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17.10.2003 - 

Entlassungen nicht geplant, Produkte sollen bleiben

Systems Union will sich die MIS AG einverleiben

MÜNCHEN (CW) - Die britische Systems Union Group Plc., Anbieter von Enterprise-Resource-Planning-(ERP-)Software, hat der in Darmstadt ansässigen Management Information System (MIS) AG ein Übernahmeangebot unterbreitet.

Für zehn Euro je Aktie soll der deutsche Business-Intelligence(BI-)Spezialist als eigenständige Tochter agieren. Das MIS-Management steht der Übernahme positiv gegenüber. Mit der Akquisition will die Systems Union Group das eigene Finanzsoftwareangebot um das MIS-Portfolio aus Konsolidierungs-, Budgetplanungs-, Risikoanalyse- und Data-Warehouse-Software erweitern. MIS soll in einer noch zu formierenden und von Deutschland aus operierenden BI-Einheit tätig werden.

Der Vorstandsvorsitzende und Firmengründer Peter Raue wird MIS als neu formierte BI-Tochter leiten. Er und das restliche MIS-Management sowie weitere Hauptaktionäre halten 50,7 Prozent der MIS-Aktien und haben schon bekundet, diese an den britischen Bieter zu übereignen. Raue verspricht sich mehr finanzielle Aktionsmöglichkeiten durch die Fusion. Sein Unternehmen musste in der Folge der New-Economy-Pleite im Jahr 2002 mit 460 Mitarbeitern einen Umsatzrückgang um zwölf Millionen auf 48 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Vor allem aber die Tatsache, dass das Eigenkapital von 50 Millionen Euro im Jahr 2000 auf nur mehr 14 Millionen Euro zum Ende 2002 sank, hatte für Unruhe gesorgt. Allerdings erlebte MIS im ersten Halbjahr 2003 wieder eine positive Wende. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 25,4 Millionen Euro.

MIS unterhält in Deutschland einschließlich des Hauptquartiers in Darmstadt sieben Dependancen, in Europa zudem weitere sieben Niederlassungen sowie acht Repräsentanzen weltweit. Die MIS-Kundenbasis umfasst 1000 Unternehmen überall auf dem Globus. Im ersten Halbjahr 2003 erwirtschaftete MIS nach eigenen Angaben 61 Prozent des gesamten Umsatzes mit Dienstleistungen, 39 Prozent mit Produkten.

Der Vorstandsvorsitzende Raue betonte, dass keine Entlassungen vorgesehen seien. Auch Paul Coleman, Sprecher von Systems Union, trat Spekulationen um geplante Entlassungen im Zusammenhang mit der Fusion entgegen. Man sei daran interessiert, den Umsatz pro Kopf zu steigern und nicht Personal abzubauen.

Personelle Veränderungen wird es allerdings im Aufsichtsrat von MIS geben. Dieser besteht aus drei Managern. Von diesen wird der jetzige Vorsitzende Gerd Nicklisch weiter im Kontrollgremium verbleiben. Die beiden anderen Aufsichtsräte, Bernhard Dorn und Hans-Dieter Holler, werden durch Coleman und Tony Sweet von Systems Union ersetzt.

Auch an der Produktstrategie wird sich nach Raues Worten nichts ändern. Man werde die ERP-Produkte des britischen Unternehmens nicht vermarkten, an der eigenen Angebotspalette werde es keine Veränderungen geben. (jm)