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20.09.2005

T-Online will Ebay die Händler abjagen

"Electronicscout 24" bietet Unterhaltungselektronik und weiße Ware.

Die Telekom-Tochter startet eine Online-Vertriebsplattform für Händler von Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten. Dabei übernimmt T-Online für seine Vertragspartner das Einstellen der Produkte sowie die Zahlungsabwicklung. Der Endkunde kauft Waren wie in einem Webshop, verfügt also über einen Warenkorb und kann in einem elektronischen Produktkatalog stöbern.

T-Online hatte Ende 2003 die Scout-24-Gruppe gekauft, die eine Reihe von Ratgeber- und E-Commerce-Portalen betreibt. Ziel des Online-Dienstes ist es, sich neben dem Geschäft mit Internet-Zugängen ein zweites Standbein zu schaffen. Für die Nutzung des künftigen ElektronikMarktplatzes zahlen die Händler Gebühren.

Ebay ist der Platzhirsch

Allerdings trifft T-Online in diesem Segment auf starke Mitbewerber. Ebay gestattet es Händlern schon lange, gegen Gebühr neue oder gebrauchte Waren online feilzubieten, und zwar sowohl zum Festpreis ("Sofortkauf") als auch in Versteigerungen. Die Firmen wollen von der enormen Reichweite des internationalen Auktionshauses profitieren. Auch kleine Anbieter können so bundesweit auf Kundenfang gehen.

Ebay und T-Online konkurrieren bereits bei Handelsplattformen für Autos: Das Auktionshaus war durch den Kauf von Mobile.de in dieses Segment vorgedrungen, T-Online betreibt "Autoscout24".

Niedrigere Kosten als bei Ebay sollen Handelsunternehmen dazu verführen, ihre Waren entweder ausschließlich oder zusätzlich bei Electronicscout 24 einzustellen. Hohe Vertriebsprovisionen lassen sich im Handel mit Elektronikprodukten angesichts der geringen Margen ohnehin kaum durchsetzen. Die vom Händler an den Plattformbetreiber zu zahlenden Verkaufsgebühren sollen bei maximal 3,5 Prozent liegen.

"Scout-Gruppe hat Erfahrung"

Für Thorsten Wichmann, Geschäftsführer des Marktforschungsunternehmens Berlecon Research aus Berlin, könnte T-Online mit Electronicscout 24 durchaus Erfolg haben. "Die Scout-Gruppe hat viel Erfahrung mit solchen Plattformen." Die Beschränkung auf den deutschen Markt betrachtet der Experte nicht als Nachteil gegenüber dem international aufgestellten Konkurrenten. "Elektronische Artikel sind nationale Produkte, schon wegen der Stromversorgung und den Garantien."

Wichmann zufolge will T-Online Funktionen liefern, die Ebay-Händler in dieser Form nicht vorfinden. Dazu zählen Mechanismen, mit denen sich große Mengen an Produkten ins Web stellen lassen. "Das Management von Katalogen bei Ebay ist aufwändig. T-Online kann punkten, wenn die es schaffen, den Verkäufern das Leben zu erleichtern." Zudem sollen Händler in der Lage sein, Zusatzinformationen der Hersteller, zum Beispiel das Produktdatenblatt einer Digitalkamera, auf einfache Weise mit in die Produktbeschreibung aufzunehmen. Käufer wären damit besser informiert als bei der Konkurrenz.

Auch die Zahlungsabwicklung will Electronicscout 24 übernehmen. Hier könnte sich die Telekom-Tochter einen Vorsprung gegenüber Ebay erwerben. Händler könnten zwar auf "Paypal" zurückgreifen, doch dieses Peer-to-Peer-System hat hierzulande nicht die Verbreitung wie in den USA und Großbritannien. (fn)