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07.11.2007

T-Mobile und Vodafone starten vorweihnachtliches Handy-Duell

Von Stefan Paul Mechnig Dow Jones Newswires

Von Stefan Paul Mechnig Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (Dow Jones)--Hier das "i-phone", dort das "Qbowl" - jeweils auf ein einziges Spitzenhandy setzen die beiden größten deutschen Mobilfunkbetreiber T-Mobile und Vodafone im anstehenden Weihnachtsgeschäft, der wichtigsten Zeit des Jahres für die Branche. Beide arbeiten dabei exklusiv mit einem namhaften Hersteller zusammen. Die Telekom-Tochter hat sich ihre Partnerschaft mit Apple allerdings mit einer Umsatzbeteiligung für den US-Konzern erkauft, während ihr Rivale es als großen Vorteil ansieht, dass die Zusammenarbeit mit der südkoreanischen Samsung keinen Zwängen unterliege.

Mit den Hightech-Geräten, die Telefon, Kamera, Kino und PC und vieles mehr in einem sind, wollen die Mobilfunker vor allem die drahtlose Datenkommunikation vorantreiben, die in dem gesättigen Markt als Wachstumsmotor gilt. Telekom-Chef Rene Obermann sieht im mobilen Internet einen "Megatrend", und auch Experten wie der Analyst Frank Rothauge vom Bankhaus Sal. Oppenheim glauben, dass der Bereich mittel- bis langfristig einen Anteil von 10% bis 15% am boomenden Breitbandmarkt erobern kann.

Der Startschuss für die Vermarktung erfolgt bei beiden Mobilfunkern an diesem Freitag. Der hiesige Branchenzweite Vodafone bietet sein Multimediagerät ebenso wie Platzhisch T-Mobile zum Preis von 399 EUR an. Bei den Düsseldorfern gibt es jedoch einen umfassenden Pauschaltarif: Für knapp hundert EUR können die Nutzer in alle deutschen Mobilfunk- und Festnetze telefonieren und SMS-Kurznachrichten versenden, außerdem unbegrenzt mailen und im Internet surfen. Das Qbowl ist dabei superschnell: Die Daten rauschen via UMTS mit bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde durch den Äther - das ist mehr, als ein normaler DSL-Anschluss im Festnetz kann.

"Ich bin fest von dem Erfolg des Qbowl im kommenden Weihnachtsgeschäft überzeugt", betonte Vodafone-Deutschlandchef Fritz Joussen am Mittwoch und hatte gleich ein paar Spitzen für das Konkurrenzangebot parat. So hält er neben der fehlenden UMTS-Fähigkeit die "Zwangstarife" beim iPhone für problematisch: Die Kunden könnten das Designhandy nur zu den drei Tarifen haben, die T-Mobile ihnen anbiete. Das eigene Gerät sei jedoch auch mit anderen Minutenpreisen kombinierbar.

Entsprechend demonstriert Joussen im ewigen Ringen mit dem Wettbewerber aus Bonn Souveränität: Langfristig werde sich nicht durchsetzen, was "technisch unterlegen" sei. Absatzziele für das Weihnachtsgeschäft oder darüber hinaus nannte der Vodafone-Geschäftsführer nicht. Dafür plauderte er aus Nähkästchen: Im Sommer habe auch Vodafone mit Apple verhandelt. Man habe jedoch dankend abgelehnt, als der US-Elektronikriese eine Umsatzbeteiligung von sage und schreibe über 30% verlangt habe. Rückschlüsse auf die Konditionen bei T-Mobile will Joussen daraus aber nicht gezogen sehen.

Der Konkurrent hatte die Apple-Partnerschaft kürzlich in Berlin mit großem Bahnhof vorgestellt - sogar Steve Jobs, der legendäre Boss der US-Firma, war dazu angereist. Das i-Phone kommt jetzt mit drei Tarifvarianten zwischen 49 und 89 EUR auf den Markt. Darin ist zwar eine Daten-Flatrate enthalten, für Gespräche und SMS gibt es allerdings nur Kontingente. Wenn die aufgebraucht sind, zahlt der Kunde pro Gesprächsminute und Transaktion. Auch hat das i-Phone weniger Speed: Da es von Apple nicht auf UMTS ausgelegt wurde, liegt die schnellste Übertragungsrate im T-Mobile-Netz bei maximal 220 Kilobit. In den 8.000 deutschen WLAN-Hotspots des Marktführers sind allerdings rasante elf Megabit pro Sekunde drin.

Unabhängig davon, wer mit welchem Handy zunächst die Nase vorn haben wird, kommt es für die Mobilfunker vor allem darauf an, einen Markt für die drahtlose Datenkommunikation zu schaffen. Damit ist es auch sieben Jahre nach der milliardenteuren UMTS-Auktion noch nicht allzu weit her. Zwar hat der Bereich in den vergangenen zwei Jahren deutlich Fahrt aufgenommen, doch liegt der Anteil der "echten" Datenkommunikation wie E-Mail-Versand oder Internetnutzung an den Serviceumsätzen im deutschen Mobilfunk 2007 schätzungsweise erst bei knapp 9%.

Aber die guten Zeiten kommen erst noch, schätzt Oppenheim-Analyst Rothauge. In Zeiten, wo statistisch gesehen jeder ein Handy habe und das Geschäft mit der klassischen Sprachtelefonie allenfalls über Fischzüge im Festnetz ausgeweitet werden könne, seien mobile Datendienste sehr wichtig für die Branche. Wie die Entwicklung in anderen Ländern zeige, böten sie erhebliche Perspektiven. Rothauge: "Ich sehe darin einen wesentlichen Wachstumstreiber für die Mobilfunker."

Webseiten: http://www.vodafone.de/ http://www.t-mobile.de/ -Von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires; +49 (0)211 - 13872 13, TMT.de@dowjones.com DJG/stm/rio

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