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Klassische Personalentwicklung hilft nicht mehr weiter

Systemprofis verfügen über eigenes Trainingsbudget

14.03.1997

"Unser Ziel ist es, erstklassige Leute zu bekommen und zu behalten. Und das gelingt nur, wenn wir ihnen die Möglichkeit bieten, erstklassig zu bleiben", erklärt Klaus Elix, Chief Technology Officer Europe des amerikanischen Beratungshauses AMS. Seit 1991 hat er an der Einstellung von rund 50 besonders erfahrenen IT-Spezialisten mitgewirkt.

Neben exzellenten DV-Kenntnissen erwartet AMS konkrete Erfahrungen, eine ausgeprägte Leistungsbereitschaft, unternehmerisches Denken sowie die Fähigkeit, existierende Ansätze in Frage zu stellen und mit eigenen Ideen erfolgreich neue Lösungswege zu beschreiten. Elix: "Wirkliche DV-Spitzenleute müssen auf besondere Weise motiviert werden. Hier helfen eine marktgerechte Bezahlung und die konventionelle Mitarbeiterentwicklung allein nicht weiter."

Versierte IT-Spezialisten sind eine gesuchte Spezies. AMS hat deshalb ein eigenes Entwicklungsprogramm für "Systemarchitekten" eingeführt. Dieses Programm fördert den Austausch zwischen erfahrenen und jüngeren IT-Profis bei individueller Freiheit in der Gestaltung der eigenen Weiterbildung. "Systemarchitekten haben ein eigenes Budget für ihre Entwicklung", so Elix, "und können sich daraus die Maßnahmen, die sie für sinnvoll halten, frei zusammenstellen." Dazu gehört die Teilnahme an internationalen Konferenzen in den USA ebenso wie die Anschaffung von Softwarepaketen zum Ausprobieren.

"Wer bei AMS einsteigt, ist vom ersten Tag an aktiv in Projekte eingebunden, erweitert seinen Erfahrungshorizont und baut durch den intensiven Informationsaustausch innerhalb des Unternehmens ganz automatisch sein Fachwissen aus", erklärt Thomas Martin, der nach einem Informatikstudium in der europäischen Zentrale in Frankfurt anfing.

Bevor er zum Spezialisten für die Planung und Implementierung von Client-Server-Architekturen wurde, hat er neben seiner regulären Projektarbeit das sogenannte Technical Architects Program absolviert. Systemarchitekt ist bei AMS eine Rolle im Unternehmen, die es dem Mitarbeiter erlaubt, Karriere zu machen, ohne ins allgemeine Management wechseln zu müssen. "Ich kann weiter in dem Gebiet arbeiten, das mir am meisten Spaß macht, und habe - im Gegensatz zu vielen Berufskollegen - trotzdem Perspektiven", bestätigt Martin. "Ob jemand zur Weiterbildung lieber ein Fachseminar besucht oder sich die neuesten Objekt-Tools kauft, um damit an einem System zu tüfteln, weiß jeder selbst am besten", meint Elix.

Zwar entscheidet auch bei AMS ein Vorgesetzter mit, doch die Richtung gibt der jeweilige Mitarbeiter selbst vor. Zu den "Architecture Workshops", die ebenfalls Bestandteil des Programms sind, treffen sich zwischen 20 und 50 Teilnehmer aus Niederlassungen verschiedener Länder. Sie kommen für etwa drei Tage zusammen, um sich über Problemstellungen und Lösungen von Client-Server-Systemen auszutauschen. Auf der Tagesordnung stehen oft höchst unterschiedliche Themen: Fallstudien und Problemlösungsszenarien, Referate zur Methodik der Entwicklung von Architekturen, aber auch Vorträge über Kommunikationstechnik und Diskussionen über Karriereentwicklung innerhalb des Unternehmens.

Diese Workshops werden von anerkannten Fachkollegen geleitet und sollen neben der Wissensvermittlung besonders dem Aufbau persönlicher Kontakte innerhalb des AMS-Netzes dienen. "Die Möglichkeit, jederzeit mit einem Fachkollegen, der auf dem entsprechenden Gebiet Spezialist ist, ein technisches Problem per Telefon, Videoverbindung oder Austausch von Voicemails diskutieren zu können, gibt uns einen Wettbewerbsvorteil und ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor unserer Firma", unterstreicht Elix die Bedeutung des Netzwerks.

"Diese Kommunikation wird einfacher, wenn sich die Kollegen einmal persönlich kennengelernt haben." Die technisch orientierten Mitarbeiter werden so Teil eines weltumspannenden Ideen- und Technologiepools. Alle Systemarchitekten gehören zum AMS Center for Advanced Technology (AMSCAT). In diesem Rahmen wirken sie auch selbst aktiv an Forschungsprojekten mit.

"Die Motivation, sich beruflich und persönlich entsprechend der eigenen Stärken im Unternehmen weiterzuentwickeln, wird auf diese Weise gefördert", faßt Elix zusammen. Eine Strategie, die sich für AMS offenbar lohnt: Von den Kandidaten, die bislang am Technical Architects Program teilgenommen haben, hat kaum einer seinem Arbeitgeber den Rücken gekehrt.

AMS: Wachstum braucht Mitarbeiter

American Management Systems (AMS) zählt sich zu den renommierten amerikanischen Beratungsunternehmen. Das Unternehmen ist seit 1990 auch in Europa vertreten und arbeitet hier ausschließlich für große Kunden aus den Bereichen Finanzdienstleistung und Telekommunikation. AMS berät diese sowohl von der fachlichen als auch von der IT-Seite. Mit ihrem Konzept hat die weltweit agierende Consulting-Firma so großen Erfolg, daß sie allein in Europa zwölf Niederlassungen in neun Ländern eröffnen konnte. Um diese rasante Entwicklung zu bewältigen, war es notwendig, auch die Zahl der Mitarbeiter laufend zu erhöhen: AMS beschäftigt auf unserem Kontinent heute mehr als 1400 Berater und Spezialisten.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Fairfax, Virginia, setzte 1995 weltweit 632 Millionen Dollar um. In Europa stieg der Umsatz in den vergangenen sechs Jahren um durchschnittlich 97 Prozent pro Jahr. 1995 trugen die Produkte und Dienstleistungen der europäischen AMS-Standorte bereits 25 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

*Alexandra Waldenmaier arbeitet als freie Journalistin in Berg bei München.