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22.11.2002 - 

Portallösung für Zugriff auf das Firmennetz

T-Mobile mobilisiert Anwendungen

BONN (pg) - T-Mobile will mehr Datenverkehr für sein Netz generieren. Dazu forciert der Carrier die Mobilisierung von Anwendungen. Dreh- und Angelpunkt dafür sind zwei Portallösungen der Bonner, die entweder über das Intranet eines Unternehmens oder als Hosting-Service genutzt werden können.

Die "Service Integration Platform" (SIP), deren gemeinsame Entwicklung auf der CeBIT offiziell per Handschlag zwischen Microsoft-CEO Steve Ballmer und Ex-Telekom-Chef Ron Sommer besiegelt wurde, hat jetzt Gestalt angenommen. Die Plattform stellt laut Martin Witt, Chief Operations Officer Mobile Business Solutions bei T-Mobile, in ihrer derzeitigen Form eine im Rechenzentrum von T-Systems betriebene Architektur dar, die als technische Grundlage für das Angebot mobiler, portalgestützter Geschäftsanwendungen dient. Allerdings beabsichtigt T-Mobile die Plattform künftig auch als extern zu realisierende Lösung zu vermarkten, damit sie insbesondere Großkunden in ihre eigenen Portale einbinden können. Für die Integration von TK-Infrastruktur und Informationstechnologie sorgen dem COO zufolge offene Schnittstellen in der SIP, die mit Microsoft auf Basis des .NET-Framework entwickelt wurden.

Nachdem T-Mobile mit der Plattform das technische und infrastrukturelle Grundgerüst schuf, hat das Unternehmen nun zwei Portallösungen darauf aufgesetzt, über die Mitarbeiter von unterwegs auf Applikationen zugreifen können: das "Mobile Access Portal" sowie "Mobile Service Portal".

Mit dem Mobile Access Portal richtet sich T-Mobile an Unternehmen, die Anwendungen, insbesondere Office-Programme, in eigener Regie im Intranet fahren, aber nach einer Infrastrukturlösung suchen, um externen Mitarbeitern den Zugang zum Firmennetz über GPRS-fähige Handys, PDAs oder Laptops zu ermöglichen. Das Mobile Service Portal wiederum adressiert kleine und mittelständische Betriebe, die neben der Infrastruktur auch gehostete Office-Anwendungen benötigen. In beiden Fällen erkennt die darunter liegende Service Integration Platform das Zugriffsverfahren (GPRS, GSM, ISDN, Telefon analog und Internet) und sorgt dafür, dass die Darstellung der Inhalte der Oberfläche des jeweils genutzten Endgeräts angepasst wird.

Beide Portale sind individuell für jeden Anwender und jede Firma konfigurierbar. Das heißt, über ein Administrations-Interface können die Zugriffsrechte für jeden Mitarbeiter zentral verwaltet und die Portaloberfläche in Design und Funktion an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden.

Damit Unternehmen das Mobile Access Portal nutzen können, stellt die Service Integration Platform Schnittstellen in Web-Service-Technik auf Basis der offenen Standards XML und Soap bereit. Dadurch will man die Integration unterschiedlichster Anwendungen zum Beispiel mit .NET- oder Java-Technik in das Mobile Access Portal gewährleisten, unabhängig von der Programmier- und Systemumgebung eines Unternehmens. Allerdings räumt Witt ein, dass sich die .NET-Technologie noch nicht in dem Maß durchgesetzt hat, wie es Microsoft gerne hätte.

Die Anbindung der Applikationen an das Portal erfolgt über so genannte Konnektoren, die im Intranet (siehe Grafik) angesiedelt sind und entweder von den Unternehmen selbst oder von zertifizierten Integrationspartnern entwickelt werden. Die Bonner bieten dafür ein Software Development Kit an. Zu den Systemintegratoren zählen neben T-Systems die Firmen Commasoft, CMG, Tria, Web 1 sowie Emprise. Die Entwicklung eines Konnektors dauert laut Witt rund vier Wochen, das Aufsetzen des Portals maximal eine Woche.

Die jetzt existierende erste Version der beiden Portale ist rein Browser-basierend, sprich, der Nutzer muss online sein. Das nächste Release wird dann auch so genannten Client-Site-Code unterstützen, der Offline-Betrieb und Synchronisation unterstützt, wobei die Microsoft-Synchronisierung heute schon möglich ist. Die starke Orientierung der ersten Portalversionen an den Microsoft-Entwicklungen Office, Outlook sowie Pocket PC sind laut Witt in der starken Verbreitung dieser Produkte sowie der Kooperation mit Microsoft begründet. Sie dürfe jedoch nicht überbewertet werden, weil bereits das nächste Release Notes, J2EE und vermutlich auch Palm-OS-basierende Endgeräte unterstützen werde.

Neben den beiden Portalen hat T-Mobile drei weitere mobile Anwendungslösungen im Portfolio. Speziell für mobile Nutzung von Microsoft Outlook wurde in Zusammenarbeit mit Flash Networks die Client-Server-Software "Mobile Office Optimizer" (MOO) konzipiert. Der Netzbetreiber sah sich laut Witt dazu veranlasst, "weil Outlook wegen des hohen Protokollaufwands nur mühsam über GPRS läuft". Über eine Protokolloptimierung in MOO sei es gelungen, die Einwahl auf den Exchange Server zu beschleunigen.

E-Mail als "Einstiegsdroge"

Außerdem vermarkten die Bonner die "Blackberry Solution". Bei dem Produkt handelt es sich um ein mobiles Device sowie einen Push-Dienst, die besonders auf das mobile Arbeiten mit E-Mail- und Kalenderfunktionen zugeschnitten sind. Dabei ist der Nutzer über das GPRS-Netz immer mit dem Firmen-Server verbunden. Die Push-Funktionalität stellt sicher, dass E-Mails und Terminänderungen direkt auf das Handheld weitergeleitet werden.

Drittes Produkt ist der "MDA", der ebenfalls ein mobiles Endgerät verkörpert. Im Gegensatz zum Blackberry, der seit kurzem auch über rudimentäre Sprachmerkmale verfügt, besitzt der MDA Voice-Funktionaliät auf Basis des Betriebssystems "Pocket PC 2002 Phone Edition". Allerdings gibt Witt zu, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Betriebssystem und Funkteil noch verbessert werden kann. Das Device bietet ferner E-Mail, Internet-Zugang sowie Organizer- und Office-Funktionen, allerdings ohne Push-Dienst.

Während der Blackberry nicht auf die Portallösungen zugeschnitten ist, zählt der MDA zu den Endgeräten, über die auf das Access- und Service-Portal zugegriffen werden kann. Grundsätzlich rechnet Witt damit, dass über die so genannten horizontalen Anwendungen wie Personal-Information-Management, also E-Mail oder Terminverwaltung der Appetit der Unternehmen auf vertikale Anwendungen geweckt wird. "E-Mail ist nur die Einstiegsdroge. Im zweiten Schritt möchte der Kunde eine Vertikalisierung, um seine SAP-, Siebel- oder KHK-Anwendungen zu mobilisieren", sieht Witt Bedarf an Portallösungen.

Abb: Plattformdiagramm: Mobile Access Portal

Applikationen im Intranet werden über Konnektor-Software und das Mobile Access Portal für Außendienstmitarbeiter nutzbar. Quelle: T-Mobile