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Münchner Computershow wurde von rund 80 000 Besuchern frequentiert:


28.10.1983 - 

SYSTEMS '83 konnte Rekordzuwächse verbuchen

MÜNCHEN (ha) - Rekordergebnisse konnten die Veranstalter der SYSTEMS '83 verzeichnen: Kamen zur letzten Münchner Computershow noch etwa 44 000 Besucher, so registrierten die Messebosse heuer mit rund 80 000 Gästen einen Zuwachs von 81 Prozent. Bei einer Ausstellungsfläche von 80 000 Quadratmetern schien das SYSTEMS-Publikum von der dargebotenen Produktvielfalt indes nahezu überrollt. Dennoch: Echte Novitäten waren rar an der Isar.

Machte der Hauptgeschäftsführer der Münchner Messe und Ausstellungsgesellschaft (MMG), Werner Marzin, zu Beginn der SYSTEMS '83 noch in Understatement ("Unter den fünf größten Messen der Branche sind wir die kleinste"), so verglich MMG-Manager Gerd vom Hövel die süddeutsche Computershow auf der Abschlußpressekonferenz bereits mit, der amerikanischen National Computer Conference (NCC): "Rein messemäßig sind wir größer." Vom Hövel kommt sich anläßlich des Erfolges nach eigenen Worten vor "wie ein Segler, der den Hafen erreicht hat". Daß der SYSTEMS-Geschäftsführer mit seinem Messekonzept tatsächlich gut im Wind lag, beweisen die Ergebnisse der 8. Münchner Computer- und Kommunikationsshow.

962 Unternehmen zeigten ihre Exponate auf einer um 40 Prozent gewachsenen Ausstellungsfläche. Auf den begleitenden Kongreßveranstaltungen konnten rund 5000 Teilnehmer gezählt werden. Wie MMG-Geschäftsführer vom Hövel unterstreicht, bewies sich die SYSTEMS '83 erneut als Anwendermesse. 65 Prozent der Besucher kamen aus Benutzerkreisen, ergab eine Erhebung.

Ein wesentlicher Schwerpunkt der diesjährigen Fachausstellung war den Mikrocomputern gewidmet, deren Hersteller erstmals gesondert in einer Halle (23) versammelt waren. Auf der MMG-Abschlußpressekonferenz orakelte der Geschäftsführer der Frankfurter Unternehmensberatung Diebold und Fachbeiratsmitglied der Messegesellschaft, Dr. Gerhard Adler, daß vermutlich die Hälfte der auf der diesjährigen SYSTEMS vertretenen PC-Hersteller 1985 nicht mehr in München dabeisein würden.

Daß es derzeit hart zugeht in diesem Markt, zeigen auch die auf der SYSTEMS praktizierten Methoden, wie man Mitbewerber in Mißkredit bringt. So grassierten bereits am zweiten Messetag Gerüchte durch die Ausstellungshallen, nach denen der amerikanische Personal Computer Hersteller Apple unter Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Konkursrechts geraten sei. Zwar steht es um den kalifornischen Mikroanbieter dem Vernehmen nach nicht gerade rosig, doch erwiesen sich die "Latrinenparolen" schnell als "Ente", wobei unter PC-Kennern gerätselt wurde, wer das "Gerücht" ausgestreut hatte.

Trotz augenblicklicher Verwirrung auf dem PC-Markt registrierten die Besucher in München weniger "Marketinggetrommel" als noch auf der Hannover-Messe, sondern mehr fachliche Diskussion. Beschränkten sich die Aktionen der Mikroaussteller im CEBIT noch überwiegend auf Imponiergehabe, so versuchte man heuer, den Besucher an Lösungen heranzuführen. Die aufmerksamsten Zuhörer, hieß es in Halle 23, stammten aus der Zentral-DV von Großunternehmen. Obwohl die Anbieter auch Schach- und Spielprogramme demonstrierten, erwiesen sich die Mikrostände nicht als Dorado für Computerfreaks und Hobbyisten. Wie auch MMG-Geschäftsführer vom Hövel versichert: Es überwog der Fachbesucher.

Weitere Schwerpunkte des Publikumsinteresses lagen einer MMG-Befragung zufolge neben den Mikros (50 Prozent) auch bei Software und Dienstleistungen (42 Prozent).

Obwohl sich die Aussteller über ihre Messeergebnisse überwiegend zufrieden äußerten, gab es dennoch einige Mißtöne: Etwa zehn Prozent der Anbieter waren über die Neugliederung der Hallen in einzelne Fachbereiche verärgert. Daß eine Trennung in Sachgebiete wie Mikro, CAD/CAM oder Software überflüssig sei, empfanden immerhin 22 Prozent. Glaubt man den Messemanagern, so waren die Besucher indes über die Neugliederung erfreut. Das derzeitige Konzept wollen die Münchner deshalb bei der nächsten SYSTEMS beibehalten.