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18.06.2004 - 

Ausfälle und schlechte Informationspolitik verärgern Anwender

T-Online-Kunden haben ein E-Mail-Problem

18.06.2004
MÜNCHEN (hi) - Seit Anfang Juni klagen T-Online-Benutzer über massive E-Mail-Probleme. Bundesweit war immer wieder der Zugriff auf den E-Mail-Server "pop.t-online.de" blockiert. Zudem erzürnt die Anwender Gleichgültigkeit der Hotline.

E-Mails haben im heutigen Leben fast den gleichen Stellenwert wie das Telefon: Sie sind unverzichtbar, und die elektronischen Postfächer sollten rund um die Uhr funktionieren. Deshalb vertrauen zahlreiche Benutzer auch weniger den kostenlosen Mail-Anbietern, sondern setzen auf kostenpflichtige Provider wie T-Online, die zudem mit Paketen wie "Profi eMail" gezielt um professionelle Anwender werben.

Doch mit der Zuverlässigkeit scheint es nicht weit her zu sein. Seit Donnerstag letzter Woche zog sich der Online-Dienst durch Rechnerausfälle den Zorn vieler Kunden zu. So häufen sich in den T-Online-Foren Beschwerden darüber, dass der E-Mail-Abruf über den Server "pop.t-online.de" nicht möglich ist. Dabei handelt es sich wohl um ein bundesweites Problem, da Störmeldungen aus den unterschiedlichsten Regionen vorliegen. Glück im Unglück hatten zumindest einige Benutzer, die ihre elektronische Post noch per Webmail erledigen konnten. Allerdings funktionierte dieser Workaround nicht bei allen.

Was die User an der jüngsten Panne besonders erzürnt, ist die Gleichgültigkeit der Hotline. Nachdem das Problem anfangs laut Anwenderberichten geleugnet wurde, fand sich erst zwei Tage nach dem Auftreten erster Schwierigkeiten gut versteckt in den T-Online-Foren ein Hinweis auf die Störungen.

Dort postete das T-Online-Team, dass man technische Schwierigkeiten mit dem E-Mail-Server "pop.t-online.de" habe. Der Fehler sei bekannt, man könne aber "augenblicklich noch keinen genauen Zeitpunkt nennen", bis er behoben sei. Dies brachte etliche Anwender in den Foren auf die Palme. "Warum veröffentlicht T-Online die Störungsmeldung nicht gleich auf der Startseite und erspart so den Usern eine stundenlange Sucherei in den Foren?", fragte ein Betroffener.

Der IT-Verantwortliche eines mittelständischen Informationsdienstleisters aus Norddeutschland berichtete gegenüber der COMPUTERWOCHE, dass er sogar bereits seit Anfang Juni latent mit E-Mail-Problemen bei T-Online zu kämpfen hat. Dabei vertröstet die T-Online-Hotline den IT-Manager seit 14 Tagen mit der lapidaren Aussage, man habe am 1. Juni eine neue Software eingespielt, die zu Schwierigkeiten geführt habe. Das Problem sei erkannt und werde bearbeitet.

Den Anwender, der bereits seit BTX-Zeiten T-Online-Kunde ist, verärgert die Haltung der Hotline. Mit Hinweis auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) teilte diese mit, dass er die Störungen zu dulden habe und nicht mit einer Rückerstattung der T-Online-Gebühren für die Zeit der eingeschränkten Nutzungsmöglichkeit rechnen könne. Bei den Beträgen handelt es sich nach Auskunft des IT-Verantwortlichen zwar nur um Peanuts, doch T-Online hätte damit zumindest die Sympathie des Kunden wieder erlangen können. Auch wenn die T-Online-Zentrale, von der COMPUTERWOCHE mit dem Vorfall konfrontiert, die Reaktion der eigenen Hotline als "untragbar" kritisiert, steht für den Betroffenen seine Entscheidung fest: Er wird bei nächster Gelegenheit die noch vorhandenen zehn T-Online-Accounts kündigen.

Die T-Online-Zentrale teilte unterdessen mit, es habe keine "massiven E-Mail-Probleme" gegeben. Lediglich einer der Mail-Verteil-Server sei zwischen Freitagnachmittag und Sonntagabend ausgefallen. Diese Störung, so der Online-Dienst weiter, habe dazu geführt, dass einige Kunden Schwierigkeiten beim Abrufen ihrer elektronischen Post hatten.