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15.10.2004

T-Online soll Mitte 2005 Geschichte sein

Die Deutsche Telekom gliedert ihre Internet-Tochter wieder ein.

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke sprach von einem "zwingend erforderlichen Schritt", um die nachhaltige Wertsteigerung des Konzerns zu sichern. Die Maßnahme unterstütze die zukünftige Geschäftsstrategie im Festnetz- und Breitbandgeschäft. Attraktive Pakete von Sprach-, Internet- und Fernsehangeboten über breitbandige DSL-Anschlüsse sowie Voice-over-IP-Telefonie seien wesentliche Voraussetzung für weiteres Wachstum und müssten deshalb unbedingt aus einer Hand angeboten werden.

Viereinhalb Jahre nach dem mit Hilfe der Kunstfigur Robert T-Online publicityträchtig inszenierten Going Public dürfte damit das Ende für den Online-Dienst eingeläutet worden sein. Den Aktionären soll voraussichtlich ab Mitte November eine entsprechende Offerte unterbreitet werden, hieß es. Diese sehe entweder den Tausch gegen Telekom-Aktien oder alternativ eine Barabfindung vor. Als Rückkaufswert biete man 8,99 Euro je T-Online-Aktie, das genaue Tauschverhältnis solle durch Gutachter ermittelt werden. Im Mai 2005 sei geplant, dass beide Hauptversammlungen den Deal absegnen. Mitte 2005 soll die Verschmelzung dann über die Bühne gehen. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sprach von einem "absolut inakzeptablen Angebot".

Die T-Online-Aktie war im April 2000 zu einem Emissionspreis von 27 Euro am Neuen Markt platziert worden und bildete den größten Börsengang am damaligen Segment für so genannte Wachstumswerte der Frankfurter Börse. Insgesamt hält die Telekom noch knapp 74 Prozent der Anteile. Weitere 20,4 Prozent befinden sich in Streubesitz, ein Paket von 5,7 Prozent gehört der französischen Lagardère-Gruppe.

Telekom-Finanzchef Karl-Gerhard Eick betonte, dass der Konzern den Rückkauf von 100 Prozent der T-Online-Anteile anstrebe. Die Gesellschaft werde dann von der Börse genommen, alle Unternehmensbereiche würden in die Festnetzsparte T-Com unter Führung des vor kurzem zur Telekom gewechselten früheren IBM-Deutschland-Chefs Walter Raizner integriert. Ein nennenswerter Abbau von Arbeitsplätzen finde nicht statt. T-Online solle zudem als Marke für alle Internet-Produkte erhalten bleiben.

Mit der jetzt angekündigten Reintegration der Internet-Tochter in den Mutterkonzern folgt Ricke dem Beispiel europäischer Wettbewerber wie etwa Telefónica oder France Télécom. Bei den Bonnern dürften allerdings noch andere Gründe eine Rolle spielen: So kamen sich die Sparten T-Com und T-Online zuletzt bei der Vermarktung ihrer Produkte immer häufiger ins Gehege - insbesondere bei den breitbandigen DSL-Anschlüssen. (gh)