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28.09.1979

SYSTEMS '79: Information ohne Folgen?

90 Prozent aller SYSTEMS-Besucher, das hat eine Befragung ergeben, kamen "wegen ihres Informationsinteresses" (Originalton der Münchener Messe- und Ausstellungsgesellschaft mbH). Sinngemäß heißt das doch wohl: Mit echten Abschlüssen war es Essig - aus Ausstellersicht gewiß keine au en SYSTEMS-Bilanz, oder sollte die Werbemark ( Messen fressen bekanntlich ganze Etats) derzeit besonders locker sitzen?

Nun hat Messegeschäftsführer Gerd vom Hövel nie damit hinter dem Berg gehalten, daß er seine DV-Fachveranstaltung nicht als bloße Verkaufsmesse, sondern als Infomarkt sieht. Bleibt zu fragen, ob den Austellern dieses anspruchsvolle Konzept (zu ananspruchsvoll?) seitens der Ausrichter überzeugend genug "verkauft" wurde?

Wer Statements zum Verlauf dieser - SYSTEMS '79 einholte und dabei auch registrierte, was von den Ausstellern nicht gesagt wurde und wo - mit tieferer Bedeutung - rhetorische Pausen gemacht wurden, der kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Erwartungshorizonte bei nicht wenigen Ausstellern zu hoch lagen.

"Personal"-Fallobst

Wie ist sonst zu erklären, daß die Meinungen über die SYSTEMS - nach Messeschluß wohlgemerkt - so weit auseinandergingen, von "muß mehr Profil gewinnen" bis "hohe Ausbeute" reichten.

Um es auf einen kurzen Nenner zu bringen: Zufrieden waren diejenigen Anbieter, die sich - marktbedingt - auf einen langwierigen Kundeneroberungs-Feldzug einrichten müssen. Gemeint sind, wie jeder weiß, Personal Computer-Produzenten und Lieferanten von Standard- Software.

Ungeduld war hingegen die Reaktion von Unternehmen, die sich auf die "Basis-Datenverarbeitung" konzentriert haben, ein Markt, auf dem sich - so die Branchen-Auguren - derzeit die Kleincompufer-Aufträge wie Fallobst von den Bäumen schütteln lassen müßten.

Doch irgendwie geht diese Rechnung nicht auf, kann nicht aufgehen, denn: Was die Anbieter von Bürocomputern in Jahren nicht geschafft haben, nämlich das richtige Gespür für den Erstanwendermarkt zu entwickeln, die richtige Ansprache für den DV-Laien zu finden, das läßt sich auch auf einer Kongreßmesse wie der Münchener SYSTEMS nicht in einer Woche nachholen.

Um es ganz korrekt zu sagen: Die Schwierigkeit besteht nicht darin, bereits Interessierte vorn Wert der eigenen Datenverarbeitung zu überzeugen, sondern vielmehr darin, Oberhaupt Interessenten zu finden.

In diesem Punkt haben sich offenkundig einige Hersteller von der SYSTEMS zu viel versprochen. "Es ist verdammt ruhig hier", klagte etwa ein MDT-Anbieter, "gibt's denn in München keine Interessenten mehr?"

Der Mann will verkaufen, auch und gerade auf einer Messe "für Computersysteme und ihre Anwendungen".

Mit dem Allgemeinplatz von der "gesteigerten Informationsintensität" - siehe Besucherbefragung - ist ihm nicht gedient.

Keine Messe für Mariner

Der Mann muß - auch auf der SYSTEMS eine Meute von "hungrigen" Verkäufern satt kriegen - mit Motivationssprüchen allein ist ihm dabei nicht geholfen. Nur: Was zu tun ist, bisher von der EDV Unbeleckte, die überdies keine Antenne für die Message der Digital-Jünger haben, aus der Reserve zu locken, das weiß wohl unser Basis-Datenverarbeiter selbst nicht.

Und das scheint uns das Problem zu sein.

Denn ein Hannover-Abklatsch, eine CeBIT-Imitation im Zweijahresrhythmus, ein Mekka für "Seeleute" ("Mariner") soll die SYSTEMS nach dem Willen vom Hövels nicht werden. Wie der MMG-Manager mit dieser Einstellung allerdings sicherstellen will, daß auch 1981 alle alle (Aussteller) kommen, bleibt vorerst sein Geheimnis.