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24.10.2006 - 

Kolumne

Systems leidet an der eigenen Strategie

Am Freitag dieser Woche schließt die Münchener IT-Messe Systems (23. bis 27.10) ihre Pforten. Die Veranstaltung, die vor ein paar Jahren noch allein fast alle Hallen des Münchener Messegeländes füllte, muss sich in diesem Jahr das Gelände mit der Immobilien-Messe Expo Royal teilen. Offiziell wird das mit der Fußballweltmeisterschaft begründet, die im Juni/Juli mit dem internationalen Medienzentrum der Expo Royal den Platz raubte. Zwar wäre wahrscheinlich trotz der internationalen Fußballpresse noch Platz für die ebenso internationalen Makler gewesen, aber die Messemacher verlegten sie auf den Systems-Termin. Wie sich nun angesichts der sehr überschaubaren Größe der Systems herausstellt, eine richtige Entscheidung. Die Computermesse belegt nur noch knapp die Hälfte der Hallen und das auch nur, weil Gänge und Ruhezonen sehr großzügig gestaltet wurden. Dabei ist offiziellen Angaben zufolge die Zahl der Aussteller gegenüber dem Vorjahr wieder leicht angestiegen, die Menge der gebuchten Quadratmeter nach persönlicher Inaugenscheinnahme aber offenbar nicht.

Die Systems schrumpft nicht, weil etwa der IT-Standort München schwächeln würde. Im Gegenteil: Die Stadt an der Isar gehört zu den fünf größten IT-Standorten weltweit. Die Systems ist vielmehr Opfer ihrer eigenen Strategie. Vor gut drei Jahren haben die Messemacher vor allem mittelständische Unternehmen ins Visier genommen. Sie haben richtig erkannt, dass kleinere und mittelgroße Firmen in Sachen IT Nachholbedarf haben und sich deshalb als finanzkräftige Besucherzielgruppe für eine Messe lohnen müssten. Das Konzept ist aufgegangen. Aber so richtig kann sich die Messe München wohl nicht darüber freuen. Denn wer Mittelstand sagt, muss sich auch zur Regionalität bekennen. Und wer sich dazu bekennt, verliert Aufmerksamkeit und damit letztendlich Aussteller und Besucher. Wer will schon zu einer Messe, über die niemand spricht?! Die Systems scheint in dieser Spirale nach unten weisender Aufmerksamkeit und abnehmender Bedeutung gefangen. Sie braucht dringend etwas, dass ihr trotz der richtigen Orientierung auf den mittelständischen Besucher wieder überregionale Wahrnehmung bringt. Der in diesem Jahr auf zwei Tage verlängerte Communications-World-Kongress reicht dazu bei weitem nicht aus.

Diese Kolumne finden Sie auch im Blog der computerwoche unter blog.computerwoche.de. Dort können Sie Ihre Meinung abgeben und sofort veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar.