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Excite Europe ist Objekt der Begierde

T-Online will zukaufen

01.06.2001
MÜNCHEN (CW) - T-Online ist offenbar am Europa-Geschäft von Excite at Home interessiert. Mit einer Übernahme könnte der Internet-Provider seine außerhalb Deutschlands bisher schwache Präsenz in Europa ausweiten. Allerdings hätte die Telekom-Tochter insbesondere hierzulande mit kartellrechtlichen Problemen zu kämpfen.

Mit der Akquisition des Portalanbieters Excite Europe würde T-Online seine Aktivitäten auf Großbritannien, die Benelux-Länder sowie auf Skandinavien ausweiten - eine Strategie, die Branchenkenner der Telekom-Tochter angesichts des zunehmenden Drucks durch die expansiven Konkurrenten Tiscali und Wanadoo dringend empfehlen. Das Unternehmen sei zu wenig international ausgerichtet, lautet der viel zitierte Vorwurf. Denn von den derzeit rund 8,7 Millionen T-Online-Mitgliedern lebt die Mehrheit (7,1 Millionen) in Deutschland. Die restlichen Kunden verteilen sich auf Österreich, die Schweiz, Frankreich, Spanien und Portugal. Im Schlüsselmarkt Großbritannien sowie in Skandinavien und Italien ist T-Online bislang überhaupt nicht präsent.

Excite at Home, das nach Informationen des "Wall Street Journal" erste Sondierungsgespräche mit T-Online führt, könnte diese Lücke schließen. Allerdings wäre T-Online damit in Deutschland, Österreich, Spanien, Frankreich und der Schweiz doppelt vertreten. Der Internet-Service-Provider (ISP) müsste sich nach Einschätzung von Marktexperten wegen kartellrechtlicher Bedenken von seinen deutschen Excite-Aktivitäten trennen - sollte der Deal zustande kommen. Wegen ihrer Marktführerschaft in Deutschland haben die Kartellwächter in Brüssel die Telekom-Tochter schon seit einiger Zeit im Visier. Die EU-Kommission will die geplanten Kooperationen mit Medienhäusern wie dem Axel-Springer-Verlag (bild.de) oder ZDF genau prüfen und ihnen gegebenenfalls einen Riegel vorschieben.

Solche Einschränkungen könnten T-Online-Chef Thomas Holtrop, der die Einnahmen aus dem Portalgeschäft (E-Commerce und Werbung) über Kooperationen steigern will, einen Strich durch die Rechnung machen. Holtrop hat eigenen Angaben zufolge vor, den ISP zu einem Online-Medienhaus auszubauen und den Anteil der Portaleinnahmen am Gesamtumsatz von heute rund elf auf 30 Prozent im Jahr 2004 zu erhöhen.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ist der Umsatz aus E-Commerce und Werbung allerdings zurückgegangen, weshalb T-Online nach wie vor das Sorgenkind des Mutterkonzerns ist. Die vergangene Woche vorgelegten Ergebnisse entsprechen im Wesentlichen den vor einem Monat veröffentlichten vorläufigen Zahlen: Der ISP verzeichnete einen Ebitda-Fehlbetrag von 66,4 Millionen Euro und einen Nettoverlust von 121,1 Millionen Euro. Den Umsatz steigerte er gegenüber dem Vorjahresquartal um 61,2 Prozent auf 280,2 Millionen Euro. Davon stammen 8,2 Prozent von den zuletzt zugekauften Auslandstöchtern.

T-Online ist nicht das einzige Unternehmen, das sich für Excite Europe interessiert. Insidern zufolge erwägt auch der italienische ISP Tiscali, der eine 70-prozentige Beteiligung an Excite Italien hält, eine Übernahme des Internet-Portals. Die britischen Aktivitäten von Excite werden ebenfalls von einem T-Online-Konkurrenten kontrolliert: British Telecom (BT) ist mit 42 Prozent an Excite UK beteiligt. Firmennahen Quellen zufolge will sich BT allerdings eher von diesen Anteilen trennen, als sie aufzustocken.