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05.12.1997 - 

Brain Force untersucht IT-Arbeitsmarkt

Systemprogrammierer erwarten schwere Zeiten

Kamen 1996 noch 21 arbeitslose IT-Spezialisten auf eine offene Stelle, sind es heute nur mehr zwölf. Diese Situation führt laut Brain-Force-Gründer und -Geschäftsführer Helmut Fleischmann, zu einer weiteren Professionalisierung des IT-Arbeitsmarkts: "Eine Spezialisierung wird für die Karriere immer wichtiger, der Umstieg aus anderen Berufen in Computerjobs immer schwieriger."

Laut dieser Studie, die sich auf die Computerkernberufe konzentriert und sogenannte Mischberufe ausklammert, haben Anwendungsentwickler für dezentrale Systemkonfigurationen relativ gute Marktchancen, wenn sie zumindest eine Spezialisierung vorweisen können: Datenbankerfahrung (ideal Oracle) oder Erfahrung in der objektorientierten Programmierung unter C++ oder in der objektorientierten Analyse unter Verwendung eines Tools, beispielsweise "Rational Rose".

Das Gehalt liegt nach Fleischmanns Angaben zwischen 90 000 und 110 000 Mark pro Jahr. Bei diesen Werten gehen die Münchner Unternehmensberater von drei bis fünf Jahren Erfahrung in einem Großunternehmen aus. Wenn der Mitarbeiter zusätzlich gute Branchenfachkenntnisse in der Praxis erworben hat, erhöhen sich die Verdienstmöglichkeiten nochmals deutlich auf 110000 bis 140000 Mark.

Entwickler von zentralen Anwendungen haben dann gute Chancen, wenn sie sich mit relationalen Datenbanken auskennen. Die besten Aussichten bestehen dabei für Profis mit Erfahrungen im DB2-Bereich. Die gefragteste Programmiersprache ist Cobol. In Süddeutschland und Österreich ist PL1 gleichwertig. Zusätzlich sollte der Kandidat Assembler und zumindest ein Transaktionssystem beherrschen (CICS oder IMS-DC). Das Gehalt liegt nach drei- bis fünfjähriger Berufserfahrung zwischen 80000 und 110000 Mark. Mit zusätzlichen Branchenfachkenntnissen erhöht sich auch hier das Einkommen auf 110000 bis 140000 Mark.

Datenbankspezialisten kommen dann schnell unter, wenn sie sich auf DB2 oder Oracle spezialisiert haben. Bei Erfahrungen mit komplexen, in Produktions- und Testbereichen (mit Produktionscharakter) aufgeteilten Datenbankumgebungen zahlen die Arbeitgeber Gehälter zwischen 100000 und 130000 Mark im Jahr.

System-Manager sind vor allem für Unix und NT-Systeme gefragt. Voraussetzung sind aber Erfahrungen mit großen, komplexen Rechnernetzen. Empfehlenswert sei laut Brain Force eine Spezialisierung auf TCP/IP, Oracle oder Frameworks wie "Tivoli" oder Open View. Mit einigen Jahren Berufserfahrung kommen diese Experten auf 100000 bis 130000 Mark Jahresgehalt. Bei Branchenkenntnissen aus der Telekommunikation oder Bank lassen sich Spitzenwerte bis zu 160 000 Mark pro Jahr erzielen.

Im SAP-R/2-Umfeld sinkt die Nachfrage deutlich. Gefragt sind R/3- Spezialisten mit Kenntnissen im Großkundenbereich. Sie können 120000 bis 150000 Mark im Jahr erwarten.

Analytiker dürfen dann mit einem besonders guten Einkommen rechnen, wenn sie Fachkenntnisse im Bankenbereich mitbringen. Hier sind aber nur Mitarbeiter gefragt, die entsprechend ihrer langjährigen Erfahrung Geschäftsprozesse modellieren und daraus Datenmodelle ableiten können. Erforderlich ist eine Spezialisierung, beispielsweise auf Wertpapierhandel. Damit ist ein Salär von 130000 bis 160000 Mark möglich.

Berater liegen etwa in der selben Gehaltsstufe wie Analytiker. Der Unterschied ist, daß die ersteren Management-Aufgaben wie Projektorganisation und -leitung unterstützen müssen. Dazu brauchen sie vor allem Erfahrung aus Großprojekten.

Für Systemprogrammierer wird es künftig schwerer, glaubt Fleischmann: "Es werden mehr Mainframe-Rechenzentren geschlossen und zusammengelegt als neue eröffnet." Damit sinke der Bedarf an Programmierern spürbar. Andererseits hat auch die Zahl dieser Experten abgenommen. Wenn also Bedarf entsteht, dann sorgt das mangelnde Angebot immer noch für gute Gehaltsangebote. Für drei bis fünf Jahre Berufspraxis in Rechenzentren von Großkunden zahlen Arbeitgeber zwischen 100000 bis 130000.