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06.02.2004 - 

IT-Dienstleister will Geschäftsprozesse der Kunden betreiben

T-Systems arbeitet nun auch on Demand

BERLIN (jha) - Der IT-Dienstleister T-Systems stellt sein künftiges Geschäft unter ein neues Motto: "Managed Business Flexibility" ist eine späte Antwort auf IBMs On-Demand-Computing sowie HPs Adaptive-Enterprise-Strategie.

Zu seinem einjährigen Amtsjubiläum als T-Systems-Chef präsentierte Konrad Reiss auf einer Telekom-Veranstaltung in Berlin den Mitarbeitern und Kunden die Klammer seines bisherigen Tuns. Die von ihm neu formulierte Strategie "Managed Business Flexibility" rückt die Beweglichkeit der Kunden in den Mittelpunkt und führt die von ihm eingeleiteten Veränderungen unter einem Dach zusammen. Seit der Ex-Debis- und Cap-Gemini-Manager im Februar 2003 zur Telekom-Tochter kam, wurde das Portfolio bereinigt, der Fokus auf nur noch vier Branchen gerichtet und die interne Organisation an Kundenbedürfnissen orientiert.

Den Schwung, den Reiss mitbrachte, nutzten seine Vertriebsmitarbeiter, um große Deals unter Dach und Fach zu bringen, etwa mit EADS, der West-LB und Vorwerk. Doch für den größten greifbaren Auftrag reichte die Dynamik noch nicht. Das Desktop-Outsourcing-Projekt zur Erneuerung und Betreuung von bis zu 170000 PCs bei Daimler-Chrysler ging an Hewlett-Packard. T-Systems hatte zusammen mit Dell die Vorschlussrunde erreicht und dürfte die abschlägige Entscheidung als bittere Niederlage empfinden, da man mit der Übernahme des Debis Systemhauses quasi Hauslieferant des Autokonzerns ist und nach wie vor sehr gute Kontakte unterhält.

Das nun formulierte Programm Managed Business Flexibility gilt auch als Antwort auf die bedarfsgerechten Serviceangebote etwa von Hewlett-Packard und IBM. T-Systems konzentriert sich dabei auf 16 so genannte "Focus Solutions", darunter klassische Dienste wie Rechenzentrums-, Desktop- und Netzbetrieb, Applikations-Outsourcing und Hosting-Services sowie Systemintegrations-Angebote für das Lieferketten- und Product-Lifecycle-Management. Im Bereich der Geschäftsprozess-Auslagerung baut T-Systems auf Dienste für die Personalabrechnung und die Rechnungsstellung von TK-Anbietern.

Letztere beide Offerten hält Reiss für besonders zukunftsträchtig. "Wir wollen unsere Position im Infrastruktur-Management nutzen, um auch im Business-Process-Management erfolgreich zu sein", kündigte er an. Gestützt wird er in seiner Einschätzung durch eine optimistische Prognose von Forrester Research. Die Marktanalysten sehen Europa vor einem "Outsourcing-Boom".

BPO-Standardangebote

Das Geschäft mit IT-Betriebsdienstleistungen soll bis 2008 um durchschnittlich 14 Prozent pro Jahr zulegen, der Markt für Auslagerungsdienste von Geschäftsprozessen sogar um 18 Prozent. Marktanalystin Martha Bennett bestärkte T-Systems darüber hinaus in der Strategie, den Kunden mehr Flexibilität zu bieten. Sie erwartet, dass die europäischen Anwender mehr Wert auf Beweglichkeit legen und dies auch in ihren Outsourcing-Verträgen berücksichtigt wissen möchten. Die von Forrester Research erhobenen Daten passen derzeit jedoch nicht ins Bild: Die Kunden wählen ihren Partner nach Preis, Lieferfähigkeit und Referenzen aus. Flexibilität spielt keine Rolle.

Ob sich die Wachstumsprognosen für die Geschäftsprozess-Auslagerung auch bei T-Systems erfüllen, ist fraglich. "Wir haben große Erfahrungen, denn wir betreiben die Personalabrechnungen für die Deutsche Telekom und auch für Nicht-Telco-Kunden", zeigt sich Reiss zuversichtlich. Doch gerade der Markt für Human-Resource-Outsourcing ist in Deutschland sehr eng. Es gibt Spezialisten wie Datev und ADP Employer Services sowie die Wettbewerber wie EDS und Accenture, die bereits große Abschlüsse tätigen konnten (etwa mit Infineon beziehungsweise der Deutschen Bank). Zudem verfügen konzernnahe Dienstleister wie Siemens Business Services (SBS), BASF IT Services oder Bayer Business Services über einen ähnlich hohen Erfahrungsschatz wie T-Systems.

Abb: Auslagerung von Geschäftsprozessen legt kräftig zu

Das Integrations- und Beratungsgeschäft wächst leicht, Outsourcing dagegen stark. Insbesondere das Business Process Outsourcing erlebt eine große Nachfrage, startet allerdings von geringer Basis. Quelle: Forrester Research