Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

08.12.2000 - 

Marketing- statt Internet-Know-how

T-Online-Chef fällt an der Börse durch

BONN (CW) - Kaum hatte Telekom-Boss Ron Sommer den neuen T-Online-Chef vorgestellt, da war dieser bereits in der Gunst von Anlegern und Analysten durchgefallen. Sie vermissen bei Thomas Holtrop das nötige Internet-Know-how.

Seit Ende August dümpelte T-Online, von der Mutter Telekom gerne als Europas größter Online-Dienst gefeiert, führungslos vor sich hin. Nach dem Abgang von Wolfgang Keuntje verließen weitere Topmanager das Unternehmen, so dass Analysten bereits von einer Führungskrise sprachen. Entsprechend wurden in den letzten Wochen die Forderungen, Ron Sommer möge nun endlich einen neuen T-Online-Chef präsentieren, immer lauter.

Ein Verlangen, dem Sommer nun mit der Ernennung von Holtrop zum neuen Vorstandsvorsitzenden von T-Online nachkam. Die Begeisterung über diese Berufung hielt sich aber in Anleger- und Analystenkreisen in Grenzen, da der Neue zuvor Marketing-Chef bei der Deutschen Bank 24 war. Mit dieser beruflichen Vorgeschichte, so das allgemeine Credo, sei der Manager ohne Internet-Erfahrung auf dem Vorstandsposten nur die zweite Wahl. Die Börse quittierte die Ernennung prompt mit einem weiteren Kursverfall der T-Online-Aktie auf deutlich unter 16 Euro.

Dabei dürften die zahlreichen Privatanleger, die erst im April dieses Jahres das Papier für 27 Euro erwarben, vergeblich auf einen baldigen Kursanstieg hoffen. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen wies der Online-Dienst nämlich in den ersten neun Monaten ein Minus von 14,3 Millionen Euro aus. Ohne die Beteiligung am Börsengang von Comdirect wäre T-Online mit 53,5 Millionen Euro noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Online-Dienst erwirtschaftete das Gros seines Umsatzes mit dem wenig lukrativen oder gar verlustbringenden (Flatrate) Zugang zum Internet. Nach Meinung von Analysten muss es Holtrops vorrangige Aufgabe sein, T-Online mit attraktiven Inhalten und Werbekunden zu versorgen, um dem Unternehmen eine solide Ertragsgrundlage zu sichern.