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15.06.2001 - 

Neuer Baustein im Content-Puzzle

T-Online baut gemeinsam mit TUI und C&N Reiseportal

MÜNCHEN (CW) - Mit T-Online als Europas größtem Internet-Dienstleister und den dominierenden europäischen Touristikunternehmen Preussag/TUI und C&N bündeln drei Schwergewichte ihre Kräfte, um ein Reiseportal für das Internet zu bauen. In der zweiten Jahreshälfte soll T-Online Travel AG an den Start gehen.

Gleich drei ihre Marktsegmente beherrschende Unternehmen stecken ihre Köpfe zusammen: Die Telekom-Tochter T-Online International AG, Darmstadt, die TUI-Mutter Preussag AG aus Hannover sowie die zum Quelle-Karstadt-Konzern und der Lufthansa gehörende C&N Touristic AG aus Oberursel. Trotzdem bedarf die Kooperation nach Aussagen der drei Partner keiner Kontrolle durch EU-Kartellrechtsbehörden.

T-Online wird 75,1 Prozent an dem neuen Unternehmen halten, C&N und Preussag begnügen sich jeweils mit 12,45 Prozent. Ursprünglich hatten die Partner eine stärkere Beteiligung von Preussag und C&N vorgesehen.

Obwohl diese Unternehmensstruktur im Gegensatz zu einem anfangs geplanten Joint Venture nicht genehmigungspflichtig ist, sind wettbewerbsrechtliche Probleme offensichtlich noch nicht vollständig aus dem Weg geräumt. Wie EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti sagte, wird die EU-Kommission weiter ein kritisches Auge auf das neue Internet-Reisebüro werfen. Ein Mitarbeiter von Monti: "Unsere Bedenken bleiben grundsätzlich bestehen."

Kein offizielles Plazet nötig

Der EU-Kommissar hatte an der Vorlage der ursprünglichen Pläne für ein Reiseportal - unter einer allerdings anderen Firmenstruktur zwischen den drei beteiligten Unternehmen - im März 2001 moniert, die Auswahl der Verbraucher könnte durch das Reiseportal eingeschränkt werden. Er ordnete deshalb eine genaue Prüfung der Aktivitäten von T-Online, Preussag und C&N an. Die kartellrechtliche Untersuchung hätte sich bis Mitte September 2001 hingezogen.

Die jetzt vereinbarte Kooperationsstruktur, in der T-Online zu 75,1 Prozent Eigner des Reiseportals ist, ändere nunmehr alles, hieß es aus der EU-Kommission. Die Telekom-Tochter entwickele ihre eigene Online-Reiseagentur, Preussag/TUI und C&N besäßen hieran nur jeweils kleine Anteile. Diese Konstellation bedürfe nach der EU-Rechtsprechung für Firmenfusionen keines offiziellen Plazets.

Das Portal wird Pauschal-, Last-Minute-, Spezial- und Städtereisen anbieten. Außerdem können hier Flüge, Hotels und Mietwagen reserviert werden. Im Design und bezüglich der Navigationsoptionen wird sich das Reiseportal an T-Online orientieren. Das ist insofern interessant, als die Preussag-Tochter TUI im Jahr 2000 selbst ein umfassendes Reiseportal mit all diesen Dienstleistungen und einer gleichen Angebotspalette entwickelt hat (TUI.de).

Interessant ist die Kooperation auch insofern, als T-Online seit geraumer Zeit versucht, sich als agiles Unternehmen in Sachen E-Business darzustellen. Allerdings konnte das Management, allen voran Firmenchef Thomas Holtrop, bis auf eine Kooperation mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen(ZDF), dem Axel Springer Verlag und dem Versicherungskonzern Ergo bislang noch keine Erfolg versprechenden Aktionen melden.

Außerdem operiert T-Online nicht mehr profitabel. Für das erste Quartal 2001 meldete die Telekom-Tochter einen Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 66,4 Millionen Euro bei einem Umsatz von 252,2 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen operativen Gewinn von 5,8 Millionen Euro erzielt. Will T-Online in die schwarzen Zahlen zurückkehren, muss das Unternehmen es schaffen, mehr als derzeit 13 Prozent der gesamten Einnahmen über Werbung und E-Commerce zu erwirtschaften. Dies geht nur über ein attraktives Angebot von Inhalten. Einen nicht unwesentlichen Baustein in dieser Strategie stellt das Internet-Reiseportal dar.