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08.04.1988 - 

CMU stellt Transaktionsverarbeitung auf eine höhere Stufe:

Systemnähe vergrößert Performance

PITTSBURGH (IDG) - Eine völlig neue Lösung für den Bereich der Transaktionsverarbeitung will die Carnegie-Mellon-Universität (CMU) entwickelt haben. Die US-Hochschule kündigte jetzt ihre betriebssystemnahe Software "Camelot" an - vorerst allerdings nur für experimentelle Zwecke.

Die Entwicklung der Software wurde von der Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa), einer Behörde des US-Verteidigungsministeriums, finzanziell unterstützt. Camelot besetzt eine Schicht zwischen den Transaktionsapplikationen und dem hauseigenen Unix-Derivat "Mach", das speziell für die Parallelverarbeitung und den Mehrprozessorbetrieb ausgelegt ist (siehe auch CW Nr. 13, Seite 7: "Mach wirbelt die Unix-Welt durcheinander").

Gute Performance schließt Flexibilität nicht aus

"In der Vergangenheit war die Transaktionsverarbeitung entweder schnell oder flexibel", erläutert Dean Thompson, Forschungsmitglied der Universität, "wir dagegen versuchen, mit Camelot beides zu realisieren." So basiert denn auch die Software auf einer Designphilosophie, die den Transaktionsmechanismus als Basisfunktion von verteilten Systemen ansieht.

Sowohl die Darpa als auch die CMU definieren Anwendungen zur Transaktionsverarbeitung in einem weiteren Umfang als üblich: Das US-Verteidigungsministerium will Camelot für die Entwicklung einer experimentellen Kommandoleitstelle und eines Kontrollsystems anwenden.

Laut CMU-Wissenschaftler Thompson handelt es sich hierbei um ein Mail-System, das eine fehlerfreie Nachrichtenübermittlung gewährleisten soll. Möglich sei dies nur durch die Fault-Tolerant-Features. Camelot unterstütze Laufwerke, die jeweils eines für das andere als Backup dienen. So könne das System auch Platten- und Netzfehler überstehen.

Mittlerweile haben sich schon einige DV-Hersteller entschlossen, die Software für Testzwecke einzusetzen. Unter ihnen befinden sich die Amdahl Corp. und die Encore Computer Inc. Amdahl beabsichtigt Camelot zum Beispiel für die Message-Übermittlung in IBM 370-Umgebungen zu überprüfen; Encore dagegen will noch abwarten, bis die hauseigene Evaluierung abgeschlossen ist, um das Produkt später vielleicht einmal kommerziell anzubieten.