drucker im Sharing-fahren einsetzen lassen.